Emirates Team GBR hat nach einer dramatischen Aufholjagd die vierminütige Final-„Lotterie“ gewonnen und damit die Saisonwertung für das Ainslie-Syndikat entschieden. Der Start misslang, doch dann fielen die Würfel perfekt und bestätigten das Ergebnis der SailGP-Serie nach insgesamt zwölf Events.
Das ganze Finale der drei Saison-Besten:
Was für ein Aufstieg für Dylan Fletcher (37). Vor etwas mehr als einem Jahr verdrängte der britische 49er-Olympiasieger von 2021 überraschend Giles Scott aus dem America’s Cup Cockpit von INEOS Britannia, übernahm das Steuerrad im AC75 neben Ben Ainslie und gewann den Louis Vuitton Cup. Dann passierte das Gleiche beim SailGP: GBR-Steuermann Scott kam dem Schritt zuvor, wechselte zu den Kanadiern, und Fletcher erhielt das Vertrauen von Team-CEO und -Besitzer Ainslie. Nun setzt sich der oft etwas spröde wirkende Aufsteiger der Saison mit dem Sieg in Abu Dhabi die Krone auf.

Dabei stellt sich allerdings wieder einmal die Frage, wie sehr der Anteil des jeweils oft genannten Steuermanns an der Leistung – besonders in dieser Disziplin des SailGP – überbewertet wird. Denn der Start, also die Phase des Rennens, die er am meisten gestalten kann, geht erst einmal ziemlich daneben.
Fletcher ist zu spät dran an der Startlinie. Während Konkurrent Slingsby am Steuer von AUS das perfekte Timing gelingt, rutscht auch noch NZL-Burling in Luv darüber. Der im Training schwer verletzte Zeigefinger – tiefer Schnitt von einem klemmenden Foil – scheint kein großes Problem für den Neuseeländer zu sein.
Der Start:
Am Leetor führt Australien deutlich, die Briten liegen auf Rang drei. Sie haben keine freie Entscheidungsmöglichkeit und müssen zuerst halsen, wodurch sie ein zusätzliches bremsendes Halsenmanöver in Kauf nehmen. Ebenso bei der Rundung des Leetors ist eine schnelle Wende nötig, um dem Windschatten der Kiwis zu entgehen.
Eine kleine Vorentscheidung nach der Leetonnenrundung. AUS verliert Meter nach der ersten Wende:
Aber diese Manöver gelingen perfekt. Während die Aussies ihre erste Wende vermasseln, viel Zeit benötigen, um wieder auf die Foils zu kommen, und dann auch noch die Linksdrehung des Windes auf der falschen Seite erwischen, sammeln die Briten am Ende die mit Abstand meisten Foiling-Minuten und wählen die richtige Strategie.

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