Route du Rhum: Drei Top-Frauen im 1. Dutzend – Mettraux, Joschke, Hare sind IMOCA-Queens

Coole Rhum-Girls

Das war großes Kino: Die Vorstellung der ersten drei Frauen im Route du Rhum-IMOCA-Zirkus war „superbe“: Mettraux ist mit Abstand Schnellste, Joschke hatte den „Langen Atem“ und Hare sorgte fürs Foto-Finish – spannend!

Justine Mettraux auf ihrer Teamworks – Rang 6 mit “hautnahem” rückstand © rdr

Es stimmt schon – Thomas Ruyant und Charlie Dalin haben an der Spitze der Route du Rhum-IMOCA-Flotte für reichlich Spannung gesorgt. Dass es Ruyant endlich gelang, seinen Erz-Rivalen im Einhand-Modus zu schlagen, war gelinde gesagt längst fällig. Und gerade deshalb so aufregend auf dem letzten Viertel der Strecke.

Doch es gab auch weitere coole Vorstellungen. So etwa die der Frauen in dieser IMOCA-Flotte. Ihre Leistungen im ersten Dutzend der IMOCA-Platzierungen können nicht hoch genug bewertet werden.

Coole Schweizerin

Da wäre zunächst Justine Mettraux auf Rang 7. Sie kann eigentlich an Coolness und Chuzpe kaum noch übertroffen werden. Die Schweizer ex-Mini,- ex Figaro-, ex Class40- -Seglerin ging auf Teamworks, der ehemaligen Charal 1, mit einem der leistungsstärksten und besten betreuten Boote an den Start.

Und obwohl sie schon reichlich Langstrecken-Seemeilen im Kielwasser hatte, u.a. zwei Mal beim Volvo Ocean Race in den meisten Etappen dabei war und die beim nächsten The Ocean Race eine große Rolle beim favorisierten 11th-Hour-Team spielen kann, war sie dennoch in IMOCA-Kreisen ein eher unbeschriebenes Blatt.

Frau gönnt sich ja sonst nix © mettraux/rdr

Doch nicht umsonst hat Mettraux eine Vendée Globe-Kampagne gestartet: Sie sieht ihre Potentiale vor allem im Einhand-Modus auf den wirklich langen Strecken – was sie bei dieser Route du Rhum deutlich bewiesen hat.

Hautnah gefinisht

Mettraux überzeugte vor allem in Sachen Speed und Ausgewogenheit. Sie schaffte in den ersten Passagen in und nach der Biskaya, als ein Tief nach dem anderen über die Flotte fegte, den Kompromiss zwischen korrekter Geschwindigkeit und Vorsicht. Rein taktisch zeigte sie eine Menge Selbstbewusstsein, als sie sich an den Spitzenreitern orientierte und nach dem Motto „was die können, kann ich auch“ vor allem in der zweiten Hälfte des Rennens ordentlich Gas gab. Im Vergleich zu den nagelneuen Booten mit einer vielleicht stärkeren Foil-Performance, brauchte sich die Schweizerin nie zu verstecken.

Mettraux kurz nach dem Start © rdr

Als sie das Gate im Norden von Guadeloupe erreichte, lag sie gerade mal 25 Seemeilen hinter Maxime Sorel (Rang 6) auf dem neuen, spektakulären „Drachen“-IMOCA V & B. Von Biotherme mit Paul Meilhat trennten sie lediglich 20 Seemeilen – nach einer Atlantiküberquerung ist das mit hautnah zu bezeichnen.

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Michael Kunst

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5 Kommentare zu „Route du Rhum: Drei Top-Frauen im 1. Dutzend – Mettraux, Joschke, Hare sind IMOCA-Queens“

  1. avatar Mirko sagt:

    3 Tage Funkstille während einer der größten Offshore Events in diesem Jahr. Statt dessen eine Werbeanzeige zu einer Bootsmesse und Bild & Bericht zu einer Ehrung, die ich eher von den Kollegen der YACHT erwarten würde. Apropos: Die berichten mittlerweile packend, mit guten Fotos und oft aktueller über die Themen, die ich hier erwarten würde. Finde die YACHT hat ihre Hausaufgaben gut gemacht. Hier empfinde ich zunehmend Frust über zu viel Werbung und siehe oben.

