Opti-Regatta: Müggelsee-Vereine wollen im Verbund Großereignis stemmen

Gemeinsam für die Kids

Der Nachwuchs will Regatta, Corona setzt Grenzen! Was tun, wenn Andrang und Auflagen nicht zusammenpassen? Am Müggelsee haben sich vier Vereine zusammengetan, um den Stanjek Sailing Cup (19./20. September) mit einem rekordverdächtigen Feld von 160 Opti-Kids und mit mehr Vorsicht, als es die Restriktionen verlangen, möglich zu machen.

Der Stanjek Sailing Cup hat sich zu einem Highlight im Kalender der Opti-Kids entwickelt. Foto: Bert Spangemacher

Seit fünf Jahren ist der Opti-Cup, den der YC Berlin-Grünau zu Ehren und mit seinem 2012er-Olympia-Teilnehmer Robert Stanjek austrägt, ein Höhepunkt für den Nachwuchs in der Hauptstadt. In diesem Jahr hielten sich die Organisatoren um Robert Stanjek lange offen, ob sie den Cup austragen wollen. Als sie sich dann für die Veranstaltung entschieden hatten, wurden sie geradezu überlaufen.

Ursprünglich sollten 80 Meldungen zugelassen werden. Kurz nach Öffnung des Meldeportals waren es aber bereits über 100, und nach einigen Tagen 160. „Wir haben uns dann zusammengesetzt und überlegt, was wir tun können. Wir wollten die Kids ja nicht enttäuschen“, berichtet der Olympiasechste von 2012. Die Dynamik der Corona-Entwicklung wurde abgewogen, die große Regattaerfahrung des gesamten Vereins eingebracht. Schließlich wurde die Entscheidung getroffen, dass es mit einem umfangreichen Hygienekonzept und der Mithilfe der benachbarten Vereine SGaM, SC Wiking und SV Rahnsdorf möglich sein sollte.

Die Berliner Vereine haben für das Ereignis eine genaue Aufplanung der Areale gemacht und teilen die Flotte der Optis nun auf. Das Gros liegt beim YCBG, die anderen drei Vereine können zwischen 20 und 40 Teilnehmer aufnehmen. Für das Event werden die Stellflächen mit Spray bzw. Klebeband genau gekennzeichnet, Extra-Personal wird die Teilnehmer einweisen. „Dabei treffen wir natürlich mit den Vereinen bzw. Trainingsgruppen Absprachen, dass sie in der Nähe zusammenliegen“, so Stanjek.

Aber die Maßnahmen gehen noch weiter: Ein Einbahnstraßensystem wird den Boots- und Fußgängerverkehr auf den Vereinsgeländen lenken, die öffentlichen Räume – mit Ausnahme der Toiletten – werden gesperrt. Ein Mund-Nase-Schutz ist im Innenbereich obligatorisch, die Sanitärbereiche werden mehrmals täglich gereinigt, Desinfektionsspender werden zahlreich aufgestellt. Und per QR-Code und Smartphone wird registriert, wer sich gerade auf dem Gelände aufhält.

Abstand halten auf dem Wasser ist in der Regel kein Problem. Foto: Bert Spangemacher

„Natürlich haben wir die Organisation weitgehend auf digitale bzw. Online-Versionen umgestellt“, erklärt Stanjek. Das geht hin bis zum Online-Protestformular und einer abrufbaren, da gefilmten Steuerleutebesprechung. An den Slip-Rampen sorgen die Optis selbst für den nötigen Abstand zwischen den Teilnehmern. After-Race-Veranstaltungen müssen hingegen entfallen, und die Siegerehrung wird nur mit den Top-Ten veranstaltet. „Das schränkt das Erlebnis ein. Denn in der Vergangenheit haben wir den Teilnehmern mit Vorträgen von ehemaligen Olympioniken immer einen ganz besonderen Höhepunkt bieten können. Aber wir werden uns jetzt eine andere Überraschung überlegen“, so Stanjek.

Für Robert Stanjek ist die Austragung des Opti-Cups eine echte Herzensangelegenheit, mit dem er aber keinerlei Risiko für die Teilnehmer und Organisatoren eingehen will: „Wir machen das für die Kinder mit sehr viel Verantwortung. Wir haben einen gehörigen Respekt vor der Situation, sehen aber, wie groß der Wunsch der Segler nach der Regatta ist. Es ist grandios, was das Team mit Wettfahrtleiter Martin Böhmert, Orga-Leiter Matthias Jäkel und Regattawart Jan Prockat hier auf die Beine gestellt hat. Und ohne die Unterstützung der anderen Vereine, die sich einfach für den Nachwuchs engagieren wollen, könnte wir das nicht stemmen.“

Infos zum Stanjek Sailing Cup

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Ralf Abratis

... ist unser Mann aus der "Segelhauptstadt" Kiel. Mehr zu ihm findest Du hier.

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