RSX-Olympia-Surf-WM Cadiz: Toni Wilhelm 8, Moana Delle 12. bei Sturm-WM

"Fast ein Kopf kürzer..."


Video vom Speed-Contest in Cadiz

Toni Wilhelm und Moana Delle haben die deutschen Farben bei der Surf WM im spanischen Cadiz ordentlich vertreten. Die DSV-Olympiahoffnungen belegten bei extremen Starkwind-Bedingungen die Plätze 8 und 12.

Toni Wilhelm in seinem Element. © RSX Class

Besonders für Toni Wilhelm war sogar noch mehr drin.  Nach einem guten ersten Tag  mit den Laufrängen 2,3,5 lag er zwischenzeitlich auf dem dritten Gesamtrang, nach der Qualifikation war er sechster von 120 Teilnehmern. Dann erlebte er aber einen verkorksten Tag.

Nach einem Problem mit der Finne und der späten Erlaubnis der Jury zum Tauschen kam Wilhelm eine Minute zu spät zum fünften Lauf.  “Eigentlich ein hoffnungsloses Unterfangen und ein verlorener Lauf”, schreibt er. “Doch mit unglaublich viel Adrenalin im Blut, habe ich es dennoch geschafft wie eine Dampflock durchs Feld zu pflügen und bis auf den 7. Platz vorzufahren. Einfach unglaublich!!!”

Moana Delle bei einer Starkwindhalse vor Cadiz. © RSX Class

Heftiger wurde es im 7. Lauf. “Der Wahnsinn ging weiter. Nach einem perfekten Start und in einer perfekten Position liegend, um ein Topresultat einzufahren, hebelte mich eine Böe von über 30 kn aus. Beim Aufprall des Sturzes trennte sich mein Segel vom Brett und flog davon. Und zwar auf einen Franzosen in Lee. Ihn machte das Segel fast einen Kopf kürzer und er hatte nach dieser Flugeinlage schließlich noch ein großes Loch im Segel.

Bis ich wieder zu meinem Segel gepaddelt war, es mit dem Brett zusammen gesteckt hatte und losfahren konnte, waren alle anderen schon in der Nähe der Luvtonne. Wow…eigentlich wollte ich dieses Rennen abbrechen, entschied mich aber dennoch, nicht aufzugeben. Letztendlich kam ein 29. Rang dabei heraus. Bei 23-30 kn war es heute für mich ein Tag voller Höhen und Tiefen und wohl einer der verrücktesten und stressigsten Regattatage die ich je erlebt habe!!!”

Die schnellsten Surferinnen (v.l.) Zofia Klepacka (2.), Lee Korzits (1.), Alessandra Sensini (3.) © RSX Class

Wilhelm fiel auf den achten Platz zurück, holte noch einige Punkte auf, aber dann wurden die letzten Rennen wegen zu starken Windes abgebrochen. “Das war ein guter Start in die Saison. Wenn ich noch etwas cleverer fahre, bin ich dran an den Medaillenrängen.”

Das kann Moana Delle nach Platz zwölf noch nicht behaupten. Für das Leichtgewicht war der starke Wind problematisch. Allerdings lag auch die 23-Jährige vom Segelklub Bayer Uerdingen nach dem ersten Tag in der Reichweite einer Medaille. Aber nach zwei schlechten Läufen in den letzten Rennen rutschte sie aus den Top Ten unter den 80 Teilnehmerinnen. Dennoch sieht Delle die Früchte ihrer intensiven Trainigsarbeit im Winter. Bei Starkwind sei sie definitiv besser geworden.

So manch einer hat sein Päckchen zu tragen. Wasserballast für den erhofften Speedrekord. Zur schnellsten Zeit reichte es nicht. © RSX Class

Die Titel gingen an den Franzosen Julien Bontemps und und die Israelin Lee Korzits. Die 1000 Euro Preisgeld für das Speed-Rennen im Hafen von Cadiz holte sich der Holländer  Dorian van Rijsselberge.

