Olympia 2012 Weymouth: Grotelüschen enttäuscht, 49er mit Pannen, Star 7.

Verhaltener Start

Hannes Baumann bei der konzentrierten Vorbereitung vor dem ersten Renntag im 49er

Diesen Auftakt hatte sich Segel-Deutschland anders vorgestellt. Nach dem zweiten Olympiaregattatag in England ist Good Old Germany zunächst nur Mittelmaß. Stanjek/Kleen als Siebte bestes Team. Grotelüschen als 13. enttäuscht. Goltz nach gelber Flagge 24. und Schadewaldt/Baumann nach Frühstart auf Rang elf.

Am Ende Brüder und Schwestern seid stark, und erster Gewinn ist Katzengewinn. Nach dem mittelmäßigen Olympia-Auftakt in drei weiteren Bootsklassen müssen für das deutsche Segelteam in Weymouth schon die ersten Sprichwörter und Weisheiten bemüht werden, um dem verhaltenen Abschneiden Positives abzugewinnen. Das Wort Medaille wird derzeit ausgespart. Niemandem gelang auch nur die Schlagdistanz zum Podium. Dabei hatten es die 49er am Montag wirklich auf der Pfanne.

Tobias Schadewaldt mit Tunnelblick vor seinem ersten Olympia-Einsatz.

Selbstbewusst bereiteten Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann am Morgen ihre Gleitjollen für den absoluten Höhepunkt ihrer sportlichen Laufbahn vor, waren ausgesprochen gelöst und versprühten Optimismus pur. Nach Peilung der Lage sollte es ein Nullstart am Pin End werden, doch das hatten auch die US-Amerikaner Erik Storck und Trevor Moore vor.

Schon im Vorstartduell kamen beide der Linie bedrohlich nahe. „Wir meinten, es habe gerade noch gereicht“, erklärten die Kieler, warum sie erst 100 Meter später abbogen und zur Startlinie zurückkehrten. Schadewaldt: „Die Einzelrückruf-Flagge ging nicht runter, obwohl schon so viele umgedreht waren. Da konnte die Wettfahrtleitung nur noch uns meinen.“

Große Baustelle am Lee-Gate

Segeln vor "Tribünen". Diesmal segeln die 49er im "Stadion" vor zahlenden Zuschauern. © onEdition

Statt hui, Traumstart und Platz eins plötzlich pfui, abgeschlagen und Platz 17. „Superärgerlich und sehr teure Zentimeter“, kommentierte der Steuermann den ersten Frühstart der Crew seit anderthalb Jahren. Warum der nun gerade bei Olympia sein musste, vermochte das Duo auch nur mit innerlicher Aufregung zu erklären.

Als sie dann im zweiten Rennen wieder führten und am Leegate immerhin noch Dritte waren, stockte den zahlreichen Zuschauern im ARD-Livestream wieder der Atem. Der schwarz-rot-goldene Gennaker kam nur halb ins Boot, das aus dem Feld trieb und vier andere durchwinken musste.

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18 Kommentare zu „Olympia 2012 Weymouth: Grotelüschen enttäuscht, 49er mit Pannen, Star 7.“

  1. avatar Laserrecke sagt:

    Hier ist das Glas mal wieder halb leer und nicht halb voll… Wahnsinn wie man die Leistung mancher Athleten schlecht reden kann. Danke dafür Herr Kling- wie steht es nochmal um den “Goldie” Ben Ainslie?!

    Von Schadewaldt/Baumann kann man noch einiges erwarten, vor allem die bestimmt noch einiges in der Trickkiste!

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 10 Daumen runter 7

    • avatar Uwe sagt:

      Laserrecke schrieb: Von Schadewaldt/Baumann kann man noch einiges erwarten,

      Stimmt. Heute sind sie leider gekentert

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      • avatar Uwe sagt:

        Sailing Team Germany meldet:
        ‎”(JK) Kein guter Tag für unsere 49er. Auch im letzten Rennen waren Tobi und Hannes abgeschlagen.”

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        • avatar Uwe sagt:

          Bei Simon läuft es auch noch nicht:
          Simon Grotelueschen 14 12 19

          In WF 3 von 6 auf 19 abgerutscht: mehr als 2 1/2 min Rückstand

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  2. avatar Schlaufuxx sagt:

    Der Start war bei allen von extremer Nervosität geprägt.
    Gestern hatten Rober und Frida zwei schlechte Starts und trotzdem
    die Möglichkeit und Fähigkeit erster am Luvfass zu sein.
    Natürlich sind das für die ersten Rennen zuviele Punkte,
    aber wenn man sich die Tonnenprotokolle auf Londond2012.com/sailing anschaut
    sieht man dass das Revier einfach extrem ist.

    Ich frage mich nur langsam inwieweit evtl das tägliche Simulations-Briefing
    eventuell die Intuition unser Helden beeinflusst.
    Gestern Rennen 1 im Star war die rechte Seite auf der Startkreuz der Bringer,
    zweite Kreuz sind St/Kl wieder rechts gefahren, dann doch wieder Deckung, dann
    war sichtbar das links was geht… und sie waren ein bisschen zwischen Baum und Borke.
    Eigentlich alles richtig gemacht, aber nichts wirklich konsequent.
    Der simulierte Vorteil der rechten Seite war ja klar da, aber in der Mitte haben sie weder den Linksdreher noch den Vorteil rechts mitnehmen können, wobei bei dem Vorsprung ja eh Decken angesagt war, was sie ja auch gemacht haben….
    Ich hab fast das Gefühl, als ob sie ohne das “Fakten-Briefing” eventuell etwas freier gewesen wären,
    auf ihr Auge und ihr Gefühl zu vertrauen.
    Ich bin mit Frieda gesegelt, was der aufm Wasser sieht und kommunizieren kann ist unglaublich.

