Route du Rhum: Arnt Bruhns will neue Zielgruppen erreichen – Mit der “Iskareen”-B-Mail

Empfänger: Piraten oder Gabi aus Wanne-Eickel

Arnt Bruhns scheint sich nach wie vor mitten auf dem Atlantik richtig wohl zu fühlen. Auch die harten ersten Tage haben ihn den Humor nicht verlieren lassen. Nun überlegt er, wie seine Botschaften unter anderem amerikanische Sextouristen in der Karibik erreichen.

Iskareen, Bruhns

Bastelarbeit an der Mini-Latte, mit der die Gennaker-Luv-Schot gesichert werden soll. © Iskareen

22.11.2018

Der Tag vergeht wie ein Tag im Passat – Sonne, Wolken, Halsen, zur Abwechslung mal eine Schot unterm Boot, die zu allem Überfluss auch noch am Scoop (das sind die Ein- und Auslässe fürs Ballastwasser) sowie am Kiel hängenbleibt und schließlich nur mit Hilfe eines Falles befreit werden kann.

Da mir die Latte, die das Herunterfallen der Schot eigentlich verhindern soll, schon dreimal abgebrochen ist, gibt es jetzt ein System aus Karabinern, die sie am Bug halten. Gegen das Risiko des Herunterfallens in einer Halse helfen sie zwar nicht, aber dafür erspart sich der Solosailor das ständige Herumgeturne auf dem Bugspriet, um die Schot wieder nach vorne zu bringen. Hängt sie einmal im Karabiner, kann man sie mit Hilfe des Bootshakens recht einfach wieder auf den Bugspriet bzw die Halterung am Spinnaker legen.

Was tun mit der leeren Sherryflasche?

Eine Frage, die mich nicht so richtig loslässt: Wie kann ich neben den bereits genutzten Kanälen – Emailverteiler, Facebook, Twitter etc. noch weitere Zielgruppen ansprechen? Da ist mir heute eine, wie ich finde, richtig gute Idee gekommen:

Aus der bekanntermaßen mittlerweile leider leeren Sherryflasche, zu der sich auch keine Dublette an Bord anfand, könnte man eine floating slow social media message, die Rede ist von – Richtig! – einer Flaschenpost.

Damit erreicht man, je nachdem wo das Ding anlandet, womöglich waschechte Piraten in Westafrika oder dem Amazonasdelta. Oder amerikanische Sextouristen in der Karibik. Oder Drogenschmuggler im Mini-U-boot auf dem Weg nach Florida. Oder ein ARC-Boot mit Hochseeangelambitionen. Oder gar Pauschaltouristen in der DomRep.

Polardiagramm für die Buddel

Eine breite Zielgruppe, die bedauerlicherweise Franzosen nicht beinhaltet: die machen sich nichts aus Sherry wie jeder weiß, der mal versucht hat, vor Ort welchen zu bekommen. Egal, irgendeinen Tod muss man sterben. Dafür ist das Teil total authentisch. Vielleicht schaffen wir es ja auch, für die Buddel ein Polardiagramm mit ihren Performancedaten zu entwickeln, dann können wir den Reiseverlauf genauestens vorausberechnen.

Arnt Bruhns hat noch gut 600 Meilen vor sich.

Kommen wir also zum Inhalt. Wir wollen ja Kontakte aufbauen und deren Daten abgreifen. Also muss der Finder zu einer Interaktion in Form einer Antwort verleitet werden. Man könnte zu einer Probefahrt auf einem Oceanracer einladen. Ist allerdings vor dem Hintergrund der Zielgruppe – Piraten, Sextouristen, Drogenschmuggler oder Gabi aus Wanne-Eickel vielleicht nicht die beste Idee.

Also doch einfach um Zusendung eines Briefes oder besser einer Email bitten? Das wahrt die nötige Distanz. Nicht das auf einmal jemand aus der Zielgruppe wie der Kurschatten zuhause vor der Tür steht.

Wie bringen wir dann die Message rüber? Die anfängliche Idee, einen USB-Stick in die Flasche zu stecken, birgt mehrere Probleme. Zum einen ist so eine Flaschenpost ganz gerne mal ein paar Jahrzehnte unterwegs. Da könnte es beim Öffnen leichtes Unverständnis ob des antiquierten Steckers geben. Außerdem hat Gabi wahrscheinlich wieder nur ihr Smartie dabei.

Der absolute Dealstopper ist der Flaschenhals,  da passt kein Stick hinein. Eigentlich so gut wie gar kein Datenträger wenn man von micro SDs absieht, aber die brauche ich noch für die GoPro. Also läuft es auf eine Hardcopy, wie es heute so schön heisst, hinaus. Gesagt, getan – seit heute ist sie auf dem Weg, meine Fmail oder, internationaler, Bmail. Mal schauen wie der slow social media approach funktioniert…

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