O’Pen BIC: Das etwas andere Wettrennen – Hindernis-Parcours und Freestyle

Un-Regatta

Bei der Extreme Sailing Series in San Diego sorgten die O’Pen BIC Youngster für das Vorprogramm. Ihr spezielles Format ist für viele Beobachter – besonders Russell Coutts – eine neuer spannender Weg, um Kindern das Segeln schmackhaft zu machen.

Ist die O’Pen BIC Jüngsten-Jolle eine echte Gefahr für die etablierten Klassen und besonders den Optimisten, oder einfach nur eine neue Chance. So fragten wir schon 2014. Inzwischen gewinnt das 3460 Euro günstige Schiffchen immer mehr Fans auf der ganzen Welt. Dabei geht es gar nicht so sehr darum, eine spannendere Alternative zum Optimisten zu finden. Vielmehr sehen sich die O’Pen BIC-Befürworter als Protagonisten eines anderen und neuen Zugangs zum Kindersegeln.

Das letzte Hindernis. Krängen, um passieren zu können. © Judy Tillson

Allen voran Russell Coutts, der das Schiffchen schon seit einiger Zeit promotet, im Rahmen des Bermuda-America’s Cups ein Jugendpgrogramm installierte, das 3000 Kinder durchliefen, und der seinen Sohn Mattias ermutigte, den O’Pen BIC auszuprobieren. Dieser holte im vergangenen Jahr prompt den U13 WM-Titel am Gardasee.

In diesem Jahr gingen in Barcelona bei der WM erneut 400 Kids an den Start, und bei der jüngsten Ausgabe der Extreme Sailing Series in San Diego hatte die Klasse noch einmal die Möglichkeit, sich der großen internationalen Öffentlichkeit vorzustellen.

“Un-Regatta”

Dabei präsentierte sie insbesondere ihr innovatives Rennformat, benannt als “Un-Regatta”. Markenzeichen soll die bewusste Abgrenzung zum leistungsorientierten Optimisten-Segeln sein. Kritiker halten den Aufwand, der in der dominierenden Jugendklasse betrieben wird, für zu hoch. Sie befürchten, dass Kinder davon abgeschreckt werden.

Dagegen setzt die O’Pen BIC-Klasse auf möglichst viel Coolness. So geht es zum Beispiel bei der “Un-Regatta” nicht alleine um den klassischen Rennsieg. Die Kids müssen beim Absegeln des Parcours Aufgaben erfüllen, wie zu Beispiel Steh-Segeln, 360°-Drehung, Kentern, Lenken mit den Füßen und anderes.

O'Pen BIC

Der letzte “Wettkampf”. Die Kinder haben drei Minuten, um sich vor der Jury “auszudrücken” © Judy Tillson

Am Ende versperrt jeweils die “Bridge of Doom” den Weg zum Ziel, ein massives, aufblasbares Hindernis, das nur krängend passiert werden kann. Denn es ist einige Meter tiefer als die Masthöhe.

Nach ein paar Rennen folgt jeweils eine Freestyle-Wertung, bei der die Kinder versuchen, sich gegenseitig mit den besten Stunts zu übertreffen. Sie klettern an den Masten hoch, kentern auf möglichst spektakuläre Weise oder führen Liegestütze beim Segeln aus. In San Diego führt das zu dem Höhepunkt, dass die Kinder vor den zahlreichen Zuschauern gemeinsam auf den gekenterten, umgedrehten Rümpfen standen und zum Macarena-Song tanzten.

Russell Coutts promotet den O’Pen BIC

Russell Coutts ist besonders vom geringen Preis des Bootes und seiner Haltbarkeit überzeugt. Man sei auch mit einem alten Boot konkurrenzfähig. Außerdem glauben ihm zufolge inzwischen viele Trainer, dass Anfänger in der kippeligen Jolle besser und schneller das Segeln lernen, als in einem stabileren Boot.

O'pen BIC, Russell Coutts

Russell Coutts als O’pen BIC Trainer in Neuseeland.

Dem Magazin Seahorse sagt er zum Thema der Freestyle-Runden. “Ich mag das. Es ist ein großer Spaß und macht die Wettkämpfe nicht so gewichtig im jungen Alter. Die Kids erleben später noch genug Druck, und zwar nicht nur beim Segeln. Junge Leute sollten beim Segeln vor allem Spaß haben. Dafür sollten wir sie Techniken lehren, die sie alle Windbedingungen beherrschen lässt. Das ist viel wichtiger als zu detailiert an dis Sache ranzugehen.”

Mit einem O’Pen BIC könne man viel früher schon raus auf die See gehen. Die Schiffe kentern und können problemlos wieder aufgerichtet werden. “Ich glaube, dass die Kids dieses Selbstvertrauen bei starkem Wind haben sollten, um wirklich Spaß am Segeln zu finden.”

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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