Rekordfahrt rund Kap Hoorn: Auf einer 36-Fuß Proa solo von New York nach San Francisco

Nicht wenden – schiften!

Was kein Solo-Skipper vor Ryan Finn schaffte, erledigte der ausgerechnet auf einem der ältesten, aber auch erfolgreichsten Schifffstypen der Welt: Einer Proa!

Stellt Euch vor: Ihr segelt auf einem ungefähr 12 Meter langen Boot. Sein Rumpf erscheint vergleichsweise schmal, doch in Luv schneidet ein deutlich kürzerer, aber ebenso schmaler Schwimmer am Ausleger stabilisierend durchs Wasser. Für die paar Windstärken, die gerade wehen, kommt einem der Bootsspeed außergewöhnlich schnell vor. Die Beseglung erscheint auf den ersten Blick normal: Vorsegel auf Furler, Großsegel an Mast und Baum. Zweiter Blick: Seltsam, hinter dir ist ganz offensichtlich auch ein Vorsegel, jedoch aufgerollt. Und überhaupt: Warum ist das Heck genauso spitz geformt wie der Bug? Und der Mast ist nur auf der Luv-Seite verstagt?

Bug und Heck gleich?

Jetzt wird’s verwirrend: Der Skipper gibt Anweisung zur Wende, doch das Boot wird nicht durch den Wind gedreht, um auf der anderen Bootsseite wieder Fahrt aufzunehmen. Sondern das Vorsegel wird eingerollt, das Großsegel am drehbaren Mast zunächst gefiert und dann über eine zweite Großschot nach hinten, also dort, wo zuvor der Bug war, dicht geholt.

Finns Proa Jzerro © colligo marine

Gleichzeitig wird das vormals hintere Vorsegel ausgerollt, dicht geholt… und fertig ist die Wende! Ohne das Boot durch den Wind zu drehen, ohne Seitenwechsel der Crew, ohne Gedöns und Generve. 

Die Proa als Rekordboot

Kenner der Mehrrumpfboot-Szene werden gleich gewusst haben, auf welchem Bootstyp wir uns befinden: Eine Proa oder Prau. Der Schiffstyp, mit dem die Südsee mit ihren tausend Inseln nach neuesten Erkenntnissen schon vor viertausend Jahren besiedelt wurde.

Das Ausleger-Boot, das es in den unterschiedlichsten Größen für nahezu alle Einsatzzwecke gegeben hat und gibt: Riesig lang für den Hofstaat der Könige, sogar für kleine Kriegsheere

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Michael Kunst

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