Match Race beim Fleet Race: Taktik-Ikone David Dellenbaugh nimmt Stellung

"Völlig Okay"

US-Segelikone David Dellenbaugh. © privat

Während der Diskussion über Legalität und Unfairness von Zweikampf-Taktiken im Fleetrace trat die Frage auf, wie die Akzeptanz im internationalen Wettkampf ist. Bewertet die deutsche Segelszene den Vorgang möglicherweise zu kritisch? Ist die Realität im internationalen Rennzirkus eine andere?

SegelReporter befragte dazu die US Segel-Ikone David Dellenbaugh Dellenbaugh, der unter anderem durch seine Taktik-Publikation Speed and Smarts als renommierter Match- und Fleetrace-Guru gilt. Bei SR wurde er schon per Interview vorgestellt.

Seine Meinung zum Vorfall in Perth:

“Ich glaube, dass aggressives Manövrieren völlig Okay ist, wenn es das Ziel verfolgt, ein schlechtes Rennen für den Gegner zu erreichen. Es wird nicht von den Regeln verboten und ist deshalb generell ein akzeptierter und oft erwarteter Teil bei hochklassigen Wettkämpfen.

Ich habe nicht genau mitbekommen, was bei den deutschen Ausscheidungen passiert ist, aber diese Taktik wurde ausgiebig bei uns diskutiert als Option bei der US-Qualifikation. Perth war für uns ebenfalls der letzt Teil.

Match Racing is eine ziemlich normale und effektive Taktik für Fleet Races. Ein tolles Beispiel war der klassische Kampf um Gold zwischen Ben Ainslie und Robert Scheidt beim letzten Rennen der Olympischen Spiele 2000 in Sydney.

Ich kann verstehen, das einigen Menschen diese Taktik nicht behaglich ist. Aber viele Segler in der Welt akzeptieren sie als Teil des Sports. Vielleicht wird diese Fähigkeit beim Zweikampf den deutschen Frauen dabei helfen, eine Medaille im 470er zu gewinnen.”

 

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Carsten Kemmling

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27 Kommentare zu „Match Race beim Fleet Race: Taktik-Ikone David Dellenbaugh nimmt Stellung“

  1. avatar hanseatic sagt:

    Haha – für die Überschrift bist Du jetzt erster Anwärter auf die goldene Heizerkelle der Deutschen Bahn, Carsten 😉 Der gute David sagt selbst, dass er die präzisen Abläufe zwischen den deutschen Mädels nicht kennt und äußert sich nur grundsätzlich – wobei er offen läßt, ob sich die Diskussion der ggf. auch im US Team anzuwendenden Taktik auf eine gesamte Serie oder ein letztes, entscheidendes Rennen um den Gesamtsieg bezog…. 🙂

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  2. avatar Topher sagt:

    Danke für diese neue Perspektivel. Mag sein, dass es EINE Ikone so sieht, jedoch haben bereits etliche – nicht nur deutsche – Spitzensegler gesagt, dass sich das Bauchgefühl von so vielen Beobachtern nicht komplett falsch sein kann. Mag auch sein, dass dies in einem Rennen in Ordnung ist; jedoch hat K. Kadelbach den Erfolg ihrer eigenen Landsleute über 5 Rennen drei Tage lang systematisch zerstört, statt sich darauf zu konzentrieren, selber erfolgreicher zu segeln. Sportliche Fairneß sollte im eigenen ‘Stall’ anfangen und wir haben ‘dank’ dieser Taktik mal wieder ein ganz schlechtes Bild als (Segler)Nation abgegeben und das ist letztendlich ein Image-Schaden, der durch nichts – auch durch keine Ikone – zu rechtfertigen ist.

