Silverrudder: Nur 29 kamen durch – Max Gurgel schiebt Dehler30 OD aus dem Dreck

Ententeich

Beim Silverrudder 2020 stand die neue Dehler 30 OD Klasse besonders im Fokus, weil sie erstmals acht Boote an die Startlinie brachte. Umso enttäuschender verlief das “Rennen”.

Für eine Segelregatta benötigt man Wind. Das sagt schon der Name. Deshalb werden Regatten abgebrochen, verschoben oder abgesagt, wenn Rasmus nicht mitspielt. Beim Silverrudder 2020 wurde nichts abgesagt. Eine solche Langstrecke braucht wohl eine feste Startzeit und ein klares Zeitfenster – hier 48 Stunden. Die Segler sollen dann eben selbst entscheiden, ob es Sinn macht, den Kurs zu absolvieren.

Das Dehler30 OD Feld beim Treib-Start. “Ententeich” nennt es das Speedsailing-Team. © Speedsailing
/mk

29 Einhand-Skipper haben es ins Ziel geschafft. Schon die Starterliste entsprach nicht dem, was der Meldeliste entsprach. Gut 100 Yachten verzichteten auf die Regatta. Ein Blick auf die Wetterdaten machten wenig Lust auf den Rundkurs. Wie ärgerlich für den Veranstalter, der gerade in Corona-Zeiten vor besondere Herausforderungen gestellt wurde. Aber der Windgott meinte es nicht gut mit den Seglern.

Die Veranstaltung relativ wenig mit einem Segel-Wettrennen zu tun. Man versuchte, sich von der Strömung in die richtige Richtung treiben zu lassen. Aber auch das gehört schon mal zum Wesen des Silverrudders. Durchhalten zählt.

Stellvertretend für die besonderen eher eigentümlichen Erlebnisse auf der Bahn bei solchen Wetterbedingungen steht wohl der Erfahrungsbericht von Max Gurgel. Der mehrfache Match-Race- und Seesegel-Meister, der eine Firma für Yacht-Optimierung betreibt und eine Olympia-Kampagne für 2024 in der neuen Mixed-Offshore-Disziplin gestartet hat, feierte Premiere beim Silverrudder wie auch seine Kampagnen-Partnerin Lena Weißkichel.

Beide nutzten die Veranstaltung zum Training im Hinblick auf die gemeinsamen Olympia-Pläne. Gurgel wollte sich in der neuen Dehler30 OD-Klasse messen, die erstmals acht Boote an eine Startlinie brachte.

Aber die Bedingungen ließen keinen ehrlichen Vergleich zu. Gurgel beschreibt sein Erlebnis:

“Mein erstes Silverrudder und mein erstes Rennen in der neuen Dehler 30 OD Klasse.
Es war ein richtiges Abenteuer. Kurz nach dem Start sah es schon so aus, als wäre das Rennen für mich zu Ende, als ich bei totaler Flaute in Lee vom Feld vom Strom auf eine Untiefe gedrückt wurde. Aber ich bin ins Wasser gesprungen und hab den Kiel vom Sand geschoben.

Als ich nach einer halben Ewigkeit als gefühlt letztes Schiff meiner Klasse den Svendborg Sund verlassen hatte, begann die Aufholjagd. Im kleinen Belt war ich wieder voll dabei. Dritte Dehler 30 an der ersten Brücke in Middelfart.

Aber dann wieder auf Grund, wieder tauchen und schieben. Eine Ewigkeit ankern bei Flaute und Gegenstrom. Hinter der zweiten Brücke hab ich dann von Olli Schmidt-Rybandt die Führung übernommen, nachdem sich Morten Bogacki mangels Hoffnung auf Wind abgemeldet hatte.

Zu Beginn der zweiten Nacht endete aber mein Rennen endgültig in einem Fischernetz südlich von Bågø. Ganz herzlichen Dank an Olli Schmidt-Rybandt der nur ein paar Längen hinter mir war und seine Aussicht auf den Klassensieg einfach vergessen hat, um mir zu helfen!

Dafür verdient er größten Respekt! Hammer Team Spirit in dieser Klasse! Ich bin immer noch überwältigt. Ohne Olli würde ich da vermutlich immer noch hängen. Herzlichen Glückwunsch an Arno Kronenberg, der als beste Dehler 30 und drittes Boot der Klasse Keel Boat Small das Ziel erreicht hat!”

Ergebnisse Silverrudder 2020

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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