SailGP Sydney: USA mit erstem Sieg – Team Germany fällt zurück trotzt zweier Talentplätze

„Schlechter als es sich anfühlt“

Das Germany SailGP Team hat auch beim dritten Saison-Event nicht an die Leistungen der vergangenen Saison anknüpfen können. Nach dem Abgang des britischen Wing Trimmers Stuart Bithell ist nun auch die starke Form bei Leichtwind etwas verloren gegangen. 

Team USA gewinnt in Sydney. © SailGP

Bei Flautenbedingungen hatte Erik Heil mit seinem Team 2025 unter anderem in Genf den ersten Event-Sieg feiern können und mit weiteren starken Ergebnissen Hoffnung gemacht, dass ein neues Level erreicht worden ist. Aber der Status Quo im Feld der 13 Crews scheint sich für 2026 aktuell noch in eine andere Richtung entwickelt zu haben.

Nach drei Events ist Deutschland auf Platz 9 zurückgefallen. Rang 8 von 11 Teams in Sydney war noch nicht der sehnlich erhoffte Befreiungsschlag für die aktuelle Saison, auch wenn zwei zweite Plätze Hoffnung machen, dass das neu formierte Team mit Wing Trimmer Kevin Peponnet durchaus auch vorne mithalten kann.

Rolex SailGP Championship 2026 Season Leaderboard

(1) Emirates Great Britain // 28 pts
(2) BONDS Flying Roos // 25 pts
(3) U.S. SailGP Team // 20 pts
(4) DS Automobiles SailGP Team France // 20 pts
(5) Los Gallos // 16 pts
(6) Artemis // 15 pts
(7) Red Bull Italy // 11 pts
(8) ROCKWOOL Racing // 11 pts
(9) Germany Deutsche Bank // 10 pts
(10) Northstar // 6 pts
(11) Mubadala Brazil // 5 pts
(12) Black Foils // 2 pts
(13) Switzerland 1 pt

An beiden Tagen in Sydney, die durch Leichtwind geprägt waren, gab es unterschiedliche Probleme für das Germany SailGP Team. Die vier Rennen am ersten Tag konnte Erik Heil teilweise mit sehr starken Starts eröffnen, aber dann fehlte die Leichtwind-Performance auf dem Kurs. Zweimal gingen sehr gute Positionen schon auf dem Weg zur ersten Tonne verloren, als die Gegner schneller waren.

Zwei Rennen am zweiten Tag fielen dann Startfehlern zum Opfer. Im vorletzten Rennen ging eine starke Lee-Position kurz vor dem Schuss verloren, als sich im letzten Moment Kanada in die Lee-Überlappung drückte und beide Teams sogar vor dem Start noch einmal wenden mussten.

Felix van den Hovel und Erik Heil © Simon Bruty for SailGP.

Aber wenn es dann mit dem Timing klappte, wie im letzten Rennen, zeigte das Team mit Platz zwei nach einer starken taktischen Entscheidung am Leetor, dass es durchaus ganz vorne mithalten kann. Es fehlt nicht viel, um wieder weiter vorne angreifen zu können.

Strategin Anna Barth beschreibt die Bedingungen des zweiten Renntages: „Es war ein schmerzhafter Tag, die Boote zu segeln. Die Leichtwind-Bedingungen waren nervenaufreibend, das Highspeed-Foilen bei viel Wind macht natürlich immer mehr Spaß. Aber Wetterabhängigkeit ist Teil des Spiels und ja auch das Schöne an unserem Sport. Es war ein bisschen wie Topfschlagen da draußen. Bei solchen Bedingungen gehört auch immer ein bisschen Glück dazu. Aber wir haben trotzdem gute Fortschritte gemacht.“

Das Resümee von Erik Heil: „Es ist in den Ergebnissen schlechter, als es sich anfühlt. Der Knackpunkt am zweiten Renntag war lediglich der Start in Race 5 mit den Kanadiern an der Linie, die uns quasi das Rennen genommen und sogar kurz berührt haben. Die Starts danach haben wir um einiges besser hinbekommen.“

GER und AUS auf Gegenkurs. © Felix Diemer for SailGP

Sportlich lieferte Sydney eine der engsten Entscheidungen der bisherigen Saison. Während das US-Team unter Taylor Canfield seinen ersten Event-Sieg überhaupt und den ersten Sieg für die USA seit dem Weggang von Jimmy Spithill Ende 2024 feierte, erlebten die lokalen Favoriten aus Australien eine Enttäuschung: Trotz zweier Siege am ersten Renntag verpasste das australische Team BONDS Flying Roos vor heimischem Publikum erstmals den Einzug ins Finale.

Stark präsentierten sich hingegen die Briten vom Emirates Great Britain Team, die sich mit einer kämpferischen Leistung im Leichtwind-Foil-Management den zweiten Podestplatz und damit die Führung in der Gesamtwertung sicherten, sowie die Spanier „Los Gallos“ auf Rang drei. Auch Italien zeigte deutlichen Aufwind und verpasste das Finale nur knapp.

Die SailGP-Flotte in Sydney. © Travis Hayto for SailGP.

Durch die Ergebnisse von Sydney hat sich das Leaderboard der Season neu formiert. Emirates Great Britain übernimmt mit 28 Punkten die Tabellenführung vor den BONDS Flying Roos (25 Pkt.). Das Germany SailGP Team belegt aktuell mit 10 Punkten den 9. Platz und liegt damit nur einen Punkt hinter Italien und Dänemark (beide 11 Pkt.) auf den Plätzen 7 und 8.

Der Fokus richtet sich nun auf den Enel Brasil Sail Grand Prix am 11. und 12. April 2026, wenn der SailGP erstmals in Brasilien gastiert. In der Guanabara Bay werden mit dem DS Team France wieder 12 Boote an der Startlinie stehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert