SCL in Tutzing: Deutsche Teams dominieren erste Wettfahrten

Flaute vor Tutzing

Gerade einmal zwei Stunden wehte eine sehr leichte Brise vor dem Hafen des Deutschen Touring Yacht-Clubs (DTYC), dem Gastgeber für den ersten Qualifier-Event der Sailing Champions League 2020. Wettfahrtleiter Wolfgang Stückl brachte einen Flight mit drei Rennen für die insgesamt 23 Teams aus zehn Nationen durch, dann noch die erste Wettfahrt im zweiten Flight – ehe er die Segler wieder an Land schickte.

Das Gastgeberteam mit Patrick Follmann am Ruder sorgte im zweiten Rennen für einen Sieg. Foto: Volker Göbner

Souverän beherrschte im ersten Lauf das Team des SMC Überlingen die Flotte, kam mit einem Start-Ziel-Sieg über den Parcours. „Wir haben uns einen genauen Plan gemacht und sauber warm gesegelt. Unser Fokus liegt auf dem Bootsspeed – und beim Start gehen wir etwas mehr Risiko, um die Meter vors Feld zu machen“, skizzierte SMCÜ-Steuermann Michael Zittlau die Strategie.

Im zweiten Lauf war der Gastgeber am Start. „Wir sind zu defensiv gestartet“, meinte Patrick Follmann später, „mussten uns dann vorkämpfen.“ Aber ihm und seiner Crew (Felix Röder, Laura Fischer und Tobias Bolduan) gelang das schon in der zweiten Runde. Die Crew des Olympiateilnehmers (im 470er 2012 in London) las die Windstriche richtig und fing das französische Team vom CV Saint Aubin Elbeuf noch ab, verteidigte dann auf dem Vorwindgang ins Ziel und holte den ersten Sieg.

Der WVH und der NRV trafen im dritten Rennen des Tages direkt aufeinander. Foto: Göbner

Im dritten Durchgang trafen dann WV Hemelingen und der NRV aufeinander. Der WVH mit Steuermann Carsten Kemmling hatte zunächst das Feld weitgehend unter Kontrolle, segelte knapp hinter einem schwedischen Team ums Luv-Fass und machte Boden gut auf dem besseren Vormwind-Weg. Doch am Gate wurde ihnen ein Penalty aufgebrummt – und schon trieben die Bremer das Feld vor sich her. „Ich dachte, ich bin längst im Drei-Längen-Kreis“, verstand Kemmling die Entscheidung des Schiedsrichters nicht ganz. Der WVH gab aber nicht auf und holte noch ein paar Plätze, kam als fünftes von acht Booten ins Ziel. An der Spitze fing auch der NRV mit einer Privatböe die Schweden vom Hjuviks Batklubb wenige Meter vor dem Ziel noch ab. Steuermann David Chapman grinste über beide Ohren, ehe er das Gesicht beim Crew-Wechsel wieder hinter der Maske versteckte. Die Hygieneregeln im DTYC sind streng, der Club betreibt einen großen Aufwand, um die Regatta in diesen Zeiten durchzuziehen.

Erst in der vierten Wettfahrt gab es einen Sieg durch ein nicht-deutsches Team. Foto: Göbner

Erst in der vierten Wettfahrt kam ein Boot einer anderen Nation als Erstes ins Ziel: Die Schweizer vom Bordée de Tribord waren klar vor dem Württembergischen YC.

Zu weiteren Wettfahrten kam es angesichts eines immer glatter werdenden Starnberger Sees am Donnerstag nicht mehr. Noch stehen drei Tage vor Seglern und Wettfahrtleitung – davon am Freitag ein weiterer Hochsommertag mit Temperaturen erneut über 30 °C im Schatten. (vg)

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