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  3. avatar Topher sagt:

    (korr.) Danke für diese neue Perspektivel. Mag sein, dass es EINE Ikone so sieht, jedoch haben bereits etliche – nicht nur deutsche – Spitzensegler geäußert, dass das Bauchgefühl von so vielen Beobachtern (vor Ort und per Video) nicht komplett falsch sein kann. Mag auch sein, dass dies in einem Rennen in Ordnung gewesen wäre; jedoch hat K. Kadelbach den Erfolg ihrer eigenen Landsleute über fünf Rennen drei Tage lang systematisch zerstört, statt sich darauf zu konzentrieren, selber erfolgreicher zu segeln. Sportliche Fairneß sollte im eigenen ‘Stall’ anfangen und wir haben ‘dank’ dieser Taktik mal wieder ein ganz schlechtes Bild als (Segler)Nation abgegeben und das ist letztendlich ein Image-Schaden, der durch nichts – auch durch keine Ikone – zu rechtfertigen ist.

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  4. avatar Huber A. sagt:

    Netter Versuch, Carsten.

    Aber du kriegst das nimmer schön geschrieben.

    Beuge dich dem Empfinden der Mehrheit und versuch nicht krampfhaft ein X für U vorzugauckeln. Wobei sich ein Artikel, wo sich jemand mit der Sachlage nicht beschäftigt hat, ja gott sei dank ohnehin selber demontiert. Themen zur Diskussion zu bringen ist gut. Aber sie gezielt ständig zu beeinflußen ist daneben, dann wirds lächerlich und die journalistische Arbeit auch über kurz oder lang unglaubwürdig!

    Frohes Fest und nix für ungut! 🙂

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  5. avatar Uschi sagt:

    irgendwie habe ich den Eindruck, das geschehene von K/B zu rechtfertigen. Liegt aber irgendwie auch nahe, da ja Frau Kadelbach noch vor geraumer Zeit selber als Kolumnistin für segelreporter.com tätig war.

    Da ja bald Weihnachten ist, würde ich mir wünschen, baldmöglichst wieder vernünftige Artikel zu lesen, statt solche Rechtfertigungsversuche (der übrigens völlig mißlungen ist)!

    Fakt ist:
    Das Verhalten von K/B ist in den Regeln nicht verboten und es ist auch legitim den Gegner nach hinten zu segeln, aber doch nicht schon ab einem so frühen Zeitpunkt. K/B waren auf einem Zielwettkampf und haben es nicht geschafft ihre Leistung auf den Punkt abrufen zu können.

    Wie soll das denn in London 2012 laufen? Wieviele generische Teams wollen K/B da zurücksegeln, wenn sie wieder nicht zum Zielwettkampf ihre Leistung abrufen können?

    Das macht eben den Unterschied zwischen gewinnen und dabei sein aus!

    Aus meiner Sicht besteht für K/B keine wirkliche Medalienchance folglich sollte der DSV sich überlegen, ob er K/B beim DOSB für London 2012 vorschlägt!

    In diesem Sinne wünsche ich ein Frohes Fest und erholsame Tage

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    • avatar Carsten Kemmling sagt:

      Okay, ist legitim. Der Vorwurf der zu großen Nähe mag naheliegend sein. Schließlich hat Kathrin in der Gründungsphase bei SR mitgearbeitet und ich habe in Kiel als Dankeschön ein Material-Mobo von ihr gefahren. Aber das ist kein Geheimnis.
      Dennoch habe lange überlegt, ob mich das disqualifiziert, meine Meinung in der Sache mit dem Kommentar darzulegen. Aber der Anspruch bei SR ist nicht nur “berichten” sondern auch “erklären”. Und das beinhaltet auch Stellung zu beziehen. Das musste ich in meiner journalistischen Laufbahn bisher selten. Ich finde aber, dass es im Internet dazu gehört auch wenn es eher unbequem ist.
      Gott sei Dank muss der Leser ja auch nicht damit leben, sondern kann sich ebenfalls äußern. Das ist das Faszinierende am neuen Medium.
      Umso mehr hielt ich die Ansicht eines objektiven Betrachters für spannend, der darstellen kann, wie die beschriebene Situation im internationalen Vergleich gesehen wird. Schwer nachzuvollziehen, dass man glauben könnte, Herr Dellenbaugh redet uns nach dem Mund.

