Segel-Bundesliga: Relegation in Hamburg – Svenja Weger (20) gegen die alten Hasen

Die letzte Entscheidung

Am Wochenende fällt für drei von sechs Vereinsteams auf der Alster die Entscheidung, wer 2015 in der Segel-Bundesliga segeln darf. Die Zweitliga-Clubs schicken starke Teams.

Segel-Bundesliga

Kann Leopold Fricke und sein Team wieder so jubeln für den Chiemsee Yacht Club? © Segel-Bundesliga

Die größte Überraschung ist die Zusammensetzung der Crew vom Potsdamer Yacht Club. Nicht Martin Metzing, der das Berliner Team beim Zweitliga-Finale am Bodensee auf den Relegationsplatz hievte, geht an den Start, sondern 20-Jährige Svenja Weger.

Die aktuelle Europameisterin der olympischen Laser-Radial-Klasse, steht vor ihrem ersten Einsatz in der Bundesliga, und gleich geht es ums Ganze.  Die Konkurrenz ist deutlich erfahrener. Aber Weger sagt: “Es ist ein sehr ausgeglichenes Feld. Alle meinen es sehr ernst mit der Relegation. Ich denke wir haben dennoch eine gute Chance, vorne mitzusegeln und den Sprung in die 1. Liga zu schaffen. Wir sind fokussiert und packen das.” Deutsche Segel-Bundesliga

Tatsächlich sorgte die junge Laser-Seglerin, die bei der WM in Santander noch die Olympiaqualifikation verpasst hatte für großes Aufsehen bei der Meisterschaft der Meister. Mit einem leichten Frauenteam schaffte sie mit der J/70 bei auf Anhieb einen starken fünften Platz und schlug sogar Wolfgang Hunger im kleinen Finale.

Aber es wäre wohl eine große Überraschung, wenn ihr der Aufstieg gelänge. Favorisiert ist  der Hamburger Segel-Club mit der Meister der Meister Crew um die Gurgel Brüder auf seinem Heimrevier.

Aber auch ex 49er Segler Leopold Fricke hat für seinen Chiemsee Yacht Club schon ganz starke Erstliga-Auftritte hingelegt. 2013 landete der CYC auf Rang fünf in der Liga. Die brenzlige Situation für den Verein hat sich durch zwei letzte Plätze bei den Regatten zwei und drei ergeben, bei denen Fricke nicht gesteuert hat. Allerdings zeigte auch er zuletzt beim Liga Finale mit Rang 15 keine gute Form.

Stark ist auch das Zweitliga Team vom Segel und Motorboot Club Überlingen aufgestellt, diesmal mit dem ehemaligen Tornado Spitzensegler Tino Mittelmeier am Steuer. Er konnte schon bei der Bodensee-Serie Lake Constance Battle punkten und trainiert regelmäßig auf einer J/70 im Verein.

Es wird interessant, wie sich der Düsseldorfer Yacht Club schlägt, bei dem Steuermann Jan-Philipp Hofmann mit seinem Team nach mäßigem Beginn in Hamburg einen fulminanten Schlussspurt hingelegt und mit Rang acht das zweitbeste Saisonergebnis geholt hatte. Diesmal rüstet der Verein die Crew zusätzlich mit Morten Bogacki dem 505er Spitzensegler (2014 WM 7.) als Taktiker auf.

Der Bayerische Yacht Club schickt wieder Club-Manger und Segel-Legende Ilja Wolf ins Rennen, der in Hamburg nur einen 16. Platz erreichte. Der ehemalige FD-Spitzensegler Andreas Plettner soll ihm beim Klassenerhalt helfen.

Was Svenja Weger für den Potsdamer Yacht Club gegen die meist deutlich erfahreneren Gegner erreichen kann, ist wohl die größte Frage.

Alle Teams werden 15 Rennen segeln wie bei normalen Liga-Veranstaltungen. Ab der Mitte der Regatta werden sich die direkten Gegner immer intensiver belauern. Es geht um dei ersten drei Plätze, die Verbleib oder Aufstieg in die 1. Bundesliga sichern.

Die sechs Teams für die Relegation der 1. Bundesliga in Hamburg

Bayerischer Yacht-Club: Ilja Wolf/Andreas Plettner/Adrian Hoesch/Oliver Oczycz
Chiemsee Yacht Club: Leopold Fricke/Nico Lutz/Florian Lautenschlager/Moritz Fricke
Düsseldorfer Yachtclub: Jan-Philipp Hofmann/Patrick Treichel/Morten Bogacki/Matthias van Holt
Hamburger Segel-Club: Max Gurgel/Karl Martin Gurgel/Thorben Strube/Daniel Zenker
Potsdamer Yacht Club: Svenja Weger/Magnus Masilge/Moritz Klingenberg/Erik Schlaaf
Segel und Motorboot Club Überlingen: Tino Mittelmeier/Christian Zittlau/Frederik Schaal/Henrik Schaal

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Segel-Bundesliga: Relegation in Hamburg – Svenja Weger (20) gegen die alten Hasen“

  1. avatar Franz sagt:

    Das Gute ist, man kennt sich schon seit Jahren!
    Von den 24 Teilnehmern kommen mindestens zehn aus dem 420 (I. Wolf nicht mitgezählt) und haben dort schon gegeneinander gesegelt und bei WM, JEM und EM die deutsche Fahne gemeinsam hochgehalten.
    Ist doch klasse, dass die “jungen Wilden” und die “alten Hasen” sich hier bei der Bundesliga wiedertreffen!

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