Palermo-Monte Carlo: 63 Fußer “Coral” sinkt nach Brand; Schümann gewinnt mit “Esimit”

"Der Mast stürzte brennend zusammen"

Die "Coral"-Crew nach dem Auslaufen vor dem Palermo-Monte Carlo Rennen. © Rolex

Die “Coral”-Crew nach dem Auslaufen vor dem Palermo-Monte Carlo Rennen. © Rolex

Bei der zum achten Mal ausgetragenen Langstreckenregatta von Palermo nach Monte Carlo kam es auf der “Coral”, einer Shipman 63 des russischen Eigners Valentin Subkov, zu einem Zwischenfall der eher seltenen Art. In der Nacht von Montag auf Dienstag brach, zehn Seemeilen westlich von Sardinien, auf Höhe der Insel Maddalena, an Bord der Yacht ein Brand aus.

Die achtköpfige Besatzung, unter ihnen auch der österreichische Co-Skipper Andreas Hanakamp (1996 und 2004 Olympiateilnehmer im Star, 2008 VOR Skipper des Team Russia), versuchte die Flammen zu löschen. Als dies misslang, musste das Boot aufgegeben werden. Die Crew stieg in eine Rettungsinsel und alarmierte die Küstenwache. Das Schiff versank schnell. Gegen zwei Uhr nachts wurde die Mannschaft gerettet.

Andreas Hanakamp berichtet über das Unglück bei der Yacht Revue. Demnach ist möglicherweise der Brand im Bereich des Navigationstisches ausgebrochen. Hanakamp versuchte noch das Feuer mit einem Pulverlöscher zu ersticken, blieb aber erfolglos. Er schwamm zu einer der beiden Rettungsinseln.

“Schon beim Erreichen der Rettungsinsel stand die gesamte Yacht lichterloh in Flammen, wenige Minuten später stürzte der Mast brennend in sich zusammen und noch vor Eintreffen der Coast Guard waren Flammen durch die Schiffsseitenwände gedrungen. Vermutlich ist die Yacht innerhalb kurzer Zeit gesunken.”

Sie Shipman 63 "Coral" wurde 2008 gebaut. © Rolex

Die Shipman 63 “Coral” wurde 2008 gebaut. © Francesca Vincenti

Das Feuer hatte derart schnell um sich gegriffen, dass keine Zeit geblieben war, Papiere und Handys zu retten. Trotzdem wurde niemand verletzt als der knapp 20 Meter lange Racer auf 80 Meter Tiefe versank.

”Die Segler sind wohlauf und mit dem Schrecken davon gekommen. Sie mussten nicht medizinisch behandelt werden“, so der Kapitän der Küstenwache. Die Ursache für das Feuer ist bisher nicht bekannt.

Währenddessen holte sich die “Esimit Europa 2”, unter Skipper Jochen Schümann, zum dritten mal seit Ausrichtung der Regatta, die line honors ab. Statt, wie üblich, zwischen Sardinien und Korsika durchzugehen, blieb die Esimit diesesmal dicht unter der italienischen Küste.

"Coral" beim Rolex Middle Sea Race © Rolex

“Coral” beim Rolex Middle Sea Race © Rolex

Schümann zur Taktik: ”Auf Grund der vorhergesagten schwachen bis leichten Winde entschieden wir uns, für die Variante, unter der italienischen Küste zu bleiben und auf ein paar ‘local breezes’ zu hoffen die uns die Küste hochtreiben würden. Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch erst weniger als 100 Meilen vor dem Ziel.

Mit dem aufkommenden Wind holten die bis dahin führende `Lauria´, eine Cookson 50, knapp 20 Meilen vor dem Ziel in Monte Carlo ein. Trotz einiger Windlöcher auf den letzten Meilen gelang uns schließlich ein glücklicher Sieg.“

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6 Kommentare zu „Palermo-Monte Carlo: 63 Fußer “Coral” sinkt nach Brand; Schümann gewinnt mit “Esimit”“

  1. avatar Ketzer sagt:

    Geil warmsaniert, das Ding!

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 20

    • avatar T.K. sagt:

      Ziemlich unpassender Kommentar. Ich will niemals einen Brand besonders auf See erleben! Das kann extrem tödlich enden!

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 12 Daumen runter 4

    • avatar Christian sagt:

      Ketzer, das ist so ziemlich der dümmste und unverantwortlichste Kommentar seit langem.

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 11 Daumen runter 2

  2. avatar Alex sagt:

    Nach dem Bericht von Andreas stellen sich mir 2 Fragen:

    Unterstützt die Coast Guard Schiffbrüchige tatsächlich nicht um Kontakte für weitergehende Hilfe nach der Rettung her zu stellen.

    Sollte man mindestens eine Kreditkarte und Telefonliste im Überlebenspaket der Rettungsinsel Stauen, oder wenigstens immer einen „Cash and Contact“ Beutel griffbereit im Bereich des Niedergangs halten.

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  3. avatar Owe Jessen sagt:

    Ich bin erstaunt, dass der Brand so schnell so heftig wurde. Ist natürlich müßig darüber zu spekulieren, was beim Bau eingesetzt wurde, aber mich würde interessieren, ob dies bei jedem Boot genaus abliefe, oder ob unterschiedliche Materialien unterschiedlich viel Zeit lassen, das Boot zu verlassen.

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  4. avatar Alex sagt:

    Die werden wie üblich leichtes Sperrholz verarbeitet haben. Je leichter das Holz desto schneller zündet es. Wenn da ein Kabel heiß läuft kann es zu einem kleinen Glutnest kommen, das problemlos auch über 12 Std. und mehr unbemerkt vor sich hin glimmt. Kommt dann ein Luftzug dazu, zündet es schlagartig durch. Dass das Rumpfmaterial nicht die entscheidende Roll spielt sieht man an den Abgebrannten Stahlschiffen.

    Das Hauptproblem ist aber erst einmal nicht das Feuer. Durch die verarbeiteten Kunststoffe entwickeln sich giftige Rauchgase die mitunter schon bei einmaligem Einatmen schwersten Verätzungen in der Lunge verursache. Daher ist das Rauchgas und der vorherrschende Wind (bei Flaute wirst Du kein schützendes Luv haben) der entscheidende Faktor für die Zeit, die Dir bleibt, um Deine Rettung einzuleiten.

    Du kannst davon ausgehen, ein Brand hinter der Verkleidung ist eigentlich nicht zu löschen und wird vermutlich immer so ablaufen.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 1

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