Roboter-Boje: Startschuss in der Schweiz – Autonome Bojenleger zu kaufen

Bahn legen per Mausklick

Der Einsatz der Roboter-Bojen in den USA zieht sich in die Länge. Da sind die Schweizer mit einer eigenen Entwicklung schon weiter. Sie werden in dieser Saison erstmals in der Liga eingesetzt und verkauft.

Robo-Boje

Eine Robo-Boje wird geslippt. © Relax Yacht

Bei der Swiss Sailing League wird 2018 erstmalig um Roboter-Bojen gesegelt. Parallel zu den Bemühungen in den USA, mit dem MarkSetBot den Bojenleger einzusparen, hat das Schweizer Unternehmen Relax Yacht um Kai Näf, Daniel Heeb und Reto Schönenberger eine Boje entwickelt, die mit der Software von Birrer-IT  und Tschuor Engineering für die aktuelle Saison einsatzbereit ist.

Die erste Serie der RoboBoje ist startklar und wird am Wochenende auf dem Lago Maggiore beim Matchrace Switzerland eingesetzt. Die Macher beschreiben ihr Produkt so: “Die RoboBoje wurde von Seglern für Segler mit viel Herzblut und Enthusiasmus entwickelt. Das Legen und Ändern von Regattabahnen wird zum Kinderspiel und entlastet Veranstalter und Segelvereine.”

Robo-Boje

Die Flotte der des ersten Robo-Bojen-Sets ist einsatzbereit. © Relax Yacht

Besonders auf tiefen Seen wie dem Bodensee, Gardasee oder Lago Maggiore hilft das System dabei, Regattakurs schneller und präziser zu legen. Die Bojen halten dank GPS Positionierung exakt die Position. Sie sollen sie teure Bojenleger-Boote ersetzen und versprechen durch geringen Stromverbrauch des elektrischen Antriebs auch ökologische Vorteile.

5.100 Euro Kaufpreis pro Boje

So funktioniert es: Die Bojen werden durch das Startschiff oder ein Begleitboot in das Regattagebiet geschleppt, dort eingeschaltet und losgelassen. Der Wettfahrtleiter setzt am Tablet oder Laptop den Kurs mit metergenauen Distanzen für die Bahnschenkel, Startlinie und das Gate. Mit Mausklick schickt er die Bojen auf ihre Positionen, wo sie sich GPS gesteuert auch bei Wind und Welle exakt halten.

Robo-Boje

Bojen-Entwickler Kai Näf bei der Präsentation. © Relax Yacht

Bei einer Winddrehung kann der Wettfahrtleiter schnell reagieren und die gesamte Bahn in kürzester Zeit neu ausrichten. Die Batteriekapazität der 94 Kilo schweren Bojen reicht für ein Regattawochenende. Am Abend können die Bojen aber auch problemlos an die Stromversorgung im Hafen angesteckt werden und stehen am nächsten Morgen wieder mit voller Kapazität bereit.

Robo-Boje

Die Boje auf dem Wasser. © Relax Yacht

Der Zeitplan sieht vor, dass die Mietvariante der Bojen ab dem 1. April zur Verfügung stehen soll. Der Kaufpreis für eine Boje soll umgerechnet etwas mehr als 5.100 Euro betragen und zur Einführung bis 1. September. 4.700 Euro. Die Tagesmiete für einen Set (4 Bojen) inklusive Anhänger ist vorerst mit 1.100 Euro berechnet.

Präsentation der RoboBoje

Website/Kontakt RoboBoje

Robo-Boje

Die technischen Daten

 

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Carsten Kemmling

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4 Kommentare zu „Roboter-Boje: Startschuss in der Schweiz – Autonome Bojenleger zu kaufen“

  1. avatar M. sagt:

    Ab dem 1. April 😉

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  2. avatar christian sagt:

    “Der Kaufpreis des aus vier Bojen bestehenden Sets inklusive Anhänger soll umgerechnet etwas mehr als 5.100 Euro betragen […].”
    5100 € für vier Bojen ist extrem preiswert, oder ist damit der Preis für eine Boje gemeint?

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    • avatar Carsten Kemmling sagt:

      Hab mir das in der Präse noch mal angesehen. Ich denke, du hast Recht. “Set” bezieht sich nur auf die Miete. Thx für den Hinweis! Edit

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  3. avatar Andreas Borrink sagt:

    Wir könnten dem Hersteller einen Testeinsatz bei unserer Mittwochsregatta auf der Alster anbieten……100 hochmotivierte Teilnehmer runden die erste Bahnmarke……Ich befürchte, dafür ist die Konstruktion etwas zu filigran ausgelegt!

    Grundsätzlich ist das aber sicher ein Schritt in die richtige Richtung; nur im Augenblick noch etwas zu teuer.

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