18 Männer und 6 Frauen waren an den Start gegangen, als die WM-Rennen wegen zu starken Windes abgesagt worden waren. Die stärkste Böe wurde mit 50 Knoten gemessen.  Van Rijsselberge erreichte mit RSX Standard-Material 31.86 Knoten, die beste Frau Hanna Zembrzuska war mit dem kleineren RSX Segel 25.92 Knoten schnell.

Eventseite

Ergebnisse Männer
Ergebnisse Frauen

Abschluss-Video der WM:
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Carsten Kemmling

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9 Kommentare zu „RSX-Olympia-Surf-WM Cadiz: Toni Wilhelm 8, Moana Delle 12. bei Sturm-WM“

  1. avatar 123 sagt:

    Ist extra Gewicht am Körper bei den erlaubt??
    Beim Segeln ist das ja verboten…

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    • avatar Carsten Kemmling sagt:

      der hat sich nur für den 1000 Euro speed-run die wasserflaschen draufgepackt. bei den wm rennen ist zusatzgewicht verboten

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    • avatar Uwe (Finn) sagt:

      6 kg dürfen bei den RSX am Körper getragen werden.
      Bei den Seglern sind es 8 oder 10kg (Finn)

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      • avatar Christian sagt:

        Uwe, du meinst aber nur Kleidung, keine Gewichte.

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        • avatar Uwe (Finn) sagt:

          Die Gewichte kann man ja in Form schwereren Materials einarbeiten.

          Ich bin mir allerdings nicht darüber im klaren, ob die Klamotten im trockenen oder nassem Zustand gewogen werden.

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          • avatar Rolf Albert sagt:

            im nassen zustand. was es auch relativ kompliziert macht, da an die grenzen zu gehen… man weiß nie, trotz ggf. definierter “abtropfzeit”, was da genau rauskommt. gibt einige beispiele über dsq`s aus eben diesem grund. ich selber bin mal haarscharf (nach einspruch u. nochmaligem wiegen) am rauswurf vorbeigeschrammt. hatte mich an die idee aus alten ddr-zeiten erinnert, einen selbst von der oma gestrickten pullover als sogenannten “scheuerhader” überzuziehen. die jury fand das nicht witzig….

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          • avatar Carsten Kemmling sagt:

            hehe, sweet memories…ich bin 1988 im FD noch mit 12 kilo wasserschläuchen im trapez angefangen. waren toll die wenden unter der gardasee-wand. dann nach einer regeländerung waren nur noch 8 kilo wasser außerhalb des neoprens erlaubt. der rest der klamotten durfte nass mit definierter abtropfzeit glaube ich 6 kilo wiegen. also fand ich mich ganz innovativ, schwimmweste und trapezhose unter dem übergroßen neo mit eingeschnittenen löchern zu tragen. ganz schön beknackt im nachhinein. aber die 8 kilo prall gefüllten wassermöpse saßen dann eben oben auf den schultern am langen hebel. fühlte sich schnell an und war es auch. die regel wurde nach 92 dann auch schnell verboten.

            Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

  2. avatar Pete sagt:

    Als kleiner Hinweis für nicht-surfer: Alessandra Sensini ist mittlerweile über 40, sie war 1992 das erste mal bei olympischen Spielen dabei (ich glaube das waren auch die ersten Olympischen Spiele für Roland Gäbler) und mittlerweile hat sie 1xGold 1xsilber 2xbronze gewonnen, die ganzen WM Titel lassen wir mal weg.
    Ich finde es immer wieder klasse wenn Alessandra oder Jessica Crisp (AUS, Jahrgang 1969, 2011 Kieler Woche Siegerin) den jüngeren mal zeigen wo es lang geht 😉

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 0

    • avatar Rolf Albert sagt:

      @ Carsten : Waren das nicht erst acht, dann vier u. u.ab 1994 keine Wasser-Kilos mehr ? Aber egal…zum Glück war ich schon damals Steuermann, grins. Wir haben übrigens unsere Wasserweste noch 1994 verkaufen können, die wollte unbedingt einer haben…der war wohl schlecht informiert, grins. Heutzutage fährt auf dem Parcours noch ein Vorschoter rum, James Cook aus AUS, der hat das Ding in die Schultern quasi eingebaut…der ist oben rum so breit, sieht exakt so aus wie ihr damals. 🙂

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