Sensationeller deutscher Teilerfolg bei Mini 6.50 Atlantik-Regatta

Etappensieg für Jörg Riechers und “Mare.de”

Sieg! Jörg Riechers feiert den Etappensieg auf seiner "Mare.de" © Breschi / les sables-les Açores

Jörg Riechers hat es tatsächlich geschafft! Er hat mit seiner „Mare.de“ die erste Etappe der Mini 6.50 Regatta zu den Azoren gewonnen. Bei der dritten Auflage der im Zweijahres-Rhythmus stattfindenden Veranstaltung erreichte er mit der Zeit von sechs Tagen und zehn Stunden einen neuen Rekord über die rund 2500 Meilen lange Strecke von Les Sables d’Olonne nach Horta. Der Durchschnitt betrug 8.22 Knoten.

Damit bestätigt Riechers seine beiden Saisonsiege in der Mini-Klasse nun auch auf der längeren Strecke. Das war ihm besonders wichtig, nachdem er im September vergangenen Jahres bei der wichtigsten Mini-Regatta, dem Mini-Transat über den Atlantik, schon nach drei Tagen mit einem Kielschaden ausgefallen war. Er hatte war gegen ein Objekt im Wasser gerast.

„Als ich diesmal La Coruna passierte, musste ich schon daran denken, wie ich dort mit kaputtem Kiel anlandete“, sagt Riechers in Horta. „Aber als dann Kap Finisterre im Kielwasser lag, wurde ich ruhiger und konnte angreifen.“

Nach dem Start am 1. August lag der Hamburger mit einem etwas südlicheren Kurs gleichauf mit der Spitzengruppe der ersten vier Boote, schwenkte dann auf einen Kurs im Kielwasser des Mini-Transat-Zweiten und Mitfavoriten Bertrand Delesne ein.

„Ich konnte seinen Speed gut halten. Und nach Kap Finisterre habe ich das Schiff stark gepuscht.“ Delesne steuerte dann seinerseits eine südlichere Route, Riechers positionierte sich auf einem Mittelkurs vor dem Feld und übernahm am dritten Tag die Führung.

Mit mehr als 12 Knoten und Etmalen um 200 Meilen raste er Richtung Azoren. „Ich hielt mich nahe der direkten Route als ich merkte, dass der Nordostwind stark genug war. Eigentlich hatte ich geplant, vor den Azoren den Süden mehr abzusichern. Und dann gab es einen Moment als ich in eine Flaute geriet und nicht mehr die richtigen Winkel zum Ziel fand. Da habe ich etwas Boden verloren.“

Aber am sechsten Tag schaffte Riechers doch mit einem Schlenker nach Süden die Vorentscheidung zu erzwingen. Er platzierte sich vor Delesne und machte den virtuellen Vorsprung von knapp 30 Meilen zu einem realen von 20 Meilen.

„Ich wusste vorher, dass es ein heißer Kampf zwischen uns werden würde. Bertrand ist auch sehr schnell und unser Abstand betrug nie mehr als 20 Meilen. Mit Bertrand in der Nähe ist es immer sehr stressig.“

Riechers gratulierte seinem Gegner Bertrand Delesne, der auch beim Mini Transat Platz zwei belegt hatte © Breschi / les sables-les Açores © Breschi / les sables-les Açores

Delsne sagt im Ziel: „Ich freue mich für Jörg. Er führte das Rennen lange Zeit an. Er ist ein harter Arbeiter und ich habe großen Respekt vor ihm. Wir haben im vergangenen Jahr schon einige kleine Duelle ausgefochten. Der Rückweg wird ziemlich spannend werden.“

Am 17. August geht es wieder zurück nach Les Sables. Die aktuellen Zeitabstände werden zu der nächsten Etappe addiert. Dabei werden bei den vorherrschenden Nordostwinden große Kreuz-Anteile erwartet. Der Zweikampf mit Delesne ist vorprogrammiert. Aber auch der Dritte Sébastien Rogues und Vierte Andrea Caracci liegen mit einem Rückstand von knapp fünf Stunden gut im Rennen. Der Rest des Feldes muss dann aber schon mindestens neun Stunden aufholen.

Egal was noch kommen mag, für Riechers ist dieser Etappensieg eine wichtige Bestätigung, dass er auch auf einem solch langen Stück bestehen kann. Und so hat er auch schon den übernächsten Schritt im Kopf. „Dieser Sieg macht mich sehr selbstbewusst für die Route du Rhum. Es ist eine tolle Vorbereitung.“ Bei der Traditionsregatta im Herbst will Riechers erstmals mit einer Class 40 an den Start gehen.

Jörg Riechers macht einen Luftsprung für das Video

Im Video von Riechers Zielankunft in Horta parliert der Hamburger in fließendem Französisch mit dem Reportern. Das Adrenalin hält ihn wach. Er ist aufgekratzt. Aber die Erschöpfung der vergangenen Woche ist ihm anzusehen.

Ergebnisse

Eventseite (französisch)

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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