Route du Rhum Crash: Thomson-Schützling Heer arbeitet gegen die Uhr – Verusacher Koji hilft

„Kurz nach der Wende krachte es!“

Kollisionen und das ganze Gedöns danach sind immer ärgerlich. Doch wenn man als Rookie bei seiner ersten großen Einhand-Regatta unverschuldet gerammt wird, braucht man Nerven wie Drahtseile. Der Deutsch-Schweizer Oliver Heer weiß ein Lied davon zu singen.

Oliver Heer auf seiner OHOR kurz nach dem Start © rdr

Schon klar: Startphasen sind bei Regatten immer schwierig, weil taktisch anspruchsvoll und gefährlich, weil alle (noch) dicht gedrängt und gut positioniert auf der Startkreuz zur Luvboje kommen wollen. Das ist bei der Laser-Regatta so Usus und in einer IMOCA-Flotte wie beim Start der Route du Rhum kaum anders.

Es hat viel mit Mathematik, Logik und Murphy’s Law zu tun, wenn es folgerichtig in diesen Startphasen häufig zu Kollisionen kommt. Nur dass es eben auf dem Laser meistens mal ordentlich rumpelt, aber selten schwere Schäden zu beklagen sind – beim IMOCA sich nahezu alle Kollisionen jedoch katastrophal auswirken.

Ausweichpflichtig in die Seite gebrettert

Oliver Heer kann ein Lied davon singen. Oder besser gesagt: Einen Blues dazu heulen. Denn der neben Simon Koster (Class 40) „andere“ Deutsch-Schweizer in der Rekordflotte hat bei seinem Route du Rhum-Debüt genau diese Erfahrung machen müssen: Kurz vor der Boje vor Cap Frehel wendet er mit seinem IMOCA „Oliver Heer Ocean Racing“ auf Backbordbug, trimmt seine Segel und dann… kraaaaach, brettert ihm Kojiro Shiraishi auf „DMG Mori Global One“ ausweichpflichtig im Bugbereich in die Breitseite.

Beide Skipper blieben bei dem Aufprall unverletzt – beide Boote konnten das Rennen jedoch aufgrund der entstandenen Schäden nicht fortsetzen und fuhren sofort zurück Richtung St. Malo.

Im Hafen stellte sich heraus, dass die Schäden am Rumpf der „DMG Global One“ nicht „auf die Schnelle“ repariert werden können. Der Japaner gab das Rennen sofort offiziell auf. Bei der Oliver Heer Ocean Racing gab es jedoch eine gewisse Hoffnung.

Der Schweizer arbeitete jahrelang als Boat Captain an der Seite von Alex Thompson auf Hugo Boss © rdr

Oliver Heer beschrieb die Kollision kurz nach der Rückkehr in St. Malo so: „Ich bin, gelinde gesagt, entmutigt. Es war ein Backbord-Steuerbord-Zwischenfall am Cape Fréhel Gate.

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Michael Kunst

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