SR-Interview: Lennart Burke über Rückschläge, Business- und IMOCA-Pläne, Boris Herrmann und einen Neubau

„Wir wollen allen noch mal eine schöne Show bieten“

Lennart Burke wäre lieber auf See, anstatt auf der boot Düsseldorf Interviews zu geben. Umso mehr, weil es nach seinem und Melwin Finks Coup bei der zweiten Globe40-Etappe nun auch ohne die jungen Deutschen zu einem unfassbar knappen Finale gekommen ist. Der Ausgang wurde erst einen Tag nach dem Finish festgelegt.

Die Wettfahrtleitung hat entschieden, sich nicht zu entscheiden. Soll heißen: Das Rennen zwischen BELGIUM OCEAN RACING – CURIUM und CREDIT MUTUEL wird als totes Rennen gewertet. Ein erstaunlicher Vorgang, den es so wohl noch nie gegeben hat bei einem Langstreckenrennen.

Die beiden Zweihandcrews hatten zuvor von Sydney nach Valparaiso schließlich 6200 Seemeilen absolviert und waren innerhalb einer Minute ins Ziel gekommen, mehr als 1000 Meilen vor den restlichen vier Verfolgern. In der offiziellen Erklärung heißt es, die technische Untersuchung habe widersprüchliche Ergebnisse der Adrena-Kartenanalyse und des Yellow Brick-Beaconsystems ergeben. Deshalb sei kein eindeutiges Ergebnis möglich.

Gleichzeitig über die Ziellinie bei Etappe 4 des Globe40. Ein Sieger kann nicht ermittelt werden. © Liot/Globe40

Zum Zeitpunkt des Interviews in Düsseldorf wusste Lennart Burke noch nichts von dieser Entscheidung. Er berichtet über die eigenen Pläne zum Wiedereinstieg in das Rennen für die letzte Etappe von Recife (Brasilien) nach Lorient. Der Start erfolgt am 29. März.

Segelreporter: Lennart, ich war fast ein bisschen traurig, dich schon am Dienstag hier in der Ecke sitzen zu sehen – da noch mit Melvin. Ihr solltet eigentlich da draußen sein und segeln. Ihr musstet die 3. Etappe abbrechen und zurück nach La Reunion segeln. Wie ist der aktuelle Stand nach eurem Schaden? Melvin ist ja schon wieder unterwegs, oder?

Lennart Burke: Genau. Erstmal vielen Dank für das Interview und die Einladung, dass wir auf der Messe die Zeit finden, noch mal zu schnacken über das, was passiert ist und was jetzt passiert. Ich bin jetzt wieder allein. Melvin bereitet sich schon wieder auf den Rückflug nach La Réunion vor, um das Schiff zu reparieren und auch zu überführen.

Und ja, die anderen segeln. Gerade gab es wieder ein Fotofinish auf der vierten Etappe nach Valparaíso. Unglaublich, nach so vielen Tagen auf See und so vielen Meilen wieder fast gleichzeitig über die Linie zu gehen. Das sagt so viel über dieses Rennen aus und vor allem auch über die Schiffe, die Class 40. Eine super spannende Klasse! Wir werden ja immer gefragt, ob wir nicht auch mal wechseln wollen, aber für uns besteht da noch überhaupt kein Interesse. Die Class 40 bietet uns noch so viel, wir haben noch so viel zu entdecken und zu lernen – wir sind ja auch noch super jung.

Segelreporter: Wir haben ja noch euer Finish in Erinnerung, wo ihr zu dritt um den Sieg gekämpft habt vor La Réunion. Jetzt dachte ich: Okay, eigentlich ist das Rennen nun ein bisschen langweilig ohne euch. Wie hast du den aktuellen Ausgang verfolgt? Sitzt du am Tracker, ist das schon weit weg oder tut es zu sehr weh?

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