Sailing Champions League: Doppelsieg für deutsche Liga – Hamburg und Bayern on Top

Bundesliga dominiert

Die stärksten deutschen Liga-Teams haben in St. Petersburg ihre Dominanz gezeigt. Der NRV gewann das Duell an der Spitze knapp vor dem Deutschen Touring Yacht-Club. Die Bayern verloren durch einen Penalty.

Exklusives Regattagebiet neben der Peter-und-Paul-Peter-und-Paul-Kathedrale auf der Newa© Andrey Sheremetev

Der Norddeutsche Regatta-Verein hat in der Champions League seinen Halbfinal-Sieg aus dem Vorjahr wiederholt. Während im vergangenen Jahr Johannes Polgar die Hamburger zum Sieg steuerte, war diesmal Florian Haufe erfolgreich, der seine erste volle Saison für den NRV segelt. Er war mit seinem Team David und Dorian Heitzig sowie Trimmer Miklas Meyer schon beim Bundesliga-Auftakt in Friedrichshafen erfolgreich.

Das siegreiche NRV-Team in St. Petersburg. © Andrey Sheremetev

Der Skipper betonte, dass eine defensive Taktik zum Sieg geführt hat. Vorsichtige Starts bei starker Strömung von hinten reduzierten das Frühstart-Risiko, und so reichte den Hamburgern auf dem schwierigen Kurs mit Spielfeld-Begrenzung bei teilweise sehr starkem Wind und extremer Strömung eine gute Bootsbeherrschung, um eine Serie ohne großen Ausrutscher hinzubekommen.

Das Finale live am Montag:

Die großen Fehler machten die anderen. Zum Beispiel der Deutsche Touring Yacht-Club, der im 14. von 16. Rennen nach einem vorsichtigen Start ein Penalty zu verkraften hatte. Julian Stückl, Patrick Follmann, Jonas Vogt und Tobias Bolduan segelten zuvor vier zweite und einem ersten Platz in Folge und hielten seit den ersten beiden Flights die  Tabellenspitze. Aber die sechs Punkte in diesem verflixten Rennen ließen schließlich den NRV vorbei ziehen.

Abgefahrenes Revier vor der Peter und Paul-Festung. © Andrey Sheremetev

Die Festungsanlage von oben. © Andrew Shiva / Wikipedia

Für die zuletzt schwer gebeutelten Bayern war es dennoch ein fulminantes Comeback im Liga-Betrieb. Denn die geschlagenen internationalen Gegner genügen höchstem Niveau. Drei russische Mannschaften folgen auf den Plätzen drei bis fünf. Bei ihren Vereinen handelt es sich meist weniger um gewachsene Vereine als um Rennställe. Sie unterhalten Profis, die oft in verschiedenen Klassen im Einsatz sind, haben sich aber auch auf die Fahne geschrieben, Nachwuchs an den Sport heranzuführen.

Live-Übertragung vom Sonntag:

Dieses Prinzip gilt für das drittplazierten Navigator Sailing Team aus Moskau. Skipper Igor Rytov steuerte schon beim Champions League Auftakt 2015 auf Rang drei, kommt aber eigentlich aus der Melges 20 Klasse, wo er 2017 die World League gewann.

Für die viertplatzierte Organisation Lord of the Sail Europe steuerte Eugeniy Neugodnikov, über viele Jahre der einzige russische Segelprofi, der international auf höchstem Niveau im Match Race, TP52 und RC44 eine größere Rolle spielen konnte.

Auch der Kollege Sergey Musikhin – Lord of the Sail Europe au Platz fünf – hat seine Wurzeln im Match Race und belegte in der Weltrangliste als Topp-Platzierung einmal Rang 20.

Eine besonders schillernde Figur im Teilnehmer-Feld ist der Schwede Björn Hansen, der für den Kungliga Svenska Segelsällskapet (KSS) an den Start geht. Der 51-Jährige war fast 20 Jahre einer der dominierenden Skipper auf der World Match Race Tour, bevor sie an Bedeutung verlor. Er hat sich offenbar jetzt vom Liga-Format anstecken lassen und gewann im Juli die Club-Europameisterschaft in Griechenland. In St. Petersburg segelte er mit anderer Crew nur auf Platz 12 qualifizierte den Verein aber ebenfalls für das Liga-Finale.

Das gelang auch der Segelkameradschaft Das Wappen von Bremen, die über das Nachrück-Verfahren als Liga-Fünfter zum Einsatz in Russland gekommen ist. Die SKWB konnten erst spät ein Team zusammenstellen und hat in der Zusammensetzung Gordon Nickel, Lisa Schälke, Thomas Dehler und Max Augustin noch keinen Wettkampf bestritten. Augustin ist schließlich normalerweise gegnerischer Steuermann beim Erstliga-Kollegen Blankeneser Segel-Club.

Dafür schlug sich das Team bestens, segelte lange mit um den Sieg, bis dann am Ende Handling-Probleme bei Starkwind zu zwei letzten Plätzen führten. Mit Rang neun qualifizierten sie sich dennoch sicher für das St. Moritz-Finale Ende September.

Gesamtergebnis St. Petersburg

Die für das Finale qualifizierten Top-16 Vereine.

 

 

 

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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