Kommentar zur Olympia-Entscheidung. ISAF-Gremien ernten nur Unverständnis

"Schluss mit dem Quatsch!"

Die junge 49er Crew Erik Heil und Thomas Thomas Plößel kann aufatmen. Die spektakulärste olympische Segeldisziplin bleibt im Programm. © Heil/Plößel

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Carsten Kemmling

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27 Kommentare zu „Kommentar zur Olympia-Entscheidung. ISAF-Gremien ernten nur Unverständnis“

  1. avatar bläck sagt:

    danke. sehr guter beitrag.

  2. avatar Christian sagt:

    wie schreibt Andy Rice ganz richtig auf seinem sailjuice- Blog: Es fehlt der ISAF ein Präsident, der eine klare Linie vorgibt und die Macht hat, die partikularen Lobbyinteressen zurückzudrängen.

    Im DSV sieht es übrigens nicht viel besser aus: Hier werden nur die Klassen gepusht, in denen deutsche Segler gerade am besten sind. Ziemlich kurzsichtig, sowas.

  3. avatar John sagt:

    Die einzige Frage ist doch:
    Ist es Aufgabe des IOC (und hier als verlängerter Arm der ISAF) Entscheidungen für die Hobby-Segler nachvollziehbar zu treffen?

    Ich sehe das halt vielleicht zu unromantisch, aber das IOC gibt halt eine Werbeplattform zu bestimmten Konditionen raus, wenn ich die abgreifen möchte (um davon zu leben oder zu profitieren), dann halte ich mich an die Bedingungen oder versuche (über die ach so verwerfliche Lobbyarbeit) die Bedingungen zu ändern.

    Die ganze Veranstaltung ist Kommerz (verpackt in emotionales Geschenkpapier) und alle versuchen, ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Wenn man sich anguckt, dass Gäbler/Gäbler in ihrem Alter (und mit ihren Figuren) wettbewerbsfähig sind, dann erkennt man, dass es schon lange nicht mehr um das “Treffen der Jugend der Welt” wie zu Anfangszeiten ging.

    Vielleicht sollte man langsam akzeptieren, dass es sich sowohl bei den Ausrichtern als auch bei den Sportlern nicht mehr um Amateure handelt sondern um Geschäftsleute. Das macht das Zuschauen nicht weniger spannend, spart aber einiges an Frustrationen.

    • avatar gäbler... sagt:

      was gibt es an meiner figur auszusetzen ?

      sniff…..

      • avatar John sagt:

        Will Dir und niemandem zu nahe treten, aber austrainiert sieht einfach anders aus.
        Beziehe mich auf dieses Bild:
        http://srdev.svgverlag.de/wp-content/uploads/2010/09/RolandNahidclose.jpg

        Das ist ja auch gar kein Problem und überhaupt nicht schlimm – es zeigt aber doch nur, dass es um viel mehr geht als um rein körperliche Leistungskennzahlen, die einige olympische Träumer immer als olympische Ideal hochhalten (hauptsache jung, sportlich, tugendhaft).

        • avatar Till sagt:

          Was da unter Rolands Leibchen steckt sieht mir allerdings nicht wie ein Bierbauch aus.

          • avatar John sagt:

            Ich bitte darum, dass hier KEIN Nacktbild veröffentlicht wird. 🙂
            Daher streiche ich oben das Wort “Figur” und beziehe mich rein auf das Alter.

            Allen Romantikern zum Trotz: Es ist doch gut, dass man in diesem Alter noch wettbewerbsfähig ist und dass es auch bei Olympia möglich sein wird, nicht nur als 20jähriger konkurrenzfähig zu sein.

  4. avatar Uschi sagt:

    der Beitrag ist bis auf wenige Punkte richtig gut.

