SR-Interview: Melwin Fink auf großer Fahrt – Mit 17 das Minitransat im Blick

Atlantik nach dem Abi

Melwin Fink (17) möchte 2021 als jüngster Deutscher beim Minitransat den Atlantik überqueren. Weihnachten ist er auf seinem neuen Mini 1000 Meilen gesegelt. Wie er auf die Idee gekommen ist.

Junge Leute nehmen heutzutage nach dem Abitur ein sogenannten “gap-year”. Meistens geht’s ins Ausland. Zielsetzung: Die Welt sehen, Lebenserfahrung sammeln, Neues ausprobieren, Sprachen lernen. Kontrolliertes “chillen” bevor der Druck wächst, sich auf eine auf berufliche Laufbahn festlegen zu müssen.

Man reist nach Australien, in die USA oder mit Rucksack durch Europa. Melwin Fink hat etwas Ausgefalleneres vor. Er will über den Atlantik. Alleine. Im Regattamodus. Mit einem 6.50 Mini-Bötchen.

Mit der Skippy 650 auf der Ostsee unterwegs. © Maximum Sailing

Der 17-Jährige aus Bad Salzuflen bei Bielefeld, etwa eine Autostunde vom Steinhuder Meer entfernt, will 2021 den großen Schlag über den Atlantik wagen . Und das nicht einfach so, sondern bei einer der härtesten Regatten der Welt, der Minitransat.

Dafür sammelte er jetzt schon über Weihnachten die ersten Qualifikationsmeilen. Jetzt sthet zwar ersteinmal das Abi im Fokus, aber danach reist er an die französische Küste und versucht, sich bei den großen Einhand-Regatten der Mini-Klasse zu behaupten.

Melwin Fink (l.) mit den Kumpels auf langer Fahrt. © Maximum Sailing

Mit Rat und Tat dabei: Hendrik Witzmann, der Drachen-Champ, der seinen Minitransat-Traum nach einer Knieverletzung begraben musste, und mit dem SR-Reporter Michael Kunst eine ereignisreiche Glitsch-Überführung erlebte. Fink hat Witzmanns perfekt ausgestattete Pogo 3 übernommen. Und beide zusammen werden das Mini-Fastnet in diesem Jahr gemeinsam im Doublehand-Modus bestreiten. Es ist die Chance für Fink, jede Menge über das Boot und die Einhandsegelei zu lernen.

1000 Meilen Qualifier geschafft. UAE im Segel vom Voreigner Hendrik Witzmann. © Maximum Sailing

Im SR-Interview erklärt der Youngster, wie es zu dieser Leidenschaft in jungen Jahren gekommen ist. Schon 2016 tobte er sich nach der Jollen-Grundausbildung beim Schaumburg-Lippischen Seglerverein (SLSV) in Steinhude mit zwei Schulfreunden und einer Skippy 650 auf der Schlei aus. Die Osterferien reichten noch dafür aus. Im Jahr danach wagten sie sich auf die Ostsee und der Törn wurde schon länge.

2019 startete er mit einem Mini 6.50 beim Silverrudder rund Fünen, überstand eine Kollision in der Nacht und sammelte jede Menge Erfahrung. Nun will er sich so professionell wie möglich auf das Offshore-Segeln vorbereiten.

Seekrank werde er nicht, und in der Schule läuft’s auch. Als Zweier-Schüler sollte das Abi Ende April kein Problem sein. Nach dem Segel gap-year soll ein Jura-Studium folgen. So weit der Plan. Aber wer weiß schon, wie es kommt…

Maximum Sailing Website von Melwin Fink

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

2 Kommentare zu „SR-Interview: Melwin Fink auf großer Fahrt – Mit 17 das Minitransat im Blick“

  1. avatar Niels sagt:

    Hey Carsten, der Club aus dem der neue Hochseeheld kommt heißt SLSV….!

    Grüße aus Steinhude

    Niels

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