Sailing Worlds: Live Player – Deutsche Flotte ernüchtert – Es wird knapp mit Olympia

49er im Fokus

Zur Halbzeit der Sailing Worlds in Aarhus ist die deutsche Flotte nur schwer in Fahrt gekommen. Zurzeit wären nur zwei Klassen für Olympia qualifiziert. Heute im Live-Player: Die 49er

Die deutschen 49er FX Frauen wollen heute angreifen. © DSV

Eigentlich konnten die deutschen Segler mit hohen Erwartungen zur WM nach Aarhus kommen, zum ersten großen Leistungstest nach den Olympischen Spielen in Rio. Besonders die 470er schienen den Rückstand zur internationalen Spitze deutlich verkürzt zu haben. Die Nacra17-Crews segelten immer häufiger in die Weltspitze, bei den 49er FX Frauen konnte man sich sogar Medaillenhoffnungen machen, die gesamte Trainingsgruppe der Laser-Frauen glänzte mit einzelnen Spitzenplätzen, und die Finnsegler kamen nach ihrem Break durch den Youth America’s Cup auch immer besser in Form.

Bei der WM aller olympischen Bootsklassen in Dänemark musste die gute Form bestätigt werden. Hier geht es schon um was. Die ersten 40 Prozent aller Olympiafahrkarten für Tokio 2020 werden vergeben. Und für die Deutschen sind es in einigen Klassen mehr als die Hälfte, da später viele Plätze nur noch in den Kontinenten ausgesegelt werden.

Wenige positive Überraschungen

Für eine positive Überraschung konnten bisher nur die 49er-Klasse sorgen. Nach der Qualifikation liegen Tim Fischer und Fabian Graf auf Rang drei. Allerdings beginnt heute erst die Goldfleet-Phase, und es muss sich zeigen, ob sich die Newcomer in der Skiff-Weltspitze dort halten können. Auch die Olympia-Bronze-Gewinner Erik Heil und Thomas Plößel segeln trotz wenig Trainingszeit erstaunlich stark. Sie haben mit Rang 9 eine gute Basis, um sogar noch weiter vorne anzugreifen.

Auch auf Philipp Buhl ist wieder einmal Verlass. Überragend, wie er sich all die vielen Jahren bei internationalen Höhepunkten im Mammut-Feld der Laser unter den Besten platzieren kann.

Ganz stark kam diesmal auch Phillip Kasüske im Finn Dinghy in Fahrt. Auf Rang neun ging er in die Goldfleet-Rennen. Aber nach 35/30 gestern ist wieder Ernüchterung eingetreten. Als 18. sind die acht Nationentickets wieder außer Reichweite geraten. der Rückstand zum Medalrace-Platz ist auf 22 Punkte gewachsen. Den muss er in zwei anstehenden Läufen erreichen, um noch unter die ersten acht zu kommen. Das ist möglich, wird aber schwer.

49er Frauen können noch nachlegen

Sicher eingeplant ist eigentlich das Nationenticket im Laser Radial. Schließlich werden in Aarhus gleich 18 Fahrkarten vergeben, und in Japan dürfen 2020 gleich 44 Frauen im Laser segeln, es ist das größte Feld bei Olympia. Und besonders die Weltranglisten 24. Svenja Weger ist in der Lage, das Ticket zu lösen.

Aber Weger startete mit Platz 30 schwach in die Goldfleet-Phase und fiel auf eben diesen Platz auch in der Gesamtwertung zurück. Der Cut für die Top 18 Nationen liegt aber bei Platz 28, den zurzeit Spanien belegt. Das müsste bei drei geplanten Rennen heute noch zu machen sein.

Drei Rennen segeln heute auch die Frauen im 49er FX, wo die deutschen Teams auf den Rängen 22. (Lutz/Beucke) und 29. (Jurczok/Lorenz) rangieren. Die Goldfleet-Qualifikation immerhin ist knapp geschafft. Und wenn die Besten aufeinander treffen sind noch viele Punkte zu vergeben. Die Aufholjagd kann heute beginnen.

Die 470er Männer dagegen werden das Medalrace in dem einen noch ausstehenden Lauf verpassen. Malte Winkel und Matti Cipra zeigten mit Platz zwei im dritten Goldfleet-Rennen, dass sie es können, aber sie liegen mit Rang 23 zu weit vom 11. Platz entfernt der zurzeit für die Nationenquali reichen würde.

Die 470er Frauen haben ihre Serie dagegen schon beendet. Das Medalrace wird am Donnerstag ohne deutsche Beteiligung gesegelt, und genau Platz zehn wäre für die Top acht Nationen nötig gewesen. Nach den EM-Medaillen schienen die jungen Crews gut auf Spur Richtung Olympia, aber diesmal war der 13. Platz von Fabienne Oster und Anastasia Winkel nicht gut genug um für Japan zu buchen.

Die deutschen Nacra17 Crews haben als 22. (Kohlhoff/Stuhlemmer) und 30. (Polgar/Werner) noch nicht ihre Hoffnungen erfüllt, aber sie qualifizierten sich für die Goldfleet. Kohlhoff konnte nach schwerer Krankheit kaum erwarten, schon wieder vorne mitzuspielen, aber in sechs Rennen ist noch vieles möglich. Auch den Neueinsteigern Polgar/Werner wird das Segeln mit den Besten helfen, die Formkurve zu steigern.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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