Solitaire du Figaro: Favorit Yann Eliès gibt die erste Etappe nach Mastbruch auf

Aus der Traum

Eliès rundete gestern in Führung liegend den Wolf Rock im Ärmelkanal, als  nach der Wende „die Palme“ seiner Figaro 2 brach.

Aus für Yann Elies, Favorit der "Solitaire du Figaro" © Courcoux

Aus für Yann Elies, Favorit der “Solitaire du Figaro” © Courcoux

Eigentlich unterstrich der Sieger der vergangenen beiden „Solitaire du Figaro“ Auflagen  seine Favoritenrolle eindrucksvoll beim Start zur ersten Etappe (Deauville – Owers, Wolf Rock – Astan (vor Roscoff) – Plymouth = 900 Seemeilen).  Zwar startete Yann Eliès denkbar ungünstig mit einem Einzelrückruf. Und das kann sich in dem sehr homogenen Profifeld der Figaro-2-Skipper, die selbst nach langen Strecken mitunter in Minutenabständen ins Ziel kommen, ähnlich katastrophal auswirken wie bei einer Laser-Regatta. Doch bereits zur Hälfte der ersten Etappe, kurz vor Wolf Rock,  hatte Eliès sich den Spitzenplatz erobert.

Das war's dann © courcoux

Das war’s dann © courcoux

 

Doch dann kollabierte sein Rigg. Bei einer Wende vor dem markanten Leuchtturm brach auf der Figaro 2 ein Wantbeschlag – Sekunden später herrschte Chaos an Deck des “Figaristen”.

Aus dem exakt gleichen Grund kam beim AG2R im April kurz nach dem Start der Mast der Figaro 2 „Cercle Vert“ von oben. Die Figaro-2-Szene ist in Aufruhr: Im Etappenziel Plymouth warten schon die Technik-Teams, um Wanten und Riggs aller Schiffe penibel zu untersuchen.

Yann Eliès wollte mit dieser Solitaire du Figaro in den erlauchten Kreis der Dreifach-Gewinner aufgenommen werden (wie etwa Desjoyeaux) und wäre mit einem Sieg der erste Figarist gewesen, der dieses Kunststück in drei aufeinander folgenden „Solitaire“ geschafft hätte.


La première étape vue au ralenti (Etape #1) von lasolitairedufigaro

Gegen 1:30 h heute Nacht rundeten die neuen Spitzenreiter Charly Dalin (Normandy Elite Team) und Jeremy Beyou (Maitre Coq) die bretonische Wendemarke vor Roscoff, um die abschließenden 100 Seemeilen wieder zurück über den Ärmelkanal nach Plymouth zu absolvieren.

Doch bei abflauenden Winden setzte Fabien  Delahaye (Macif) unter Spinnaker deutliche Akzente und schob sich im Morgengrauen an die Spitze des Feldes.

Dreißig Seemeilen vor dem Ziel (Stand: 10:36 Uhr) sind die Führenden nun im Päckchen vereint unterwegs – Delahaye ganz vorne,  Dalin und Beyou nur 0,2 Seemeilen entfernt und die Folgenden sechs Boote sind ebenfalls in Sichtweite.

Die Winde flauen weiter ab… Es könnte noch spannend werden.

Als beste Frau im 37 Boote starken „Solitaire du Figaro“-Feld ist die Deutsch-Französin Isabelle Joschke (geboren in München, wohnhaft in Lorient) derzeit auf Rang 19 dabei.

Eventseite Solitaire du Figaro

Tracker Solitaire du Figaro

Die anderen ziehen hinten sauber an der Wendemarke vorbei, während für Yann Eliès ein Traum geplatzt ist © courcoux

Die anderen ziehen hinten sauber an der Wendemarke vorbei, während für Yann Eliès ein Traum geplatzt ist © courcoux

 

La Solitaire du Figaro

• Die Regatta gilt bei den Hochsee-begeisterten Franzosen seit Jahrzehnten als eine der wichtigsten Prüfungen für Einhand-Segler.

• Das Vier-Etappen-Event (dieses Jahr: Deauville-Plymouth-Roscoff-Les Sables-d’Olonnes–Cherbourg Octeville) findet in diesem Jahr bereits zum 45. Mal statt.

• Namensgeber ist die Französische Tageszeitung „Le Figaro“, bis heute medialer und finanzieller Sponsor der Regatta.

• Gesegelt wird auf „Benèteau Figaro 2“ : 10,10 m Länge, 3, 46 Meter Breite, 66 Quadratmeter Segelfläche am Wind, Spinnaker (kein Gennaker!) 85 Quadratmeter.

• Die meisten der französischen Hochseesegelstars sind durch die überaus harte Schule der Solitaire gegangen, bevor sie sich auf anderem „Terrain“ (etwa Vendée Globe, Route du Rhum etc.) weitere Lorbeeren verdienten.

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Michael Kunst

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