Profi Segeln: Luna Rossa

Prada ist zurück... mit Alinghi-Steuermann Ed Baird

Luna Rossa startete schon 2009 bei der ersten Auflage der Louis Vuitton Pacific Series in Auckland... ©Photo:Stefano Gattini/Luna Rossa Challenge

...und landete nach eine Viertelfinal-Niederlage gegen BMW Oracle auf Platz fünf © Photo:Stefano Gattini/Luna Rossa Challenge

Das italienische Modehaus Prada kehrt in die America’s Cup Szene zurück. Teamchef Patrizio Bertelli kündigte den Start seines Luna Rossa Teams bei der Louis Vuitton Trophy nächsten Monat in La Maddalena auf Sardinien an. Neu auf dem Boot ist der zuletzt bei Alinghi ausgebootete Amerikanische Steuermann Ed Baird. Er segelt mit dem brasilianischen Helden-Duo Torben Grael (Taktik) und Robert Scheidt (Strategie) zusammen. Luna Rossa will auch bei der Louis Vuitton Serie in Dubai und Hong Kong am Start sein.

Parallel schickt Bertelli sein Team beim Audi MedCup mit einer TP52 an den Start. Er ließ das zwei Jahre alte Judel/Vrolijk Design „Pisco Sour“ kaufen und überarbeiten. Robert Scheidt steuert und Torben Grael ist für die Taktik verantwortlich. Trainingspartner in Valencia ist das US-Team Quantum.

Mit Bertelli ist eine der charismatischsten Persönlichkeiten in der Profiszene zurück. 2007 hatte er lautstark und völlig genervt dem Cup-Zirkus den Rücken zugekehrt. Dreizehn Jahre war der 63-jährige eine Macht, und dann schien es, dass er für immer die Lust verloren hatte.

Anfang 1997 gründete Bertelli sein Syndikat, das immer zu den finanziellen Schwergewichten gehört. Auf Anhieb siegte es 200 beim Louis Vuitton Cup, ging dann aber gnadenlos mit 0:5 gegen das Team New Zealand unter.

2002 schied Luna Rossa im Semifinale gegen One World aus. Aber 2007 gelang im Halbfinale gegen BMW Oracle ein denkwürdiger 5:1 Sieg. Luna Rossa Steuermann James Spithill zeigte Chris Dickson seine Grenzen auf. Aber im Louis Vuitton Cup Finale gab es wieder eine 0:5 Klatsche gegen die Kiwis.

Danach beobachtete Bertelli genervt den Streit zwischen Bertarelli und Ellison, dachte aber wohl, dass alles ins Lot kommt und man sich auf eine neue Klasse einigen würde. Er war früh dran und bestellte 2008 eine STP 65.

Es gab sieben Bestellungen, drei wurden realisiert aber am Ende blieb nur Udo Schütz mit seiner „Container“ als Gegner übrig. Bertelli hatte auf das falsche Pferd gesetzt.

Das Team trainierte vor Valencia intensiv mit "Quantum". © Carmen Hidalgo/ Audi MedCup

Wenige hätten gedacht, dass der Modezar es danach noch einmal wissen will. Aber es mag mit dem Hype zusammenhängen, der gerade wieder einmal in der italieneischen Profi-Szene ausgebrochen ist. Das Azzurra Team sorgt für Aufsehen, Mascalzone Latino ist Challenger of Record, und mit Luna Rossa kommt jetzt das dritte bärenstarke italienische Team in die Szene zurück.

Besonders für Steuermann Ed Baird ist es eine schöne Geschichte. Der Amerikaner war noch 2007 der große Held am Steuer von Alinghi. Bei der Katamaran-Kampagne zählte er allerdings zu den großen Verlierern. Obwohl er mit Siegen beim IShares Cup bewiesen hatte, dass er auch mit einem Katamaran umgehen konnte, musste er Ernesto Bertarelli das Steuer überlassen und schließlich sogar dem Franzosen Loick Peyron.

Folgendes Team soll vom 22. Mai bis 6. Juni bei der Louis Vuitton Series in Sardinien an den Start gehen:

Ed Baird USA Skipper and Steuermann
Torben Grael BRA Taktiker
Robert Scheidt BRA Strategist
Matteo Plazzi ITA Navigator
Manuel Modena ITA Runners
Max Sirena ITA Runners
Benjamin Durham AUS Mainsail trimmer
Claudio Celon ITA Trimmer
Lorenzo Mazza ITA Trimmer
Romolo Ranieri ITA Grinder
Emanuele Marino ITA Grinder
Marco Montis ITA Grinder
Wade Morgan AUS Grinder
Rodney Ardern NZ Jolly / Grinder
Simone de Mari ITA Pitman
Cicco Rapetti ITA Mast
Greg Gendell USA Bowman / Mid-bowman
Sofuku Kazuhiko JPN Bowman
Carsten Kemmling
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Andreas John

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