    Ich will natürlich nicht den technischen Ansatz der Simulation in Frage stellen.
    Ich bin froh dass sich die Metreologen und SAP und viele andere so in die Kurve hauen,
    aber Strömungssimulation gegen Windvorhersage zu berechnen ist nunmal komplex und vermutlich
    eher Beta-Stadium.

    Egal,
    haut einfach weiter rein, vertraut auf Euer Können !
    Jeder hat jetzt schon bewiesen, dass er es drauf hat !
    Ich drück die Daumen und freu mich !

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 16 Daumen runter 1

  3. avatar Andreas sagt:

    Was heißt hier schlecht reden? Schönreden gefällig? Gäbe es ein paar Beispiele zum Nachlesen… Mittelmaß bleibt Mittelmaß. Oder segeln wir immer noch auf die “Endkampfteilnahme”? Ist Slingby bei gleichen Bedingungen 2 und 1 gesegelt?! Können kommt von Kunst. Gibt leider nur drei Medaillen pro Disziplin, aber um die drei geht es nun mal.

    Heut gilt’s! Alles drin, aber unsere Besten müssen irgendwann schlicht performen!!!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 3

    • avatar Heini sagt:

      Schließe mich Andreas an.

      Zitat: “Nach dem zweiten Olympiaregattatag in England ist Good Old Germany zunächst nur Mittelmaß”

      Zunächst? Waren wir denn je viel mehr als Mittelmaß? Wunschdenken ist eins, die Realität was anderes. Deutsche sind beim Segeln genauso Goldmedaillenkandidaten wie beim 100 m Lauf.

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  4. avatar Daniel sagt:

    Sehe ich das richtig, dass heute weder ARD noch ZDF einen Stream für die Segelveranstaltungen anbieten?

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    • avatar tobias sagt:

      Kann man irgendwo heute segeln schauen? Hat einer einen Link – Eurosport? Bbc? etc?

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  5. avatar Jan sagt:

    Ja, siehe Kommentar von rodeo :

    hm, ich hatte das schonmal hier irgendwo per kommentar gepostet, ist aber vermutlich untergegangen..

    alle tv-sender übertragen lediglich dasselbe signal der european broadcasting union (ebu).

    hier gehts zum livestream-portal der ebu, wo man die unkommentierten streams direkt anschauen kann (und auch die full replays vorhanden sind):

    unkommentierte livestreams (inclusive segeln):
    http://www.eurovisionsports.tv/london2012/index.html

    die programmzeitschrift dazu:
    http://www.eurovisionsports.tv/london2012/epg/index.html

    täglich von 13-19h, in der regel auf kanal 11 oder 12, selten auch auf 6.

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  6. avatar Daniel sagt:

    @Jan: vielen Dank für den Hinweis!

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  7. avatar Andreas sagt:

    Heute wird das Laser Radial-Rennen übertragen, das sparen ARD/ZDF aus, hieß es gestern aus London.

    Wer mag, kann auch BBC im Netz schauen, sehr abwechslungsreich und gute Kommentare!

    http://www.bbc.co.uk/sport/olympics/2012/live-video/p00w2tp7

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  8. avatar Andreas sagt:

    Das ist ein Problem mit den Übertragungsrechten. Wir hier in Weymouth können dagegen den Livestream von ARD und ZDF nicht schauen – selbe Ansage.

    Sorry! :o(((

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  9. Waren die deutschen Olypmpiasegler jemals mehr als Mittelmaß? Ja, habt ihr sie noch alle? Zugegebenen, 1976 waren die heutigen Aktiven noch nicht mal geboren, als in Kingston auf dem Ontario-See (das gemeinsame) Deutschland 3 x Gold und 2 x Bronze geholt hat: Diesch/Diesch im FD, Hübner/Bode im 470er, Schümann im Finn, Spengler/Schmall im Tornado und Below/Engelhardt/Zachries im Soling. Und Uwe Mares hat im Tempest eine Medaille nur knapp verpasst.
    Die englischen Soling-Segler haben aus Frust ihr Boot auf dem Rückweg vom zum Hafen angesteckt und verbrannt, was übrigens nicht so gut ankam.
    Das war so schön, das kommt nicht wieder. Da machte es noch Spaß Journalist zu sein.
    Die Väter des Erfolgs leben übrigens noch, Otto Schlenzka und Ulli Libor sollte man erwähnen.

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    • avatar stefan sagt:

      …naja, wenn sie heute wenigstens “Mittelmaß” wären …. aber aktuell segeln die doch in der Mehrheit hinterher. Zwei letzte Plätze bei den 49ern gestern sind da bezeichnend.

      …wenn ich gerade sehe, wie eine deutsche Laser-Seglerin zusammen mit der Chinesin am Pinend startet. Die Chinesin wird am Ende 3. die Deutsche 24. ….und der Verlauf an den Bahnmarken zeigt es noch deutlicher:

      China: 3-4-4-3-3-3-3-3-3-3
      Deutschland: 10-14-14-16-19-20-23-24-25-24

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    • avatar Heini sagt:

      Ja, toll.
      Ich korrigiere: Vor 36 Jahren waren wir super, heute sind wir nur Mittelmaß.

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