Roland Gäbler: Mit dem Fugazi Racing Team beim King’s Cup in Thailand

Saisonabschluss im Traumrevier

Ich habe in den vergangenen 40 Jahren durchaus einige Segelreviere erlebt. Jedes hat seine ganz besondere Schönheit und taktische Herausforderung. Aber es ja gibt immer noch was zu entdecken auf unserem wunderbaren Planeten.

Am liebsten natürlich mit einem Katamaran. Diesmal hat es zusammen mit dem Fugazi Racing Team geklappt auf ihrer “Blood Red” einem zehn Meter langen One-Off-Cat vom Designbüro Bakewell White, einer echten Waffe. Wir haben beim legendären King’s Cup in Thailand/Phuket in der traumhaften Andamanensee teilgenommen.

Roland Gäbler steuert in Thailand die zehn Meter Rennmaschine vom Fugazi Race Team. © Gäbler

Mit 10 Klassen und über 500 Seglern ist der King’s Cup in Asien die größte Segel-Regatta. Gesegelt wird südlich von Phuket. Von kleinen Jollen bis zu den 30 Meter langen Mega-Yachten sind alle dabei. Segler aus der ganzen Welt mehmen teil.

Wir starteten  in der Kategorie „Racing Multihulls“, wo die schnellsten und innovativsten Segelrenner der Region zusammengefasst sind. Unser ultraleichter 2012 in Neuseeland gebauter Karbon-Katamaran wurde letzten Winter vom Fugazi Racing Team gekauft und wieder in einen top Zustand gebracht.

“Mission Impossible”

Wir hatten allerdings nur wenige Stunden Zeit, um uns damit einzusegeln. Deswegen nannten wir es auch gleich “Mission Impossible”. Tong und Gaetan aus Hongkong, Simon von den Philippinen und Gabriel aus Thailand waren die Arbeiter an Bord. Ich habe als Steuermann versucht, das Geschoss einigermaßen auf Kurs zu halten. 

So sieht’s aus in Thailand, das Ambiente beim King’s Cup. © Gäbler

Etwas überraschend konnten wir 4 von 7 Rennen gewinnen. Nach korrigierter bzw. berechneter Zeit mit dem OMR Rating wurden wir dann insgesamt Dritte. Dafür das wir zuvor alle noch nie mit diesem Boot gesegelt hatten, waren wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Als Steuermann musste ich mich erst mal an den böig drehenden Wind und die ruppige Welle gewöhnen. Ein Taifun östlich von Vietnam schicke uns ein paar Windstärken mehr als die sonst üblichen soften Winde. Doch Tag für Tag ging es besser. Die Langstrecke um ein paar Inseln konnten wir sogar mit gutem Vorsprung gewinnen. Also eine steile Lernkurve.

Sicherheit geht vor

Doch am letzten Tag musste ich dem Team klar machen, dass wir bei harten Böen bis 7 Bft. zum Finalrennen nicht mehr rausgehen. Sicherheit geht immer vor. Das hat uns zwar den zweiten Gesamtplatz gekostet, doch wir waren mit unserem filigranen Katamaran noch nicht so weit, diese harten Winde und ruppige See zu meistern.

Insgesamt war es ein außergewöhnliches Erlebnis für die ganze Mannschaft. Der King’s Cup hat wahrlich seinen Namen verdient und ist definitiv eines besten Segel-Events weltweit.

Mit einem zusammengewürfelten Team im Traumrevier. © Gäbler

Es gibt Regionen in der Welt, da kann man definitiv gut durch den Winter segeln. Wer es dabei etwas ambitionierter angehen will, der ist in Südost Asien und ganz besonders in Thailand und Malaysia sehr gut aufgehoben.

Am besten natürlich mit einem Multihull mit dem man direkt an die vielen traumhaften Inseln und Strände anlanden kann. Fast durchgehend mittelstarke Winde ermöglichen eine sehr aktive Regatta-Szene mit vielen unterschiedlichen Events. Die Kombination von sehr sportlichen Rennen und einem außergewöhnlichen Rahmenprogramm machen diese Events zu echten Highlights.

Entspannte Mentalität

Wassertemperatur 28C. Luft um 32C (Tag) und 25C (Nacht). Eigentlich immer Sonne. Nur Abends tauchen mal ein paar Gewitter auf, die dann die Boote vom Salzwasser reinigen. Schwere Stürme sind in Thailand extrem selten. Die gehen eher weiter im Nordosten durch. Es ist also eher ein softes Segelrevier. 

Mono- und Multihulls aller Größen und Kategorien mit und ohne Rating können an den vielen Regatten teilnehmen. Ein Mix aus klassischen „Up-and-Down“-Rennen und abenteuerlichen Kursen in der unglaublich schönen Inselwelt der Andamanensee, machen es zum Segel-Paradies.

Die große Freundlichkeit und die entspannte Mentalität der Thailänder kommt noch dazu. Außerdem ist das Segelrevier sehr sicher und weit entfernt von jeglicher Kriminalität. Also 100 Prozent Sailing Happiness!

Das war’s also für 2019. Mit dem King´s Cup geht nun eine erfolgreiche Segelsaison für uns zu Ende. Die Siege mit dem Decision 35 Katamaran in Ungarn auf dem Balaton waren dieses Jahr sicher etwas ganz Besonderes. Aber auch die vielen spannenden und spektakulären Rennen beim Strandsegeln vor Sankt Peter-Ording. So darf es 2020 auch gerne weiter gehen 🙂

Ein Kommentar „Roland Gäbler: Mit dem Fugazi Racing Team beim King’s Cup in Thailand“

  1. avatar Heiz sagt:

    Ach ja der Herr Gäbler – was ist aus den vollmundigen Ankündigen geworden mit dem Speed Foiler? Nichts als Blabla und verbrannte Erde….

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 9

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