Route du Rhum: Loick Peyron auf „Banque Populaire“ Erster in Pointe-a-Pitre auf Guadeloupe

Sieg in Rekordzeit

In Sieben Tagen und 15 Stunden mal eben schnell über den Atlantik: Loick Peyron bei der Ankunft in Pointe-a-Pitre © courcoux

In sieben Tagen und 15 Stunden mal eben schnell über den Atlantik: Loick Peyron bei der Ankunft in Pointe-a-Pitre © courcoux

Nur 7 Tage, 15 Stunden, 8 Minuten und 32 Sekunden benötigte die französische Segellegende für die 4.199 Seemeilen lange Strecke – Rekord!

Heute Morgen um kurz nach fünf Uhr (MEZ) überquerte Loick Peyron auf seinem Maxi-Trimaran „Banque Populaire“ die Ziellinie vor Pointe-a-Pitre auf Guadeloupe als Sieger dieser 10. Ausgabe der Route du Rhum.

"Die Banque Populaire" auf dem Weg zum Rekordsieg © martinez

“Die Banque Populaire” auf dem Weg zum Rekordsieg © martinez

Der „Asterix der Meere“ unterbot mit seinem Start-Ziel-Sieg die bestehende Rekordzeit von Lionel Lemonchois aus dem Jahre 2006 um zwei Stunden und 10 Minuten und schaffte über die 4.199 gesegelten Seemeilen eine Duchschnittsgeschwindigkeit von 22, 93 Knoten.

Während der eher kniffeligen Zielanfahrt – die Insel muss von Osten kommend nördlich umfahren werden – raste Peyron in Böen noch mit einer Geschwindigkeit von 32 Knoten.

Nach seiner bejubelten, nächtlichen Ankunft in Pointe-a-Pitre unterstrich Loick Peyron gegenüber lokalen Medien, dass die letzten 24 Stunden besonders hart gewesen seien. „Ich stand nahezu ohne Unterbrechung am Ruder, holte nochmals alles aus diesem wunderbaren Trimaran heraus, da ich den Rekord unbedingt brechen wollte! Der Sieg war nicht genug!“

Peyron im Ziel:
Une incroyable arrivée de Loïck Peyron ! von routedurhum

Loick Peyron ging mit 22 Jahren erstmals bei einer Route du Rhum an den Start. Seitdem versuchte er es in sechs weiteren Anläufen, bei dieser legendären Transatlantik-Regatta zu gewinnen. Als 54jähriger und nach einer beispiellosen seglerischen Karriere (u.a. Sieg auf „Gitana“ bei der „Transat“, Jules-Verne-Trophy für die schnellste Nonstop-Weltumseglung, America’s-Cup-Teilnahme) „gönnte“ sich Peyron nun endlich dieses „weitere Sahnehäubchen seiner Karriere“, wie er es nach der obligatorischen Champagnerdusche am Steg in Pointe-a-Pitre formulierte.

Es Darf geduscht werden © courcoux

Es darf geduscht werden © courcoux

Peyrons größter Widersacher Yann Guichard auf “Spindrift 2” lag um sieben Uhr MEZ noch 170 Seemeilen zurück.

Der 31,50 Meter lange Trimaran „Banque Populaire“ kann sich bereits zum zweiten Mal als Sieger einer Route du Rhum feiern lassen. Bei der letzten Ausgabe 2010 schaffte Franck Cammas auf dem VPLP-Design das gleiche Kunststück allerdings nicht in Rekordzeit. Cammas war damals der erste Segler, dem auf einem Maxi-Trimaran, der eigentlich für Hochsee-Rekorde mit Crew konzipiert war (damals “Groupama 3”), der Einhand-Sieg bei der Route du Rhum gelang.