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      • avatar Christian sagt:

        der entscheidende Punkt ist doch: Dellenbough und Carsten Kemmling sind (auch) Matchracer und sehen daher den Vorgang anders als reine Fleetracer.

        Ganz abgesehen davon ist die hiesige Segelzene klein genug, dass sie durchzogen ist von persönlichen Bekanntschaften, Feindschaften, gemeinsamen Kampagnen usw. usf. usw. Carten hat im übrigen zu keinem Zeitpunkt verheimlicht, dass er Kadelbach kennt.

        Wenn wir einen Journalisten wollen, der aus eigener Erfahrung weiß, wovon er schreibt und daher kompetenter ist als der durchschnittliche Sesselpuper, dann muss ein gelegentlicher persönlicher Bias in Kauf genommen werden. Ich finde, das partielle persönliche Involviertsein macht sogar die Würze aus. Nicht ist öder, als die furchtbar ausgewogenen einerseits-anderseits-Texte, die allen nach dem Mund reden wollen.

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        • avatar Michael sagt:

          Ich persönlich denke ja, dass Carsten einen privaten Kredit von Frau Kadelbach zur Finanzierung seines Privathauses bekommen hat…. 😉

          Spaß beiseite. Carsten trifft es meiner Meinung nach exakt an der richtigen Stelle. Bisher sind hier eindeutige Fakten präsentiert worden, Carsten und Andreas zeigen immer deutlich ihre Quellen an, so dass es jedem selbst überlassen bleibt zu urteilen. Das Internet ist ein faszinierendes Medium mit einer unmenge an Möglichkeiten und Gefahren. Jeder kann plötzlich Informationen verbreiten, es gibt also nahezu kein Nachrichtenmonopol mehr, was für mich grundsätzlich sehr beruhigend ist. Sogar aus abgeschirmten Staaten wir Nordkorea kommen Informationen über diesen Weg. Aber eben deshalb sollte auch jeder ein Auge darauf haben aus welcher Ecke diese Informationen stammen.

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      • avatar Uschi sagt:

        Carsten du hast recht…das Medium Internet bietet die Möglichkeit zu kommentieren…

        Aber aus meiner Sicht passt deine Überschrift zum Artikel nicht zu dem was Herr Dellenbaugh sagt. Herr Dellenbaugh versucht eher keine Stellung zu diesem Vorfall zu nehmen, da wie er sagt die details nicht kennt. Diese Haltung ist verständlich, passt aber nicht zur Headline. Aufgrund dieser diskrpanz bin ich der Meinung, dass von Seiten des Autors dieses Artikels versucht wird, das Verhalten von K/B zu rechtfertigen.

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        • avatar Carsten Kemmling sagt:

          ah verstehe…
          die überschrift hat generell aber eine andere funktion als du meinst. sie soll aufmerksamkeit für den text schaffen. sie dient zum verkaufen. in diesem fall ist es sogar ein zitat aus dem text. die verkürzte form der überschrift kann nie exakt die aussage treffen und ist manchmal ein wenig mogelpackung.
          hier sollte aber klar sein, dass sich das nicht auf den konkreten fall bezieht. das steht aber auch nicht im header oder sonstwo. da hast du jetzt viel reininterpretiert, oder ich habe einen falschen eindruck erweckt…

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          • avatar Uschi sagt:

            Zitat : “Ich glaube, dass aggressives Manövrieren völlig Okay ist”

            ist das Verhalten von K/B einfach mit “agressives Manövrieren” zu beschreiben? Ich finde der Sachverhalt ist deutlich darüber hinaus, was man unter “agressives Manövrieren” versteht.

            Herr Dellenbaugh versucht so wenig Stellung zu den Ereignissen zu nehmen wie nur eben möglich. Was ich schade finde, dass von deiner Seite das Interview so dargestellt wird, dass das Verhalten von K/B gerechtfertigt ist.