    John Dane hat sich auf nationaler Ebene genauso durchsetzen müssen wie es andere auch tun müssen. Nicht zu vergessen, die Amerikanier haben eine sehr hohe Leistungsdichte in der Spitze. Das beim Reit- oder Schiesssport ältere Herren und Damen dabei sind, daß kümmert niemanden.
    Ausserdem ist die Geschichte mit den Materialkosten nicht ganz korrekt. Man kann (auch wenn es kaum noch einer macht) mit einem Boot eine ganze Kampagne fahren und dieses im Anschluss noch gewinnbringend verkaufen. Die Hauptkosten einer Kampagne sind Trainerkosten und die sind Klassenunabhängig…

  5. avatar bernd sagt:

    Carsten for DSV Präsident! Nee ernsthaft, Schöner Artikel Carsten!

  6. avatar Dominic sagt:

    Darren Bundock hat mal einen einfach und für nichtsegler leichtverständliche Ansatz formuliert:

    Multihull: male + femal
    single-hand : male + female
    Skiff douple hand: male + female
    Surfing: male +female
    Match Race: male + female

    Macht in Summe 10 Klassen über die dann diskutiert werden kann.
    Wobei sicher der Fokus auf Aktion liegen sollte damit das ganze medial intersant bleibt.

    Grüße,
    Dominic

    • avatar John sagt:

      Und jetzt kann man es wieder beliebig kompliziert machen:
      Single-hand: Warum nicht A-Kat?
      Match Race: Warum nicht auf Kats?

      Ich bleibe dabei, es gibt keine perfekte Lösung, mit der alle einverstanden sein würden. Fortschritt muss sein, das bedeutet aber auch, dass ab und zu lieb gewonnene Klassen weichen müssen.

      Was mich einzig verwundert, ist das Match Race bei den Frauen ohne es einmal gesehen zu haben, wieder rausgeflogen ist. Was wissen die Entscheider von 2016 mehr als die Entscheider von 2012? Ist Frauen-Match Race so ein Flop?

      • avatar Dominic sagt:

        Klar! Legitime Fragen. Aber man muss es nicht kompliziert machen 😉

        Wie oben schon geschrieben… gehts nicht um Logik sondern um die Lobby + welche Klasse macht die beste Party für die alten ISAF Herren… Schade um das Match-Race…

      • avatar Segelfreund sagt:

        Ich denke schon, dass Match Race Frauen derzeit ein Flop ist. Das betreiben weltweit einfach zu wenige (in GER gerade ein ernsthaftes Team) – vielleicht auch weil es einfach zu schwierig ist in den Zirkus herein zu kommen.

        Wirklich interessant fand ich den Vorschlag der Kiter aus dem November 2010 wirklich klar von einander unterscheidbare Wettbewerbe zu schaffen und dann das (bestgeeignete oder medienwirksamste) Equipement dafür auszuwählen (leider habe ich es nicht mehr wörtlich):
        – Fleetracing
        – Matchracing
        – Teamracing
        – Speed/Slalomracing
        – Style

        Da sehe ich auch eher die Vielfalt des Sports abgebildet als in irgendwie beliebig ausgesuchten Bootsklassen (warum Star und nicht Drachen oder J24).

        Das wäre eine echte Erneuerung des olympischen Segelns und wahrscheinlich nach außen transparenter als die Entscheidung zwei Einhandboote zu haben, die sich nur etwas in der Form unterscheiden (für keinen Außenstehenden wirklich erkennbar)

    • avatar Carsten sagt:

      das ist der holländische ansatz, der in St. Petersburg von den meisten Seglern favorisiert wurde, sagt Jojo Polgar. wir haben eben ein längeres interview mit ihm geführt, das möglicherweise erklärt, wie das so funktioniert bei der segler regierung. spannend und frustrierend, wie ich finde. sollte morgen auf SR sein. die holländische vertreterin carolijn brouwer ließ diese submission vor ort in St. Petersburg noch einmal modifizieren, um sie merhrheitsfähig zu machen. der letzte punkt hieß dann kielboot männer (fleetrace) und kielboot frauen (match race). aber nach weiteren politischen ränkespielchen war das dann auch schnell wieder vom tisch.

