Rolex Middle Sea Race: 100 Fußer besiegt 125 Fußer – Rekordfahrt für “Comanche”

Duell der Monster

Am Anfang sah es noch so aus, als würde der Große dem Kleinen davonfahren. Aber schließlich reichte beim Rolex Middle Sea Race der Wind aus, um aus der Verdrängerfahrt in den Surf zu gehen. Comanche zog davon.

Bei ihrer Ankunft in Malta am Montag, dem 25. Oktober, um 04:27:50 Uhr MESZ stellte die 100-Fuß Maxi Comanche (CAY) mit einer Zeit von 40 Stunden, 17 Minuten und 50 Sekunden einen neuen Einrumpf-Rennrekord auf.

Der bisherige Rolex Middle Sea Race-Rekord bestand seit 2007, als der 90-Fußer Maxi Rambler von George David (USA) eine Zeit von 47 Stunden, 55 Minuten und 3 Sekunden erzielte.

Das Rennen war geprägt vom Duell zwischen Comanche und der neuen ClubSwan 125 Skorpios. Zu Beginn segelte das größere Schiff voraus und lag zur Hälfte des Rennens vorne. Aber Comanche, die zuletzt 2019 das Sydney-Hobart-Race gewann und immer noch den 24-Speedrekord für Einrumpfer hält (618 Meilen), behielt den Anschluss. Als vor Lampedusa starker Westwind einsetzte und bis zum Ziel durchhielt, zeigte sich die Glitsch-Maschine überlegen. Sie kam schließlich gut eineinhalb Stunden vor der größeren Swan ins Ziel.

Beide Yachten befinden sich inzwischen in russischem Besitz. Auf Comanche führt inzwischen die australische Katamaran-Legende Mitch Booth als zweifacher Olympiamedaillen-Gewinner das Kommando und hatte auch Landsmann Tom Slingsby an Bord. Skorpios wird ebenfalls von einem ehemaligen Tornado-Spezialisten geskippert. Der Spanier Fernando Chavarri gewann 2008 Olympia-Gold.

Comanche auf spitzem Kurs zur Welle. © Rolex

ClubSwan “Skorpios”. Mit 125 Fuß längster Teilnehmer beim Rolex Middle Sea Race aller Zeiten. © Rolex / Arrigo

Das vom Royal Malta Yacht Club organisierte und 1968 erstmals ausgetragene 606 Seemeilen lange Rolex Middle Sea Race wird seit 2002 von Rolex unterstützt.

“Comanche” hat schon bei der Voile de St. Tropez Eindruck gemacht:

Rolex Middle Sea Race Tracker

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

2 Kommentare zu „Rolex Middle Sea Race: 100 Fußer besiegt 125 Fußer – Rekordfahrt für “Comanche”“

  1. avatar Friedrich sagt:

    Aaah, coole Bilder von den Monstern. Aber ein Hinweis von jemandem, der das Rennen sehr genau verfolgt hat: Commanche ist nicht in der Glitsch vorbeigezogen. Vielmehr gab es westlich von Sizilien eine sehr komplexe Wetterlage mit Flautenlöchern und dann im Süden bei Lampedusa noch einem kleinen hässlichen Tief, das mit dem Kern über die Regattabahn gezogen ist. Da hat sich Scorpios an einer Stelle verheddert, war etwas westlicher als Commanche, lag teilweise fast stationär in einem Flauten loch und da ist die “Kleine” innen durchgeschlüpft und hat den entscheidenden Vorsprung rausgefahren.

    Nix für ungut!

    10

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