Die letzten Meilen vor dem Ziel:
Premières images de Banque Populaire en approche ! von routedurhum

 

Loick Peyron auf dem Steg in Pointe-a-Pitre:

„Wir haben miteinander geredet, das Schiff und ich. Während der gesamten sieben Tage stand ich im Dialog mit der „BP“. Es war an der Zeit, dass ich jetzt dann mit diesem Blödsinn aufhöre…“

„Zwischendurch war ich auch mal als Höhlenforscher unterwegs. Am dritten Tag des Rennens gab es ein Problem mit der Querstrebe. Also bin ich da rein, um den Zustand zu überprüfen. Habe mich dann schnell davon überzeugt, dass mein Schiff wirklich solide gebaut ist!“

“Seit 12 Jahren hab’ ich keinen Mehrrumpfer dieser Größenklasse alleine gesegelt. Hätte nie gedacht, dass mir damit noch ein so toller Sieg vergönnt ist. Tut mir leid für Armel Le Cleac’h, der ja eigentlich dieses Schiff segeln sollte. Aber ich bin richtig froh, dass ich seinen Platz einnehmen durfte!”

„Eine Vendée Globe-Teilnahme? Oh nein danke! Jetzt konzentriere ich mich erstmal wieder vollständig auf meine Aufgaben im Artemis-America’s-Cup-Team. Das sollte erstmal reichen!“

„Ich fliege in Kürze nach San Francisco zu meiner Artemis-Crew und mit denen gemeinsam nach Australien, um wieder richtig Moth zu segeln. Boote, die wirklich abheben, das ist doch mal was!“

„In vier Jahren mache ich dann auf meinem gelben “Happy“-Klassiker- bei der RdR mit – so, wie ich es eigentlich schon für diese Ausgabe vorgesehen hatte. Nur mit Sextant und so… eine echte Retro-Tour. Mal sehen, ob ich dann noch oft an diesen Trip hier zurückdenken werde!“

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Michael Kunst

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7 Kommentare zu „Route du Rhum: Loick Peyron auf „Banque Populaire“ Erster in Pointe-a-Pitre auf Guadeloupe“

  1. avatar jorgo sagt:

    Es ist leider in Deutschland nicht vorstellbar, das die Volksbank den Segelsport unterstützt!
    Nur so können durch solch hervorragende Segler wie Loick überhaupt erst Legenden entstehen. Toll!!

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    • avatar Alex sagt:

      Es wird auch einfach häufig übersehen, ein Unternehmen unterstützt erst einmal keine Aktivität, Sportart oder Veranstaltung.
      Ein Unternehmen versucht seine Marke bekannt zu machen. Das nennt man gemeinhin Werbung.

      Gerade bei einem Sponsoring im Sport prüft es sehr sorgfältig, ob die Sportarten und/oder Protagonisten auch die gewünschte Werbebotschaft transportieren können.
      Ist diese Prüfung positiv, geht es an die Zahlen. Was will man für diese Werbung ausgeben, und wie hoch schätzt man den Werbewert ein. Die Ermittlung der Höhe von einem Werbewert ist aber ebenso unterschiedlich, wie die Möglichen Berechnungen und Bewertungen.

      Beispiele: der Rekord von Ellen MacArthur hat Kingfither angeblich 50 Mio. gekostet und einen Werbewert von 250 Mio. eingespielt.
      Bei der F1 wird die Zeit gestoppt, in der die Marken zu sehen sind. Da hatte MS mal ein Problem, weil er so weit vorne, einsame Runden drehte und fast nie im TV-Bild war, sprich keine Werbezeit brachte.

      Da in Deutschland die Berichterstattung über Segeln in den Medien doch sehr überschaubar ist, bestehen auch nur sehr geringe Möglichkeiten, den geplanten Werbewert zu generieren. Daher meist nur kleine Summen von Regionalen Unternehmen und für regionale Veranstaltungen.

      Wer jetzt argumentieren möchte, die sollen ihre Gewinne ohne wirtschaftliche Interessen in den Sport stecken, der sollte auch gleich erklären, wie er das der Belegschaft dieser Unternehmen erklärt, dass sie bei Lohnverhandlungen nicht mehr so berücksichtigt werden können.