  7. avatar Markus sagt:

    Eben wie Darren Bundock aufzeigt:

    Multihull: Tornado m+f
    Single Laser m laser radial f
    skiff double 49er m 29erXX f
    Surfing m + f
    Kiel Star m , alles nur nicht das Elliot 6m Match Race f

    • avatar jorgo sagt:

      Ich meine, Darren hat von Multihull und nicht explizit von Tornado gesprochen.
      Der Multihull (in diesem Fall Tornado) ist doch auch rausgeflogen, weil zu wenig Nationen (immer nur so um die 15) am Start waren. Das liegt doch auch an der Kompliziertheit des Materials und dem Aufwand überhaupt die Quali zu schaffen. Selbiges gilt doch auch für manch andere Klasse.
      Von daher sollte das erfolgreiche Laser-Prinzip als Grundlage gelten:
      Ganz streng einheitlich, kostengünstig, weit verbreitet, mit gestelltem Material größtmögliche Chancengleichheit…. nur so klappt die Pyramide und möglichst viele Nationen haben Zugang.

  8. avatar Schlaufux sagt:

    Ich erinnere mich mit Schrecken an die Geschichte, die angeblich zur Einführung der Regel 42 führte.
    Da schaute sich ein 72jähriger Herr, seines Zeichens Isaf Präsident ein Laser-Rennen in Kanada an
    und soll gesagt haben “Dieses Pumpen ist ja wiederlich. Wenn das der aktuelle Segelsport sein soll,
    können wir Segeln ganz aus der Olympiade streichen.”

    Wie wenig praktisch die meisten Funktionäre entscheiden sieht man doch meistens schon im eigenen Verein.
    Also wird das bei der Grau-Haar-Truppe der ISAF und IOC wohl nicht ander sein.

    • avatar John sagt:

      Wenn Dir die Funktionäre im eigenen Verein nicht passen, dann ändere das oder wechsel den Verein.

      • avatar Uschi sagt:

        hmmm muss ich jetzt mit der Segelei aufhören nur weil es Funktionäre gibt, die keine Ahnung vom Sport haben…
        Sollte man sogar Deutschland verlassen, weil unsere Politiker auch nicht fähig sind???

        Wenn das so weitergeht dann wird irgendwann Schlauchboot Slalom olympisch…

      • avatar Klaus sagt:

        Geh’ doch rüber hätte man vor ’89 gesagt, nicht wahr?

  9. avatar John sagt:

    Du musst nicht unbedingt Schlauchbootfahrer werden – aber wenn Dir in Deinem kleinen Verein die Funktionäre nicht passen, dann wähle sie nicht wieder.

    Die Unfähigkeit der Funktionärsriege liegt ja an der Unfähigkeit der gewählten Personen und damit auch an der Unfähigkeit der Wähler. Und wenn man nur die Wahl zwischen Pest und Cholera hat, dann liegt das daran, dass sich die “vernünftigen” Personen nicht zur Wahl stellen.

    Wenn man selber lieber seine Freizeit zum Segeln nutzt anstatt in Tagungen zu sitzen, dann ist es kein Wunder, dass nur ehemalige Segler in den Ausschüssen bei Vereinen und Verbänden sitzen

    • avatar Schlaufux sagt:

      @John
      wie genau kann ich denn auf die Wahl der IOC Vertreter oder der ISAF einfluss nehmen ?!

      Mir ist schon klar, dass es meistens ein Spagat zwischen den aktiven Seglern und Fuktionären andererseits ist.
      Jeder der sich nicht selber engagiert, muss da mit Kritik vorsichtig sein.
      Sollte auch keine Kritik an den vieln Ehrenamtlichen sein, die einen möglichst guten Job machen.

