Route du Rhum IMOCA-Entscheidung: Thomas Ruyant siegt mit Rekord – 15,5 Kn-Schnitt

Aus dem Schatten getreten

Thomas Ruyant hat bei der Route du Rhum in der IMOCA-Klasse den vermeintlich unbesiegbaren Charlie Dalin in die Schranken gewiesen. Er dominierte die Vorwind-Endphase.

Thomas Ruyant hat Charlie Dalin bei der Route du Rhum in der IMOCA-Klasse besiegt. © Pierre Bouras – TR-Racing

Am Montagmorgen, den 21. November, hat Thomas Ruyant die Ziellinie der Route du Rhum vor Pointe-à-Pitre (Guadeloupe) auf Platz eins überquert. Der 41-Jährige aus Malo-les-Bains bei Dünkirchen beendete die zwölfte Ausgabe der Regatta nach 11 Tagen und 17,36 Stunden. Er unterbot damit den Francois Gabarts Rekord von 2014, der für die 3.542 Meilen 12 Tage 4,38 Stunden benötigt hatte. Auf dem Wasser legte Ruyant 4 362 Seemeilen zurück. Damit erreichte er eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 15,49 Knoten.

Das Benchmark-Boot LinkedOut: Thomas Ruyant und Morgan Lagravière beim Transat Jacques Vabre Sieg 2021 © Jean-Marie LIOT / Linked Out

Aber die absolute Zeit ist bei dieser Regatta Nebensache. Es geht um die Platzierung im Vergleich. Und dabei gelang Ruyant mit seiner erprobten LinkedOut eine große Überraschung. Denn der scheinbar übermächtige Gegner Charlie Dalin landete hinter ihm auf Rang zwei. Fast genau zwei Stunden fehlten Apivia zum Sieg.

Thomas Ruyant, müde aber glücklich. © RdR

Dabei führte Dalin neun Tage lang bis zum Freitagmorgen dem 18. November die Flotte der 38 Starter an. Zweimal war er gut 90 Meilen enteilt und hatte Ruyant sogar zwischenzeitlich mehr als 100 Meilen abgenommen. Sein Schiff bestätigte die in der Saison gezeigte Überlegenheit bei harten Kreuzbedingungen und im Flugmodus mit leichtem Schrick in den Schoten. Dabei funktionieren die überlangen Apivia-Flügel am besten.

Nerven bewahrt beim Halsen-Duell

Aber Dalin musste die Meute zweimal nach Flautenpassagen wieder aufschließen lassen. Und für die letzte Phase des Rennens mit genau achterlichen Passatwinden aus Nordost waren vom Material andere Fähigkeiten gefragt.

Längst legendär: Thomas Ruyant sägt bei der Vendée Globe 2020 die Spitze seines Foils ab.

Unter großem Gennaker auf maximal tiefem Vorwindkurs kommen die Foils nicht mehr so sehr zum Tragen – im wahrsten Sinne des Wortes. Ruyant zog vorbei und bestätigte schon “Seine Foils sind zwar besser als die der restlichen Flotte. Allerdings ist dieser Unterschied vor dem Wind weniger spürbar.” Zuvor hatte er keinen Hehl daraus gemacht,

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Carsten Kemmling

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