Olympia World Cup Weymouth: Bronze für Buhl, Deutschland 12. Nation

Revanche geglückt

Das Sailing Team Germany ist bei der Olympia Generalprobe Skandia Sail for Gold in Weymouth auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Nach starkem Beginn und einem zwischenzeitlich vierten Platz in der Nationenwertung reicht die Teamleistung nur zum 12. Platz in der Medaillen-Abrechnung.

Philipp Buhli (GER, Bronze), Tom Slingsby (AUS, Gold) , Tom Burton (AUS, Silber) © Marina Könitzer

Dabei gehört der Gewinner der einzigen Bronzemedaille Philipp Buhl nicht zum Olympiateam. Aber dem Bayern ist damit die Revanche für die Niederlage bei der Olympiaqualifikation geglückt. Ein toller Erfolg auch wenn er Silber nach Rang sieben im Medalrace punktgleich verpasste. In der ganzen Woche hielt sich Buhl in den Top drei der 95 besten Lasersegler der Welt und zeigte, dass auch er Deutschland ehrenvoll bei den Spielen vertreten hätte.

Doch Simon Grotelüschen enttäuschte keineswegs. Rang sechs in der stark verkürzten Serie mit nur zwei Finalrennen war nur sieben Punkte von Bronze entfernt. Bei Olympia wären Buhl und der zweite Australier hinter Slingsby auf Rang zwei Tom Burton nicht am Start und Grotelüschen somit nur drei Punkte von einer Medaille entfernt.

Champagner Dusche vom Weltmeister für Buhl © Marina Könitzer

Ähnlich positiv verlief diese Starkwindregatta nur für den Surfer Toni Wilhelm. Er zeigte mit zwei Rennsiegen, dass er durchaus zur absoluten Spitze aufgeschlossen hat. Auch im Medalrace wäre mehr drin gewesen. Wilhelm lag zeitweilig an der Spitze, wurde aber auf Platz sieben zurückgereicht, den er auch in der Endabrechnung belegt.

Kollegin Moana Delle ersurfte erneut als neunte einen soliden Top Ten Platz, aber die Medaillen liegen noch außer Reichweite. 37 Punkte beträgt der Rückstand zu Rang drei.

Da sind die 15 Punkte Abstand von Kathrin Kadelbach und Frederike Belcher bei den 470er Frauen schon näher dran, auch wenn sie ebenfalls auf Platz neun landeten. Sie scheinen ihre Starkwindschwäche von der Perth WM behoben zu haben und ein Tagessieg macht Hoffnung auf mehr.

Grotelüschen vor Buhl auf dem Vorwindkurs. In der Gesamtwertung war es umgekehrt. © Marina Könitzer

Robert Stanjek und Frithjof Kleen beendeten im Starboot eine unauffällige Serie auf einem soliden achten Rang im Mini-Feld, das überraschend von den Iren Peter O’Leary/David Burrows gewonnen wurde. Sie müssen sich noch steigern, wenn sie annähernd in die Nähe der Top drei kommen wollen, wie sie es bei der Perth-WM mit dem Vize-Titel gezeigt hatten. Ihre Serie weist keinen echten Talent-Platz auf.

Enttäuschend verlief der Weymouth World Cup für die 49er Olympioniken Schadewaldt/Baumann, die punktgleich hinter Heil/Ploessel auf Platz 18 landeten. So erging es auch Gerz/Follman im 470er, die ebenfalls punktgleich mit Wagner/Baldewein 19. wurden. Auch Franziska Goltz konnte sich als 22. im Laser Radial noch nicht steigern. Ebenso wie Matthias Miller im Finn als 23.

Bei den paralympischen Klassen kam Heiko Kröger im 2.4 zuletzt immer besser in Fahrt und schloss die kurze Serie, die wegen des Sturms früher abgebrochen wurde, mit den Plätzen 1/2 und Gesamtrang 5 ab. Ex Paralympics Sieger Jens Kroker zeigte im Sonar mit Rober Prem und Siegmund Mainka eine stark aufsteigende Tendenz ist als neunter von 13 Booten aber längst noch nicht auf einer Medaillenspur.

In der Gesamtwertung zeigten die Briten mit acht Medaillen in den olympischen Klassen ihre Übermacht. Aber im Medaillenspiegel wurden sie von den Australiern geschlagen. Die Aussies holten unglaubliche vier Goldmedaillen und liegen damit im Medaillenspiegel an der Spitze.

Der überragendste Sieg gelang im Finn Dinghy Giles Scott mit 39 Punkten Vorsprung vor Superstar Ben Ainslie. Auch im Medalrace wurde Ainslie von Anfang an von Scott kontrolliert, lag auf dem letzten Platz und kenterte dann auch noch. Scott segelte dagegen noch zum Sieg im Medalrace. Ainslie rettete noch Silber, weil der Holländer Pieter Jan Postma auf der Ziellinie einen Platz verlor und um 0,7 Punkte den Triumpf über Ainslie verpasste

Bei den 470er Männern setzten die Australier Belcher/Page ihre Siegesserie mit dem sechsten Sieg in Folge fort. Seit Mai 2011 segelten sie in 14 Regatten nie schlechter als Platz zwei und siegten elfmal.

Die Landsleute Nathan Outteridge/Ian Jensen im 49er und Tom Slingsby im Laser sind ähnlich dominant und zurzeit offenbar nicht zu schlagen. Die Goldmedaille der Landsfrauen um Steuerfrau Olivia Price im Match Race kam dagegen überraschend. Favoritin Anna Tunnicliffe (USA) wurde dritte.

Zu den teilweise extremen Windverhältnisse im olympischen Revier sagt  Joachim Hellmich, Direktor der STG Academy: „Das Olympiarevier in Weymouth hat wieder eine bemerkenswerte Maske aufgesetzt. Hier wird Wetter zum Erlebnis. Es ist und wird elementar wichtig, dass man das Szenario und die Gewalt nicht nur erträgt. Man muss sie lieben lernen, wenn man hier gewinnen will.“

Ergebnisse

Video vom 5. Tag:
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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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