Die Bilanz von Hyères

Patty spricht: "Junge Teams, die Hoffnung machen"

Hyères 2010: Blauer Himmel, wenig Wind. Das Finn treibt über den Parcours © Jean-Marie Liot/DPPI/FFVr

Lutz „Patty“ Patrunky der Trainer-Fuchs aus Berlin, berichtet über Hyères: “Nach einer längeren und mit Umwegen behafteten Rückreise zu segelcoachendem Eheweib und segelndem Sohn nun die Fortsetzung der Hyeres Story, including Finals: … and the winner is Team Hahlbrock!!! Starke Leistung von den nach dem Rücktritt der Schümann-Crew einzig verbliebenen deutschen Match-Racerinnen aus Hamburg. Im Finale spülten sie ISAF Rolex Sailor of the year 2009 Anna Tunnicliffe mit 3:1 in die Bucht! Chapeau, so kann es weitergehen.

Die anderen in den Medalraces vertretenen GER-Crews bescherten dem DSV inklusive eigens angereister Sportdirektorin mit den Gesamtplätzen 7 (470er M Wagner/Scheuffler) und Zepuntke/Baldewein auf 12 (nicht 14, mein Fehler), 9 (49er Briesenick-Pudenz/Massmann) und 9 (470er F Jurczok/Bach). Ein Ergebnis von jungen Teams, das Hoffnung macht!

Übrigens: Einige geneigte Leser werden sich gefragt haben: Was soll das denn: „das klassische Genuatief konnte sich nicht mit einer sonst ortsüblichen 4 Bft Wetterlage und Ostknatter mit Welle bemerkbar machen.“ Patty jetzt auch schon? Demenz? Drogen? Oder was?

Nein! Da hatte sich der kleine Laptop-Hacker Tipp-Fehler-Teufel eingeschlichen. Also, schönen Gruß an Stohli (den ex Bundestrainer Klaus Peter Stohl), falls du das lesen solltest: Ein Genuatief mit klassischer Vb – Wetterlage (http://de.wikipedia.org/wiki/Vb-Wetterlage) muß es heißen, klar. Werden wir wohl nicht mehr vergessen, 25-33 Knoten Wind aus Ost, „Gaddafi“ Sahara Staub in der Luft und 3 m Dünung. Und Finns und 470er durften direkt vor der Mole zwei Wettfahrten segeln, zur Gaudi der anderen Klassen, die auf der Mole saßen…

Nun denn, Ende Mai geht es in unserem kleinen, allseits beliebten, westlichen Nachbarland mit dem nächsten World Cup weiter, in der Hoffnung , das dann die Kühe von den friesischen Deichen auf die platten Felder und dann in die Coffee-Shops geblasen werden und diesem Leichwindtreiben 2010 ein Ende gemacht wird.”

Hier die Pressemitteilung des DSV:

Der erste Weltcupsieg ist da:
Match-Race-Team Hahlbrock gewinnt Semaine Olympique

Hamburg (DSV), 2. Mai 2010. Silke Hahlbrock und ihr Hamburger Match-Race-Team haben den ersten Weltcupsieg der Saison für den deutschen Segler-Verband (DSV) erkämpft. Die Frauen-Crew vom Hamburger Segel-Club (HSC) mit Maren Hahlbrock und Kerstin Schult besiegte im Finale der Semaine Olympique – Pendent zur Kieler Woche – die Mannschaft der amerikanischen Olympiasiegerin Anna Tunnicliffe mit 3:1. Drei weitere DSV-Crews segelten in die Top Ten der Weltklassefelder bei diesem vierten von insgesamt sieben Weltcup-Läufen der olympischen Segelsaison 2010.

„Wir haben uns wahnsinnig gefreut“, sagte die 27-jährige Silke Hahlbrock nach ihrer Galavorstellung auf dem Revier vor dem französischen Hyères, „Anna Tunnicliffe ist offenbar recht nervös gewesen. Sie hat einige Fehler gemacht. Das konnten wir nutzen.” Dabei hatte der Morgen vor dem Finale am Freitag für die deutschen Frauen mit einer bösen Überraschung begonnen. Mitseglerin Kerstin Schult klagte über Schmerzen im Fußgelenk, deren Ursache zunächst nicht ermittelt werden konnte.

Nach Rücksprache mit einem Physiotherapeuten musste Schult auf die Teilnahme am Finale verzichten. “Das war ein Schocker”, sagt Hahlbrock. In aller Eile wurde die Skipperin auf der Suche nach einer Ersatzfrau im australischen Team fündig, heuerte spontan die bereits ausgeschiedene Stacy Jackson an. Trotz geänderter Bordsprache glückte die Mission Gold in neuer Konstellation.