      Verstehe aber nicht, was dass mit meiner Kritik an den kaum nachvollziehbaren Entscheidungen der Greisen, der ISAF zu tun hat.

      Männer Match rein, Männer Match raus.
      Frauen Match rein, Frauen Match raus.
      Tornado mod bleibt, doch nicht…..
      Da ist doch überhaupt kein Konzept und keine Kontinuität.

      Dem Männermatchrace hätte man erstmal eine Chnace geben müssen,
      damit sich auch die visuellen Medien an das Format gewöhnen und es auch dem
      nicht so fachkundigen Segelfan rüberbringen können.
      Aber wenn die Disziplinen bereits nach einer Olympiade wieder weg sind
      kann mans auch gleich lassen.

  10. avatar bläck sagt:

    “Schluss mit dem Quatsch!”

    Olympia hat mich eigentlich noch nie sonderlich interessiert, nicht einmal die Segeldisziplinen. Natürlich bin ich mir bewusst, dass solche Entscheidungen auch einen Einfluss haben auf den Vereinssport. Ich denke aber nicht, dass dadurch der Star aussterben wird.

    Es gibt soviele spannende Segelevents. Freuen wir uns an denen.

    Warum denn immer über alles schimpfen ?

    🙂

  11. avatar Holger sagt:

    Moin Carsten
    schön kommentiert
    tja….. nachvollziehbar ist da immer wenig wie man sieht
    aber freuen dürfen sich jetzt sicher viele sportliche Seglerinnen die bereits
    vor 4 Jahren auf auf Skiff Damen gehofft hatten und es damals nur um eine
    einzige Stimme an MatchRace Damen gescheitert war und man eigentlich schon hätte
    4 Jahre weiter sein können
    Die 29er Klasse hat in GER fast 50 % Mädchenanteil – da kommt was nach
    und es wird sicher einiges an Quereinsteigerinnen geben für Skiff Damen auch aus eher
    konventionellen Klasse
    Ich pass dann mal auf das mir meine 505er Steuerfrau nicht abhanden kommt…….

  12. avatar Wilfried sagt:

    He Holger,

    wenn die Jungs es mitkriegen, dass es im 29er 50 % Mädels gibt wollen die alle dahin und vorbei ist es mit den 50 %. Aber zur Not könntet ihr ja (Vorbild Tornado) ja auch dem 505er nen Rüssel ankleben ne Leiter dranbasteln und als neue Skiffklasse olympisch werden.

    Hat nur einen Haken. Ihr segelt ja 505er weil er nicht olympisch ist. Oder??

  13. avatar Pete sagt:

    Schöner Bericht, mit leider einem von sailjuice übernommenem Schönheitsfehler:
    “Bei der folgenden Abstimmung im ISAF Council wurde dieses Ergebnis schließlich mit nur einer Stimme Vorsprung (19:18) verhindert.” das es nur 19:18 beim ersten wahlgang stand, stimmt zwar, aber da standen 7 Vorschläge (Submissions) zur Wahl, und die vom olympischen Ausschuss vorgeschlagene hatte gleich beim ersten Wahlgang die nötigen über 50%, die nächste war die merkwürdige “Skiff ‘raus” mit gerade mal 9 Stimmen, das relativiert die Aussage mit dem “mit nur einer stimme Vorsprung”. Der Wahlvorgang ist wie bei der Auswahl von olympischen Austragungsorten, die mit den wenigsten Stimmen fallen ‘raus bis es eine 50% Mehrheit für eine gibt, das das schon im ersten Wahlgang so ist, ist nicht sehr oft der Fall. Ob die Entscheidung gut ist, ist eine andere Sache, aber es wird immer irgendjemand quengeln, da geht es bei einigen Lobbyisten – allen voran den Herstellern von Einheitsklassen – um viel zu viel Geld, als das man gute Entscheidungen treffen könnte.

  14. Informativer, komprimiert geschriebener Artikel mit einem persönlichen Standpunkt. Danke!

    Hans

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