SailGP Auckland: Massiver Crash zwischen NZL und FRA stoppt Rennen – zwei verletzte Segler

„Alles ging so schnell“

Der erste Tag des zweiten SailGP-Saisonevents in Auckland ist nach zwei Rennen durch eine katastrophale Kollision zwischen dem Heimteam aus Neuseeland und den Franzosen abrupt unterbrochen worden. Beide Boote sind zerstört, zwei Segler wurden ins Krankenhaus gebracht. Wie der Crash ablief.

Es passierte kurz nach dem Start zum dritten von vier geplanten Rennen. Peter Burling hatte mit dem Heimteam einen guten Start hingelegt und raste mit maximalem Speed um 50 Knoten auf die erste Marke zu. Er beschleunigte aus der Luvposition weiter, um knapp vor Erreichen der ersten Bahnmarken-Zone die Vorfahrt gegenüber den Franzosen zu sichern.

Um auf einem F50 Gas zu geben, hebt man den Katamaran besonders hoch aus dem Wasser, verringert dadurch die Reibung an den Foils und wird schneller. Das Problem in diesem Fall: Flight Controller Leo Takahashi übertreibt es offenbar mit dem Anstellwinkel des Unterwasserflügels. Der böige Starkwind spielt an diesem Tag auch eine große Rolle und sorgt auf vielen Booten für Fehler und Abstimmungsschwierigkeiten.

Der Moment des Aufpralls zwischen Neuseeland und Frankreich. © SailGP

Jedenfalls hebt sich der Kiwi-Kat zu hoch über die Oberfläche, verliert den Grip im Wasser, rutscht zur Seite und dreht zum Wind hoch. Er verliert auch mit dem T-Foil des Luvruders den Kontakt zum Wasser – es kann das Heck nicht mehr nach unten ziehen –, die Bugspitzen stechen ins Wasser, das Boot bremst abrupt von 92 auf 27 km/h ab und luvt scharf an. Die achteraus liegenden Franzosen können nicht mehr bremsen und krachen mit ihrem Leerumpf über den Luvrumpf der Kiwis.

Dabei wird offenbar der vordere Grinder Louis Sinclair auf dem neuseeländischen Boot getroffen. Und die französische Strategin Manon Audinet fliegt beim Stopp durch den Aufprall von ihrer Position am Heck gegen das Steuerrad des eigenen Bootes.

Crash zwischen Neuseeland und Frankreich. © SailGP

Als die Verletzungen der beiden Segler bekannt wurden, brach die Wettfahrtleitung das Rennen schnell ab. Beide wurden umgehend in ein Krankenhaus gebracht. In einem aktuellen Update der Neuseeländer zum Zustand heißt es: „Louis Sinclair erlitt bei dem Aufprall schwere Beinverletzungen. Er wurde umgehend vom medizinischen Personal vor Ort versorgt und anschließend in das Auckland City Hospital transportiert. Sinclair wurde wegen offener Frakturen an beiden Beinen operiert. Er befindet sich in einem stabilen Zustand und wird weiterhin medizinisch überwacht.“

Nach dem Crash kippt das Kiwi-Rigg zur Seite.

Zu Manon Audinet heißt es von den Franzosen: „Sie wurde zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht, um potenzielle Verletzungen im Bauchraum auszuschließen, nachdem sie bei der Kollision mit hoher Wucht gegen das Steuerrad des Bootes geschleudert worden war. Audinet ist bei Bewusstsein, in stabilem Zustand und wird derzeit weiteren Tests unterzogen.“ Keine weiteren Athleten der beiden Teams oder anderer Teilnehmer meldeten nach dem Vorfall Verletzungen.

Black Foils grinder Louis Sinclair © SailGP

Der neuseeländische Skipper Peter Burling sagt nach dem Crash: „Das Wichtigste ist jetzt die Gesundheit von Louis und Manon. Es war ein extrem heftiger Aufprall, und unser Fokus liegt ganz darauf, unsere Teammitglieder zu unterstützen. Wir sind den Rettungskräften sehr dankbar, die so schnell reagiert haben.“

SailGP Crash
© SIMON BRUTY FOR SAILGP

Quentin Delapierre, Skipper des französischen Teams, fügte hinzu: „Wir sind alle tief erschüttert über das, was passiert ist. Unsere Gedanken sind bei Louis und natürlich bei Manon. Es war ein beängstigender Moment auf dem Wasser, und wir warten nun auf weitere Nachrichten aus dem Krankenhaus.“

SailGP Crash
Der abgebrochene Backbord Bug der Franzosen. © James Gourley for SailGP

So ist der Unfall passiert:

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