SailGP: 200 Millionen Dollar Investment vom Sportvermarkter – Team Japan geschwächt

"Beginn einer neuen Ära"

Russel Coutts jubelt über einen Deal mit Endeavor, einem der größten Unterhaltungsunternehmen der Welt, der eine Minderheitsbeteiligung am SailGP erworben hat.

“Diese Partnerschaft verändert das Spiel nicht nur für SailGP, sondern auch für den gesamten Segelsport”. Russell Coutts kann seine Begeisterung über den jüngsten Deal mit der Endeavor Gruppe nicht verhehlen. Schließlich gehört das US-Unternehmen aus Beverly Hills zu den größten Playern der Unterhaltungsbranche.

Es hat im Sport ein besonderes Gewicht, seit 2013 die Übernahme des weltgrößten Sportvermarkters IMG für 2,2 Milliarden Dollar mit gut 3000 Mitarbeitern gelang. IMG ist in 14 Sportarten aktiv insbesondere im Golf, Tennis und Motorsport aber auch im Surfen.

So ist es durchaus bemerkenswert, dass mit dem SailGP nun auch der Segelsport dazu kommt. Den Investitionswert der Minderheitsbeteiligung beziffert Coutts mit 200 Millionen US-Dollar.

Teil der Investition sei der Zugang zum Know-how des Endeavor-Netzwerks in den Bereichen Inhaltsproduktion, Medienrechte-Vertrieb, kreative Dienstleistungen, Lizenzierung, Sponsoring und Verbrauchermarketing, heißt es in einer Mitteilung.

“Ansprechendes, konsumierbares, beständiges und aufregendes Format”

“Dieser Einstieg von Endeavor bei SailGP stärkt unsere Position und signalisiert die langfristig positive Wertentwicklung der Veranstaltung”, sagt Coutts. “Das ist der Beginn einer neuen Ära in unserem Sport.”

Endeavor-Präsident Mark Shapiro erklärt: “SailGP verändert die Art und Weise, wie die Menschen das Segeln sehen. Zum ersten Mal wird der Sport in ein allgemein ansprechendes, konsumierbares, beständiges und aufregendes Format verpackt und damit in Einklang mit einigen der wichtigsten Sportveranstaltungen der Welt gebracht. Wenn die erste Saison ein Anzeichen dafür ist, wie sich SailGP entwickelt, hat die Rennserie unglaubliches Potenzial und einen hohen Wert für seine Partner. Wir freuen uns darauf, die Zukunft der Liga mitzugestalten.”

Team France vor dem Openhaus in Sydney. Ende Februar ist es wieder so weit. © Eloi Stichelbaut for SailGP

Auch Nathan Outteridge, Skipper beim japanischen SailGP Team äußert sich begeistert. “Man muss sich nur einige der Sportobjekte anschauen, mit denen sie arbeiten, um zu verstehen, was das bedeutet.” Er glaube, dass damit eine deutliche Erweiterung der Reichweite einher gehen wird.

Alternative zum America’s Cup

Tatsächlich könnte dieser Deal einen Aufmerksamkeits-Boost für den Segelsport bedeuten und den SailGP auf eine neue Ebene hieven in Bezug auf den Anspruch, die führende professionelle Segelsport-Veranstaltung der Welt zu werden. Coutts zielt darauf, eine echte Alternative zum America’s Cup zu kreieren.

Der Erfolg hängt aber schließlich davon ab, ob die zweite Saison sportlich spannender werden kann, als die erste, die von zwei Teams dominiert wurde. 2020 besteht die Schwierigkeit, dass sich einige der vielversprechendsten SailGP-Segler ersteinmal auf ihre Olympiakampagnen konzentrieren müssen.

So scheint die Dominanz des australischen Teams um Skipper Tom Slingsby, das zum großen Teil aus Mitgliedern des ehemaligen Oracle Team USA besteht, 2020 noch größer werden zu können. Denn die Japaner sind durch den Abgang von Nathan Outteridges langjährigem Segelpartner Iain Jensen als Wing-Trimmer stark geschwächt.

Nathan Outteridge trainiert mit seinem neuen japanischen Flight Controller am Simulator. © Beau Outteridge SailGP JApan

Der Wechsel kommt auch zustande, weil die Ausnahme bei der Nationalitäten-Regel für das japanische Team abgeschwächt wird. Für die zweite Saison müssen 60 statt 40 Prozent des Teams aus dem Land kommen, für das das Team antritt. Und Jensen wechselt im SailGP als Wing Trimmer zu Ainslies INEOS Team UK, für das er auch im America’s Cup arbeitet.

Outteridge bleibt den Japanern als Steuermann erhalten, aber er muss nun Leo Takahashi als Flight Controller einarbeiten, der vorher als Grinder im Einsatz war. Takahashi ist 49er-Segler und 43. der Weltrangliste.

Ayden Menzies steigt zum Wing-Trimmer auf. Outteridges Landsmann war vorher für das japanische Shoreteam zuständig segelte aber auch beim America’s Cup Team Artemis. Auf dem Papier sieht die Crew-Umstellung der Japaner nach einer massiven Schwächung aus, aber das wird sich beim ersten SailGP der zweiten Saison am 28. und 29. Februar in Sydney zeigen.

 

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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