Segel-Bundesliga: Abmeldung aus der zweiten Liga – Nur noch zwei Ost-Vereine dabei

"Zu aufwändig"

Nach sechs Jahren meldet der Schweriner Yacht-Club seine Mannschaft überraschend aus der Segel-Bundesliga ab. Der organisatorische und finanzielle Aufwand sei zu groß geworden, so der Vereinsvorsitzende Torsten Haverland.

Das Team des Schweriner Yacht-Club im Liga-Einsatz 2014. © DSBL

Der Schweriner Yacht-Club gehört zu den stärksten Segelvereinen der ehemaligen DDR. Hier wurden einige der besten deutschen Segler ausgebildet. Viermal qualifizierten sich seine Crews für Olympia. Diese Basis bildete die Grundlage für starke Ergebnisse in der Deutschen Segel-Bundesliga, die vom SYC mit gründet wurde.

Aber nach der Anfangseuphorie wurde es immer schwerer, das Niveau zu halten. Das Team stieg ab, fand aber eher überraschend den Weg zurück in die Erstklassigkeit.  Besonders als der ehemalige 470er-Segler Jens Lehmann die eher ältere Garde entlasten konnte, schien der Generationenwechsel zu funktionieren.

Aber dann konnte auch er den erneuten Abstieg nicht verhindern. In der vergangenen Saison gelang noch ein dritter Rang in Travemünde, aber mit dem 13. Gesamtplatz konnten die Schweriner das weitere Durchreichen nur knapp verhindern.

Die Perspektive war offenbar nicht vielversprechend für die neue Saison. Aber so spät vor dem Saisonstart ist der Rückzug aus der Liga doch überraschend. Zumal er kurz nach dem Rückzug des Yacht Clubs Berlin-Grünau kommt, der zweiten erfolgreichen Segel-Kaderschmiede aus dem Osten.

Neues Konzept erarbeiten

Der organisatorische und finanzielle Aufwand sei zu groß geworden, so der Vereinsvorsitzende Torsten Haverland. Auf der Club-Seite heißt es: “Die erfolgreiche Teilnahme an der Segel-Bundesliga ist mittlerweile sehr aufwändig. Zur Anschaffung eines Trainingsbootes kommen die Meldegebühren und die Reisekosten für die Regatten in ganz Deutschland. Die Organisation des Trainings gestaltete sich immer schwieriger, weil die Team-Mitglieder zum Großteil nicht mehr in Schwerin leben und arbeiten.

Im Vorstand wird seit einigen Wochen an einem Konzept zur sportlichen Ausrichtung gearbeitet. Die Entscheidungen zur Zukunft der Olympischen Bootsklassen zwingen uns dazu. Dabei werden auch die Belange der Seglergeneration im Auge behalten, die für den Verein in der Bundesliga gesegelt ist. Auch über die Anschaffung eines “kompatiblen” Vereinsbootes für möglichst viele Segler in unserem Verein wird beraten.”

Dass es auch anders gehen kann zeigt der Akademische Segler-Verein Warnemünde (ASVW). Er war am Wochenende bei der Liga Trainings-Regatta Frühingserwachen I gleich mit drei Booten angereist. In Rostock verbreitet sich der Liga-Virus immer weiter. Aber der ASVW ist mit dem Röbeler Segler-Verein Müritz nun nur noch der zweite Liga-Teilnehmer aus dem Osten.

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Carsten Kemmling

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4 Kommentare zu „Segel-Bundesliga: Abmeldung aus der zweiten Liga – Nur noch zwei Ost-Vereine dabei“

  1. avatar Liga-Vereins-Mitglied sagt:

    Wir sind bei uns im Verein schon immer etwas über 800 Mitglieder. Jetzt machen wir seit ein paar Jahren in der Liga mit und sind immer noch etwas über 800 Mitglieder.
    Wenn man nach ein paar Jahren nachfasst hat sich kein KPI im Verein verbessert.
    Ich könnte mir vorstellen, dass die Liga deshalb in einiger Zeit eine größere Fluktuation von den Vereinen erlebt, die Ihre KPIs einmal genau analysieren und dann im Vorstand eine harte Diskussion durchstehen.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 17 Daumen runter 2

  2. avatar Hamburgerjung sagt:

    „Wenn man nach ein paar Jahren nachfasst hat sich kein KPI im Verein verbessert.“

    Ob sich soetwas kurzfristig in KPIs messen lässt?

    Noch etwas: schön zu wissen, dass Vereinssport und sozialer Zusammenhalt in KPIs zusammen gefasst wird. Wenn alle Vereine das tun würden wäre dem Segelsport sicher geholfen.

    Sarkasmus off.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 5 Daumen runter 9

    • avatar Liga-Vereins-Mitglied sagt:

      Vereinssport und sozialer Zusammenhalt ist ja nichts, was ein Verein nur hat, weil er in der Liga spielt. Viel mehr ist es ja regelmäßig so, dass wenn von 800+ Leuten eine Mannschaft gefördert wird, dann gibt es eben nicht nur Leute, die das super finden. Und die stellen dann Fragen und haben auch ein Recht darauf, dass diese beantwortet werden. Und sowas kann man sehr schön mittelfristig mit KPIs messen und beantworten, auch im Vergleich zu anderen Aktivitäten des Vereins, die in finanzieller Konkurrenz zur Liga stehen.

      PS: Ich bin übrigens (noch) Liga-Unterstützer.

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 12 Daumen runter 0

      • avatar Hochsee-Segler sagt:

        Was für KPIs benutzt ihr? Könnte ohne Bundesliga auch besser sein, oder schlechter.

        Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

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