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  2. avatar breizh sagt:

    Vielen Dank Mirko für klaren Worte Du sprichst mir aus dem Herzen.

    Über das bloße Übernehmen (es ist ja noch weniger als kopieren und etwas ergänzen) von Pressemitteilungen rege ich mich mittlerweile nicht mehr auf (Anmerkungen dazu in der Vergangenheit waren zwecklos).
    Aber meine Erwartungshaltung zur Berichterstattung des Top-Ereignisses des Offshore Segeln ist gerade zum Ende hin massiv enttäuscht worden. Wo sind die detaillierten Analysen über die unterschiedlichen Routen, Wetteranalyse, Einblicke in die taktischen Entscheidungen der Skipper/innen, Hintergrundberichte und so weiter … Die Yacht ist beim Start der RdR vor Ort SR nicht. Ich vermisse auch eine kritische Auseinandersetzung mit der Leistung von Boris auf dieser RdR. Wenn ich seine Aussagen bei der Yacht lese, fehlt mir schon eine selbstkritische Auseinandersetzung seiner Leistung. In den Kommentaren hier gab es ja mal eine zaghafte Diskussion dazu. Aber das waren ja nur wir Leser. Wo bleibt SR!
    Ich hatte gehofft man nähert sich eher der Qualität der französischen Berichterstattung an, um einen qualitativen und inhaltlichen Unterschied bspw. zur Yachtberichterstattung aufzubauen, aber nichts da. Genau das Gegenteil passiert! Man wird gerade auf dem Standstreifen von der Yacht überholt. Sehr traurig. Die entsprechenden Segelreporter – zu mindestens einen – gibt es ja im Pool bei SR. Man sollte ihn nur auch machen lassen (und bezahlen ).

    Schön, dass sich die drei Damen so gut platziert haben und etwas mehr Einblicke. Gerade für Isabelle aber auch für Pip freut es mich ungemein, dass sie sich so weit vorne platzieren konnten. Wie oben schon geschrieben, mehr davon.

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    • avatar Lauterbach sagt:

      Ich verfolge das ganze von Frankreich 🇫🇷 aus und bin von SR genausowenig begeistert wie von der YACHT.Hier liest man in jedem Lokalblatt mindestens eine halbe Seite, TV ist bei route de rhum präsent, das Frauen letztlich mehr Ausdauer, mehr Biss und vor allem Knowhow haben, war mir immer klar. Das Duell Dalin/Ruyant hat viel Spannung gehabt. Boris Hermann sollte in seinem Marketing professioneller werden und die 40%Ausrede ist schlecht gewählt, da die Zeit von Juli bis November durchaus besser genutzt werden konnte…
      verbogene Bolzen, deutsche Vorsicht und schlechtes Routing…….So wird das nichts, denn es gibt viele andere Teilnehmer mit weniger Erfahrung und Budget, die deutlich weiter vorn lagen.

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  3. avatar Christian sagt:

    Unterfinanzierte Kommerzprodukte wie das aktuelle SR Format sind eben in den Ergebnissen noch bescheidener als Community driven Blogs. Sailing Anarchy ist übrigens auch nur noch zum Gähnen. Keine guten Zeiten für informativen unabhängigen Segeljournalismus. SR war ein Versprechen, das nur für einige Jahre halbwegs eingelöst wurde.

    Aber wenn er will, dann kann er immer noch, der Carsten. Schaff dir mal ein gutes Umfeld, Alter.

    • avatar Christian sagt:

      Miku schreibt übrigens auch oft gute Stücke, habe ich im vorigen Kommentar leider nicht erwähnt. Carsten und Miku, bitte lasst euch vom Verlag nichts vorschreiben, macht euer leidenschaftliches Ding, und dann wird es gut.

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