„Das ist natürlich ein Traumergebnis, wir freuen uns sehr für die Mannschaft“, sagte DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner in Frankreich, „dieser herausragende Erfolg wird Silke und ihren Mitseglerinnen auch die notwendige Selbstsicherheit und Gelassenheit für die kommenden Einsätze bringen.“

Weitere gute Ergebnisse aus deutscher Sicht erzielten beim vierten von extrem leichten Winden geprägten Segel-Weltcup der Saison die Berliner 470er-Crew Jan-Jasper Wagner/Lennart Scheufler als siebte sowie ihre Vereins- und 470er-Kameradinnen Victoria Jurczok/Josephine Bach und die Flensburger 49er-Segler Lennart Briesenick-Pudenz/Morten Massmann als jeweils neunte. Den Durchbruch der jungen 470er-Seglerinnen Jurczok/Bach in Richtung Weltspitze bezeichnete Nadine Stegenwalner als „fast schon sensationell gut“.

Komplimente der Sportdirektorin gab es auch für die deutschen Lasersegler: „Philipp Buhl hat sehr stark in den Top Drei begonnen, fiel aber dann leider zurück. Malte Kamrath, hat im Verlauf der sechstätigen Serie mehrmals mit guten Platzierungen bewiesen, dass seine Leistungskurve weiter nach oben zeigt.

In diesem Jahr herrschten vor Hyères sehr nervenaufreibende Bedingungen, denen nicht alle unsere Teams gewachsen waren.“

Die Weltcup-Serie des Weltseglerverbandes (ISAF) wird im Mai vor Medemblik (Holland) fortgesetzt, bevor sich die Weltelite im Juni zum sechsten Weltcup im Rahmen der Kieler Woche trifft. Die Weltcup-Saison endet mit der Skandia Sail for Gold Regatta im August im englischen Olympiarevier vor Weymouth.

ERGEBNISSE Semaine Olympique 2010

RS:X Männer
1. Byron Kokalanis (GRE), 19 Punkte
2. Piotr Myszka (POL), 31 Punkte
3. Chan King Yin (HKG), 41 Punkte
34. Florian Freimüller (Böblingen), 141 Punkte

RS:X Frauen
1. Bryony Shaw (GBR), 10 Punkte
2. Blanca Manchon (ESP), 28 Punkte
3. Laura Linares (ITA), 31 Punkte
(keine deutschen Starterinnen)

Laser
1. Paul Goodison (GBR), 48 Punkte
2. Andreas Geritzer (AUT), 62 Punkte
3. Javier Hernandez (ESP), 67 Punkte
16. Malte Kamrath (Berlin), 117 Punkte
21. Philipp Buhl (Immenstadt), 128 Punkte
30. Simon Grotelüschen (Lübeck), 153 Punkte

Laser Radial
1. Ausra Milevicute (LTU), 38 Punkte
2. Charlotte Dobson (GBR), 45 Punkte
3. Tatiana Drozdovskay (BLR), 50 Punkte
16. Franziska Goltz (Kiel), 73 Punkte
26. Anke Helbig (Brandenburg), 89 Punkte

Finn Dinghi
1. Marin Misura (CRO), 44 Punkte
2. Thomas Le Breton (FRA), 52 Punkte
3. Ivan Kljakovic (CRO), 58 Punkte
16. Jan Kurfeld (Wismar), 113 Punkte

49er
1. Paul Brotherton/Mark Asquith (GBR), 59 Punkte
2. Nico Delle Karth/Nikolaus Resch (AUT), 63 Punkte
3. Julien Dortoli/Noel Delpech (FRA), 65 Punkte
9. Lennart Briesenick-Pudenz/Morten Massmann (Flensburg), 76 Punkte
13. Leopold Fricke/Lorenz Huber (Rimsting), 83 Punkte
19. Max Rieger/Moritz Rieger (Friedrichshafen), 93 Punkte
34. Erik Heil/Thomas Ploessel (Berlin), 91 Punkte

470er Männer
1. Nicolas Charbonnier/Baptiste Meyer Dieu (FRA), 52 Punkte
2. Gabrio Zandona/Pietro Zucchetti (ITA), 64 Punkte
3. Anton Dahlberg/Sebastian Ostling (SWE), 67 Punkte
7. Jan-Jasper Wagner/Lennart Scheufler (Berlin), 84 Punkte
12. Daniel Zepuntke/Dustin Baldewein (Berlin), 84 Punkte
19. Ferdinand Gerz/Tobias Bolduan (Berlin), 106 Punkte
20. Lucas Zellmer/Heiko Seelig (Berlin), 107 Punkte

470er Frauen
1. Ammanuelle Rol/Hélène Defrance (FRA), 53 Punkte
2. Camille Lecointre/Mathilde Geron (FRA), 56 Punkte
3. Gil Cohen/Dana Mamriav (ISR), 59 Punkte
9. Victoria Jurczok/Josephine Bach (Berlin), 98 Punkte
16. Wibke Wriggers/Geeske Genrich (Rostock), 103 Punkte
23. Annina Wagner/Marlene Steinherr (Berlin), 130 Punkte

Star
1. Eivind Melleby/Petter Morland (NOR), 20 Punkte
2. Guillaume Forent/Pascal Rambeau (FRA), 26 Punkte
3. Xavier Rohart/Pierre Alex Ponsot (FRA), 39 Punkte
(keine deutschen Starter)

Match Race Frauen
1. Silke Hahlbrock (Hamburg)
2. Anna Tunnicliffe (USA)
3. Claire Leroy (FRA) Katie Spithill (AUS)

Carsten Kemmling
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