Segel-Bundesliga: Junge Düsseldorfer Yacht-Club Crew überraschend Erstligist

Die Schüler und Studenten im Oberhaus

Eine der großen Überraschungen der Segel-Bundesliga Relegation war der Aufstieg der jungen Crew vom Düsseldorfer Yacht Club mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren. SR hat nach den Hintergründen gefragt.

Segel-Bundesliga

Das wohl jüngste Team vom Düsseldorfer Yacht Club schafft mit Platz fünf die Bundesliga Qualifikation. © DSBL GmbH / Lars Wehrmann

Bei den Gewinnern der Segel-Bundesliga Relegation ist schon das eine oder andere graue Haar zu erkennen. Erfahrung mit dieser Art des Rüsselboot-Segelns und eine eingespielte Crew waren die wichtigsten Voraussetzungen für vordere Platzierungen.

Der Kieler Yacht Club punktete durch langjährige J/80 Erfahrung wie auch die junge Crew die Segelkameradschaft Wappen von Bremen. Die Männer der Seglervereinigung Itzehoe segelten zuvor auf höchstem Niveau Melges 32 und der Bodensee-­Yacht-Club Überlingen hat sein neu gebildetes Team durch intensives Training zusammengeschweißt.

Die ersten vier hätte man dort auch erwarten können. Favoritenstürze gab es kaum. Da passt nur der Sprung des Düsseldorfer Yacht-Clubs ins Oberhaus nicht so richtig ins Bild. Die Leistung der zusammengewürfelten mit einem Altersdurchschnitt von 22 Jahren war eine faustdicke Überraschung. Wie konnte dieser Coup gelingen?

Erstligisten jagen

„Wenn es gut läuft, packen wir vielleicht die 2. Liga, hatten wir uns ausgerechnet“, erzählt Skipper Jan-Philipp Hofmann gegenüber SR. Und es lief gut, sehr gut sogar. Am Ende wurde seine Crew der Underdogs stolzer Fünfter von 61 und darf fortan als Erstligist den NRV Hamburg als Titelverteidiger und die anderen Top-Clubs jagen.

Am Trainingsaufwand kann es kaum gelegen haben. Ein einziges Mal traf sich die Truppe vorher im holländischen Monnickendam zum Test. „Und die obligatorischen 45 Minuten in Glücksburg haben wir natürlich auch genutzt“, sagt der 22-Jährige Langenfelder Hofmann, der mit seinem drei Jahre jüngeren Bruder Nils-Henning (19) sowie Julius Schrader (24) und Patrick Teichelt (23) unterwegs war. „Wir sind alle Schüler und Studenten in der Klausurphase, da war gar nicht mehr drin.“

Ehrgeizig seien sie schon gewesen und hätte auch Erfolgsdruck verspürt. Aber eben nur so viel, wie der seglerischen Leistung gut tat. Nun heiße das klare Ziel Klassenerhalt. Hofmann: „Da machen wir uns gar nichts vor.“ Ein eigenes J-Boot zum Trainieren werde es im Verein vermutlich auch in der 1. Liga nicht geben. Die Mannschaft soll rotieren, der vorgeschriebene Zehnerkader ausgeschöpft und eingesetzt werden.

Höhepunkt 505er WM

Zwangsläufig, denn auch Hofmann selbst hat nicht an allen „Spieltagen“ Zeit. Schließlich wolle er als amtierender 505er-Junioreneuropameister mit Felix Brockerhoff aus Duisburg dieses Jahr bei der 505er Weltmeisterschaft in Kiel punkten und die Juniorenwertung gewinnen.

Höhere, olympische Ambitionen hat der ältere der Hofmann-Brüder jedoch nicht. Er sagte vor zwei Jahren dem 470er ade. Das Maschinenbau-Studium in Aachen und danach die berufliche Karriere stehen im Vordergrund. Der jüngere wird vielleicht in Kiel nahe des Olympiastützpunkts studieren, um sich die Option einer Olympiakampagne offen zu halten. Für Julius Schrader und Patrick Teichelt bedeutet die Erstligateilnahme immerhin eine Art Wiedereinstieg in den Leistungssport.

Jan-Philipp Hofmann begeistert am Konzept Segel-Bundesliga vor allem, dass es jeder verstehe. „Endlich wurde mal was geschaffen, dass sich auch die vielen Nicht-Segler unter den Freunden, Verwandten und nicht zuletzt den Medien vorstellen können.“

Ergebnisse Segel Bundesliga Relegation

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2 Kommentare zu „Segel-Bundesliga: Junge Düsseldorfer Yacht-Club Crew überraschend Erstligist“

  1. avatar Sven 14Footer sagt:

    Hmm, aber warum die Jungs so uberraschend gut waren beantwortet der Artikel nicht.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 1

    • avatar Marc sagt:

      Weil es auch Leute gibt die segeln können und nicht in Hamburg oder Bayern wohnen? 🙂

      Wir sind hier halt alle manöverfest, da man auf den ganzen Baggerseen hier nie länger als 120 Sekunden auf einen Bug segelt 🙂

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 11 Daumen runter 0

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