Route du Rhum: Francis Joyon (62) pimpt Ultim Trimaran mit Fahrrad

Einhand mit zwei Beinen

Es war früher Mode, dass die Trimaran-Skipper die nötige Hydro-Power mittels Beinarbeit aufbauten. Joyon lässt die alte Technik wieder aufleben – im Mix mit dem klassischen Grinder. 

Fünf Mal war er schon dabei: 1990, 1994, 1998, 2002, 2010. Und nun, bei seiner sechsten Teilnahme, will Francis Joyon nichts anderes, als die Route du Rhum 2018 gewinnen. 

Was auf den ersten Blick ein wenig vermessen erscheinen mag. Denn der 62-Jährige gilt zwar als einer der erfahrensten Einhand-Mehrrumpf-Segler unter den 124 Einhand-Skippern am Start der Route du Rhum (u.a. Rekord Einhand-Weltumseglung, Rekord Nord-Route Atlantik, Rekord 24 Stunden, Trophée Jules Verne mit Crew).

Doch startet Joyon mit seinem Ultim-Trimaran auch in einer der anspruchsvollsten Klassen, die jemals bei dieser legendären Regatta am Start waren. 

IDEC, Ultim, Joyon, Route du Rhum

Francis Joyon radelt beim Segeln © liot

„Dass ich die wahrscheinlich aktuell besten Hocheesegler als Konkurrenten bei dieser RdR haben werde, lässt mich ehrlich gesagt ziemlich kalt,“ gab Joyon kürzlich zum Besten. „Den Esprit der Jungen kann ich mit reichlich Erfahrung wettmachen.“ Und sogar der Umstand, dass er mit dem zweitältesten Trimaran in der sechs Boote starken „Ultim“-Flotte an den Start gehen wird, macht ihm wenig Sorgen. Vielmehr sieht er darin seine Chance. 

Denn sein Ultim Trimaran „IDEC Sport“ (ex Banque Populaire, ex Groupama 3) hat die Route du Rhum bereits zwei Mal gewonnen. Ganz zu schweigen vom Jules Verne Trophy-Rekord, als die beiden – also Joyon und der Trimaran – gemeinsam mit Crew in Rekordzeit nonstop um die Welt segelten (40 Tage in 2016). 

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Wenn schon denn schon: Joyon will siegen. Ganz egal, wie alt sein Trimaran auch sein mag © liot

„Wir sind bestens aufeinander eingespielt und ich habe den Tri ganz nach meinem Gusto gepimpt,“ sagte Joyon unlängst bei einem Interview mit dem französischen TV.  Verbesserte und modifizierte Foils, neue Ruder mit T-Foils und… ein Fahrrad, auf dem er – in Ergänzung zu den klassischen Arm-Grindern – die Winschen per Beinarbeit bedienen will.  

Die Kraftarbeit auf dem Fahrrad komme ihm sehr entgegen, sagt Joyon. Sie sei gelenkschonender als an der „Kaffeemühle“ und beides abwechselnd eingesetzt die für ihn ideale Lösung. So können einseitige Belastungen im Körper reduziert werden. 

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Gepimpt mit neuen Foils, T-Foil-Rudern… und einem Fahrrad © liot

Grundsätzlich ist sich Joyon sicher, dass der Mix aus bewährtem Boot und reichlich Einhand-Erfahrung durchaus Siegchancen hat. Auch dann, wenn andere Ultim Trimarane vielleicht ein deutlich höheres Speedpotential aufweisen. „Bekanntlich kann während so einer Atlantiküberquerung viel passieren,“ meint Joyon achselzuckend.  

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