SailGP: Russell Coutts verpflichtet America’s Cup Sieger Jimmy Spithill für das Team USA

Neuer All-Star beim Grand Prix

SailGP hat mit Jimmy Spithill einen weiteren großen Namen für die neue Saison verpflichtet. Der Grand Prix wird damit immer mehr zur Bühne für die besten Segelprofis der Welt. Im August kommt er an die Ostsee.

Seit Russel Coutts den Sportvermarkter Endeavor ins Boot holte, scheint alles möglich. So ist auch der neuste Coup von SailGP zu erklären. Das  Team der USA hat für die Saison 2020/21 eine Umstrukturierung vorgenommen und den America’s Cup Gewinner Jimmy Spithill als Teamchef und Skipper verpflichtet. Damit ist nach Ben Ainslie nun eine weitere Ikone des Segelsports zur America’s-Cup-Konkurrenzveranstaltung gewechselt.

Der neue Skipper des SailGP US-Teams Jimmy Spithill. @SailGP

Die Liga startet nach dem coronabedingten Ausfall der aktuellen Saison nun mit dem ersten der insgesamt neun Grand Prix Events am 24. April 2021 in Bermuda. Erneut wird am Ende der Saison das Preisgeld von einer Millionen Euro ausgeschüttet – der höchste Geldpreis im Segeln überhaupt.

Die Regeln des Sail Grand Prix schreiben für jedes startende Team eine 80 prozentige Nationalitätsquote vor. Das heißt, vier der fünf Segler müssen Staatsangehörige des Landes sein, für das sie segeln. Eine Ausnahme gilt für sogenannte “sich entwickelnde Segelnationen”.

Die Nationaltätsquote der entwickelnden Segelnationen liegt indes bei 40%, wird aber kommende Saison auf 60% angehoben. Diese Änderungen betreffen aktuell das Boot der Japaner, das nach wie vor vom Australier Nathan Outteridge gesteuert wird. Seine rechte Hand Iain Jensen musste wechseln und stieß jetzt als Wingtrimmer zum britischen Team.

Spithill hat US-Pass

Spithill (41) ist in Australien geboren. Aber er besitzt nach seiner langjährigen Tätigkeit für das Oracle-Team eine Green Card und ist amerikanischer Staatsbürger. Der Hauptwohnsitz seiner Familie liegt in San Diego. Das würde seinem Sail Grand Prix Team entsprechend der Quote erlauben, noch einen anderen ausländischen Segler zu verpflichten.

Spithill ist einer der Topathlethen des Segelsports. Über die vergangenen zwei Jahrzehnte segelte er beim America’s Cup und gewann als Skipper des ORACLE TEAM USA zweimal die Trophäe. Aktuell steht er bei dem italienischen Herausforderer Luna Rossa unter Vertrag. Zurzeit teilt er sich dort mit Francesco Bruni die Steuermann-Pflichten – er steuert jeweils nur auf einem Bug.

“Wir sind sehr begeistertert, so einen phantastischen Segler und ehrgeizigen Wettkämpfer beim SailGP willkommen zu heißen” sagt der SailGP-CEO Russell Coutts. “Jimmy bringt viel Erfahrung und Talent in das US-Team und festigt weiter unsere Stellung als Spitzenliga des Sports.”

Start der SailGP Flotte. © SailGP

“Die besten Segler der Welt treten in diesem Format gegeneinander an. Wir haben acht starke Teams, die mit identischen foilenden Katamaranen, in neun verschiedenen Ländern an den Start gehen. Die erste Saison hat großartige Rennen gebracht, die zweite wird das Ganze auf ein anderes Niveau heben. Es wird nun immer mehr zu einem der spannendsten Wettkämpfe, die der Sport je gesehen hat.”

Grand Prix in Aarhus

Ab Juli kommt das Event nach Europa und hat sich mit Großbritannien und Dänemark zwei große Segelnationen als Zielort ausgesucht. Investor Endeavor schwärmt vom Sail Grand Prix. Dieser verpacke Segeln erstmalig in ein “ansprechendes, konsumierbares, beständiges und aufregendes Format”. Für Ostseefahrtensegler könnte sich ein Abstecher nach Aarhus lohnen.

Die ersten Termine des SailGP für die kommende Saison stehen fest. @SailGP

Mit Spithill nimmt SailGP einen weiteren hochkarätigen Segler unter Vertrag. In der ersten Saison starteten bereits die Olympiasieger Tom Slingsby (AUS) und Nathan Outteridge (JPN). 2020 wurden der vierfache Olympiasieger Sir Ben Ainslie (GBR), sowie die beiden America’s Cup Gewinner und Olympiasieger Peter Burling und Blair Tuke (NZL) verpflichtet.

“Es liegt auf der Hand, dass SailGP eines der Spitzenereignisse unseres Sportes ist und neueste Technologien mit spannenden Wettkämpfen verbindet, die an weltweit bekannten Segelorten stattfinden”, so Spithill. “Bei einer solchen Meisterschaftsserie mit den besten Seglern will man einfach dabei sein .”

Der ehemalige Steuermann Rome Kirby wechselt innerhalb des Teams auf die Position des Flight Controllers. Die restliche Crew des US-Boots soll in den kommenden Monaten bekannt gegeben werden. Bevor die vergangene Saison 2020 auf Grund von Covid-19 abgebrochen wurde, bildeten Riley Gibbs, Taylor Canfield, Hans Henken, Peter Kinney und Ben Bardwell die Mannschaft der Amerikaner. Ob sie wieder zum Einsatz kommen, ist noch nicht klar. Gibbs als angehender Nacra17-Olympionike, aber auch Canfield als mehrfacher Match Race-Weltmeister, wären ebenfalls als Steuerleute in Frage gekommen.

Für Spithill und Kirby wird es nichts Neues sein, in der selben Mannschaft zu segeln – beide waren über sieben Jahre Teamkollegen des ORACLE TEAM USA. “Rome und ich haben großen Respekt voreinander, da wir viele Jahre Teamkollegen waren. Ich freue mich darauf ein amerikanisches Team aufzubauen, das jetzt und in den kommenden Jahren in der Lage ist, mit den Besten der Besten zu konkurrieren und zu gewinnen,” so Spithill.

“Unser erster Schritt wird der Aufbau eines Siegerteams sein. Diesen Impuls wollen wir nutzen um den Segelsport in den USA wieder zu beleben. Nachdem ich einen bedeutenden Teil meiner Karriere unter amerikanischer Flagge gesegelt bin, ist das nun für mich eine Möglichkeit einen Weg einzuschlagen, der es erlaubt, die besten US-Talente zu entdecken und zu entwickeln.”

Event-Website

Ein Kommentar „SailGP: Russell Coutts verpflichtet America’s Cup Sieger Jimmy Spithill für das Team USA“

  1. avatar PL_dahm.moritz99 sagt:

    das Frauen genau so gut segeln können ist im SailGP Umfeld noch niemanden aufgefallen oder? Reine Männerveranstaltung bisher… traurig

    Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 2

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