Segel-Übertragung: Moth-Regatta live kommentiert über die mitfliegende Drohne

Voll auf der Höhe

Sieht so die Zukunft der Segel-Übertragung aus? Die Australische Moth-Meisterschaft wurde live per mitrasender Drohne in Szene gesetzt.

Die aktuelle Entwicklung bei der Kommunikationstechnik hilft dem Segelsport besonders. Nie konnte das Geschehen auf dem Wasser besser in Szene gesetzt werden. Was früher schwer verständlich und meist unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf See passierte, flimmert nun öffentlich und überwiegend frei zugänglich über die Bildschirme.

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Der Sieger Josh McKnight bei der Halse. © Emily Scott Images

Zuletzt hat das Volvo Ocean Race gezeigt, was moderne Drohnen aushalten, und welch unglaubliche Bilder die Onboard-Reporter damit produzieren konnten. Aber auch die Olympiaklassen-Weltmeisterschaft im dänischen Aarhus hat bei der Übertragung eine deutlich verbesserte Qualität gebracht, wie sie von den Segel-Bundesliga-Regatten schon länger geliefert wird.

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Die Moth Flotte auf den Tragflächen kurz vor dem Startschuss. © Emily Scott Images

Dabei geht es insbesondere um die sinnvolle Verbindung zwischen den vom virtuellen Tracker gelieferten Positionsinformationen und von Drohnen gelieferten Live-Bildern. Vielfach werden dazu auch noch On-Board-Bilder verarbeitet.

Das alles erfordert einen hohen personellen und finanziellen Aufwand und sehr segelfachkundige Menschen, die mit der speziellen Dramaturgie einer Segelregatta vertraut sind und ist für den Normalo-Veranstalter nicht zu stemmen.

Wie es auch gehen könnte, haben die Australier bei ihrer aktuellen nationalen Moth-Meisterschaft gezeigt. Die Regatta wurde per live mitfliegender Drohne kommentiert. Der Pilot raste mit seinem Gerät den gesamten Kurs parallel zu den führenden Skippern ab, und seine Bilder waren die Basis für einen Live-Kommentar.

Balance-Akt auf dem Vorwindkurs. © Emily Scott Images

Das klappte jeweils zum Ende der Rennen nicht mehr ganz so gut, weil sich das Feld auseinanderzog, und auch der regattaerfahrene Drohnen-Pilot den Überblick verlor, aber die ungewöhnliche Optik könnte ukunftsweisend und günstig sein. Deutlich besser jedenfalls als Low-Budget-Übertragungen vom schwankenden Motorboot aus, wie es bei jüngsten 18-Footer- oder J/70 Regatten versucht wurde.

Oldie wieder voll auf der Höhe

Sportlich relevant bei der Regatta in Queensland war der dritte Platz des 62-jährigen Moth Pioniers Andrew McDougall, bekannt unter dem Spitznaman ‘AMAC’. Der Entwickler der Mach2 Moth hatte technisch etwas den Anschluss an die Topsegler in der Klasse verloren. Aber nun scheint sein Produkt mit einem neuen Rigg und verbesserten Tragflächen wieder voll auf der Höhe. Dem Oldie gelang in der 14 Rennen-Serie gleich vier Tagessiege.

Andrew McDougall.

62 Jahre, und immer noch voll auf der Höhe im Foiler Zirkus: Andrew McDougall. © Emily Scott Images

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McDougall beim ungewollten Backflip. © Emily Scott Images

Josh McKnight, der Weltmeister von 2012, siegte schließlich doch mit einem Vorsprung von 14 Punkten gegenüber dem Landsmann Luka Damic.

Ergebnisse AUS Moth Nationals

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „Segel-Übertragung: Moth-Regatta live kommentiert über die mitfliegende Drohne“

  1. avatar Holger sagt:

    Haben wir letztes Jahr beim Deutschen Windsurf Cup und den Kitesurf Masters auch schon gemacht.

    Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 0

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