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  6. avatar Silberbeil sagt:

    Auch ich finde den wiederholten Versuch lächerlich, die Kritiker des Dramas von Perth in die Amatuerecke zu verbannen. Erst recht wenn jemand als Experte herangezogen wird, der den konkreten Fall nach eigenem Bekunden gar nicht mitbekommen hat.

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  7. avatar Haka sagt:

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  8. avatar Markus wieser sagt:

    Ich muss sagen die Uschi hat recht

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  9. avatar Christian sagt:

    @Topher, was soll denn dieses Gerede von “wir” als Segelnation? Wenn sich zwei Teams auf dem Wasser streiten, beschädigt das dein Ansehen? Fällt es auf Großbritannien als Segelnation zurück, wenn Ben Ainslie sich in Perth daneben benimmt? In meinen Augen nicht.

    Ds Nationalgedöns geht mir ziemlich auf den Senkel. Als ob Kadelbach/ Belchers Taktik gegenüber einem nichtdeutschen Team anders zu beurteilen gewesen wäre.

    Heute sind Leistungssportler in erster Linie ihrem eigenen persönlichen Erfolg verpflichtet, sonst gar nichts (das spiegelt insegdsamt die Tendenzen der Gesellschaft wider und muss einem nicht unbedingt gefallen. Ist aber so).

    Und das Etikett STG-“Nationalmannschaft” ist doch ein reiner Marketing-Gag zugunsten des Sponsors Audi

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    • avatar Stefan sagt:

      Ging es denn nicht um das Lösen des “Nationentickets”? Und um die nationale Olympiaausscheidung? Für meinen Geschmack kommt “Nation” in diesem Kontext zu häufig vor, um es ausschließlich auf den individuellen Sportler herunterzubrechen.

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  10. avatar Segelfan sagt:

    Ah interessant – jetzt kommen wir zum vermutlich entscheidenden Punkt.

    Während im anglo-amarikanischen Raum Segeln inkl Matchrace und Teamrace bereits in Schulen/Hochschulen als Schulsport betrieben wird, segeln die weitaus meisten jungen Leute in Deutschland auf Clubebene. Segelclubs werden von dominiert von Leuten, die meistens nur in der Freizeit herumschippern wollen. Sie lassen zu, daß Kinder und Jugendliche im Fleetrace ausgebildet werden, nicht aber in den mehr taktischen Varianten Teamrace und Matchrace. Hier wird gekonnt blockiert!
    Nicht so im anglo-amerikanischen Raum.
    Und wo finden wir nun die besseren Segler? Na klar – bei uns! Jedenfalls haben wir die Segler mit festen Moralvorstellungen und genauer Definition von Fairness.
    Das Ergebnis werden wir dann wieder im Sommer am Medaillenspiegel von Weymouth ablesen können.
    Weiter so….

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  11. avatar Hermann sagt:

    Gratulation an Kathrin und Frederike!
    Zum einen haben sie sich fair verhalten zum anderen würde es niemanden helfen, wenn man in fünf Jahren hören würde: “Schau da ist die Kadelbach. Die ist ja so “nett”. Die hat doch damals der Lutz den Vortritt gelassen!”
    Wenn man das konsequent weiterdenkt müssten wir alle einander den Vortritt lassen und jedes Rennen wäre schon vor der Startlinie vorbei!
    @ Tina: Blöd gelaufen! Wie ich sie einschätze wird sie aber gestärkt aus der Geschichte gehen, vor allem mit besseren Match-Race-Fähigkeiten….

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  12. avatar seabonk sagt:

    Wenn dies der Versuch war, die Reputation von Frau Kadelbach wiederherzustellen, ist der wohl schon im Ansatz gescheitert. Jemand heranzuziehen, der die Vorgänge gar nicht kennt und selbst als gelungenes Beispiel für den Einsatz von Match-Race Taktik den Kampf um eine Gold-Medaille anführt, kann das Verhalten von Kadelbach gar nicht rechtfertigen – und dann den Artikel mit „Alles Okay“ zu betiteln ist schon echt extrem gewagt.