      Bringt man den Segelsport vermehrt in die breite Öffentlichkeit, wird sich die Zahl möglicher Sponsoren auch erhöhen.

      Bei dem Personenbezogenen Sponsoring bringt Manfred die richtige Reihenfolge auf den Punkt.

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  2. avatar Manfred sagt:

    Es ist erstmal schwer vorstellbar, dass sich “Segler” bei uns durch harte Trainingsarbeit, verbunden mit der Aufnahme großer Lehrinhalte (Naiv, Schlaf, techn. Kenntnisse, Sprachen, usw.) Respekt verschaffen um d a n n bei einer Großfirma anzuklingeln um dort zu zeigen, dass man seinen Leistungswillen und seine Leistungsbereitschaft im Einklang mit den Zielen dieser Firma sieht.

    Stattdessen ist der Markt abgegrast und versaut durch “Segler”, die erst mit dem Geld von Gönnern und Sponsoren meinen, bessere Leistung erbringen zu können. Ich habe viele solcher Bewerbungen, mit blumig ausgemalten Leistungen auf Baggerseen bekommen und ja, ein Knopfdruck im Internet und die Anfrage ist entlarvt.

    Die Leistung von Loick Peyron auf “Banque Populaire” ist unglaublich. Glückwunsch. Wenig Vorbereitungszeit auf dem großen Tri im Verhältnis zu Yann Guichard auf “Spindrift 2″, der mit viel Vorschusslorbeeren und mächtig PR Tamtam und sicherlich auch nicht unbescheidenen Mitteln, unbedingt diesen Sieg wollte. Trotzdem: Hut ab auch vor seiner Leistung!

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    • avatar jorgo sagt:

      @Manfred
      Solche “Luft”- Bewerbungen gibt es in Frankreich bestimmt auch. Die wandern natürlich in den Müll, klar!

      Mein Beitrag war eigentlich nur als (zugegebenermassen) neidvoller Blick ins Nachbarland gedacht.
      Dort ist man als Segelsportler höher angesehen als bei uns. Selbst so ein nur leicht Überdurchschnittlicher wie ich hat es dort schon mal in die 20 Uhr Nachrichten geschafft.
      Hier bei uns ist man irgendwie ein Exot unter den Sportlern. Ein lokaler Redakteur nannte mich mal “Paradiesvogel”, nachdem ich einen ausführlichen Bericht über unsere Saison mit Teilnahmen an Regatten; z.T. Meisterschaften; in Frankreich, Italien, Holland usw. gesandt hatte. Das hat mir schon zu Denken gegeben… .

      Es ist halt so wie es ist!
      Schade ist es nur wirklich, dass bei uns Talente nicht hinreichend gefördert werden. Das war auf jeden Fall schon mal besser, glaube ich. Unser Sport ist ein Nischensport und “die Katze beisst sich selbst in den Schwanz”: Z.B. Da seit einiger Zeit so wenig Medaillen im Segelsport für Deutschland errungen werden ist die Förderung verringert worden … dabei müsste sie für die Segler doch eigentlich gerade verstärkt werden um zu den erfolgreichen Nationen wieder aufschliessen zu können, oder?!

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      • avatar Alex sagt:

        Liest TopGear mit?
        Die haben gerade ein richtig spannendes Rennen gegen einen AC45, mit Sir Ben an der Pinne, ins DMAX gebracht.

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  3. avatar Egon sagt:

    Ja, Spinner gibt es viele. Aber auch Jörg Riechers und Boris Herrmann kriegen keine Kampagne zustande.
    Es stimmt halt, dass Segeln in Deutschland eben nur Randsportart ist. Einen Hauch von Aufmerksamkeit hat vielleicht Illbruck mit dem VOR-Sieg 2002 geschafft. Aber selbst das bekam doch kaum jemand mit und wer kennt die heute noch?
    Da wissen mehr Leute Bescheid, wenn der Außenverteidiger von Hansa Rostock (Platz 16, 3.Liga) gerade einen eingewachsenen Zehnagel hat.

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  4. avatar AlCapone sagt:

    GEIL

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