    SR muß sich überlegen, ob es sich dem eigenen Leitgedanken (https://segelreporter.com/leitgedanke-von-segelreporter-com/) verpflichtet sieht, oder weiterhin – zumindest in Teilen – als PR-Organ vom Team Kadelbach. Was die BILD.de bei Guttenberg nicht schaffte, wird SR auch bei Kadelbach nicht hinbekommen.

    Die Community hier hat zumindest mehrheitlich klar gemacht, daß sie das Verhalten nicht billigt.

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  13. avatar Christian sagt:

    @ seabonk:

    1) Die Mehrheitsverhältnisse sind nicht so eindeutig, wie du das gerne hättest.

    2) sieht PR-Journalismus wahrlich anders aus als das, was Carsten hier betreibt. Er hat immer mehrere Seiten zu Wort kommen lassen. (außer im Dellenbough- Stück und dem Beitrag mit dem Video-Interview von Susanne Beucke. Also selbst da herrscht quantitative Ausgewogenheit.)

    3) bin ich sehr erleichtert darüber, dass nicht irgendeine großteils anonyme Internet-Community den Casus zu entscheiden hat, sondern eine Jury und ein Verband. Genauso wie ich gottfroh darüber bin, dass es keine Volksabstimmung beispielsweise über die Einführung der Todesstrafe gibt.

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  14. avatar Topher sagt:

    @ Christian: Das ist auch a) die Meinung einiger namhafter Persönlichkeiten (darunter Weltmeister und Olympiateilnehmer) im Segelsport, stand b) bereits in einigen Artikeln in den größten dt. Tageszeitungen und ist meine Meinung nach 28 Jahren in den Medien und als aktiver Regattasegler. Punkt.

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  15. avatar Alex sagt:

    Nehmen wir nur den Vorfall und lassen die Namen weg:
    Es wurde ein Wettkampf ausgetragen der einem Regelwerk unterliegt. Die Teilnehmer haben mit der Meldung zu diesem Wettkampf dieses Regelwerk als Basis für diesen Wettkampf anerkannt.

    Jeder hat die Pflicht und auch das Recht, sich nach diesen Regeln zu verhalten.

    Die eine Partei hat offensichtlich die Regeln sehr gut gekannt und konnte ihre Regelkenntnisse auch im Wettkampf umsetzen. Die andere Partei hatte das Recht, sich mit denselben Regeln verteidigen.

    Wieso sind die einen Schlechtmenschen wenn sie ihr Können regelkonform einsetzen?
    Wieso sind die anderen Gutmenschen, wenn sie sich nicht regelkonform verteidigen können?
    Wieso spricht man es immer wieder Menschen ab nach Regeln zu handeln, nur weil man sie nicht sympathisch findet?

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  16. avatar Kaleu sagt:

    Also ich fasse mal ganz schlicht und schwarz weiß zusammen:
    1.) Match Race Taktik bei Fleet Races ist international ein legales Mittel, zu gewinnen.
    2.) Also muß jeder, der dort mitsegelt wissen, wie es geht: als Angreifer, als Verteidiger. Sonst segelt er nicht mehr in der Spitze. Ganz einfach.
    3.) Ob es sportlich fair ist, daß auch dann zu tun, wenn es dabei die Sportsfreunde aus dem eigenen Land “trifft”, um selbst bei der Olympiade teilzunehmen hängt davon ab, aus welchem Blickwinkel die Bewertung erfolgt:
    Segeln als Sport mit Gentleman Verhalten oder Segeln (auf diesem Niveau) als hartes Business.

    Wenn aber dann als Konsequenz D bei Olympia gar nicht vertreten wäre, ist das ganz nüchtern: fehlender IQ.

    Grüße
    Rainer

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  17. avatar Huber A. sagt:

    @alex

    Weils immer wieder unangebrachte Regeln gibt, die irgendwer ausgetüftelt hat, aber in keiner Weise den Nerv der Mehrheit treffen und bei denen man dann als Athlet, Ratgeber, Trainer, etc. die Möglichkeit hat, Werte wie Sportlichkeit als entscheidendes Moment in den Vordergrund zu stellen oder den eigentlichen Wettkampf durch so eine Regel zu entfremden und seinen Vorteil und Nutzen daraus zu ziehen und so das Ergebnis zu verfälschen, obwohl man beim eigentlichen sportlichen Duell unterlegen gewesen wäre.

    Als Athlet braucht man heute auch kein Sportlichkeitsempfinden mehr. Man wird schön aus der Schußlinie genommen und endet als armes Opfer der bösen Regeln.

    und ab in Weihnachtsurlaub, sonst krieg ich hier noch die krise…….

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  18. avatar Alex sagt:

    @ Huber A.
    Die Regeln wurden nicht von den aktiven Sportlern gemacht. Sie unterliegen aber diesen und das freiwillig. Wenn sie dagegen verstoßen, werden sie bestraft.
    Wieso wollen wir jetzt jemanden Bestrafen der nicht gegen diese Regeln verstoßen hat, wir aber gemerkt haben, diese Regeln sind nicht optimal. Ist es nicht vernünftiger diesen Anlass und nicht die Personen zu nehmen, um eine Regeländerung zu bewirken?

    PS: ich halte mich in diesem Fall für unparteiisch. Es ärgert mich nur wenn man jemanden abstraft, der geltende Regeln für sich in Anspruch genommen hat weil man ihn nicht mag.

    Lass Dir aber bitte Deinen Weihnachtsurlaub nicht vermiesen.

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  19. avatar stephan sagt:

    Manchmal ist es etwas kurz gesprungen zu argumentieren etwas ist nach den Regeln zulaessig also ist es in Ordnung. Regeln werden ueblicherweise vor einem bestimmten Hintergrund und mit einer entsprechenden Absicht gemacht. Die Regeln beim Segeln sind sicherlich nicht mit dem Gedanken an einen deutschen Qualifikationsmodus fuer Olympia entstanden sondern vermutlich eher um das Zusammenspiel in einer Serie zu regeln. Folglich muss etwas was regelkonform ist noch lange nicht im Sinn der Regeln sein.

    Da die Schiedsgerichtsentsscheidungen entsprechend waren, gehe ich erst mal davon aus, dass regelkonform gesegelt wurde. Im Sinn der Regeln kann es nicht gewesen sein da ein solcher Sinn bei der Regelentwicklung nicht vorgesehen war. Bleiben nur noch die weichen Faktoren wie Fairness, Sportlichkeit oder Professionalitaet. Da hat eben jeder seine eigenen Vorstellungen.
    Vor einem habe ich jedenfalls deutlich Respekt: Das L/B den letzten Lauf zu Ende gesegelt sind. Ob ich in vergleichbarer Situation so sportlich fair und professionel gehandelt haette wage ich zu bezweifeln.

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    • avatar Alex sagt:

      Wenn eine Regel anders gemeint ist als geschrieben kann ich nicht ersatzweise den an den Pranger stellen, der dieser Regel unterliegt und sich regelkonform verhält. Ich muss den kritisieren der die Regeln geschrieben hat. Denn offensichtlich hat dieser versagt.

      Und Regelkunde gehört ebenso zur Regattavorbereitung wie die Kenntnis über Stärken und Schwächen der Gegner. Sie hört nicht bei Revierkunde und Materialcheck auf.

      Hier haben offensichtlich die Einen etwas mehr geübt als die Anderen.
      Sollten wir daher nicht lieber auf die Trainer einhacken, die ihre Wettkämpfer nicht richtig eingestellt haben?

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