Starboot olympisch: Robert Stanjek plant vorsichtig für Rio 2016 und trainiert Finn Dinghies

Hintertürchen offen

Robert Stanjek spricht bei SR über die guten Chancen eines Starboot-Comebacks für die Olympischen Spiele 2016 in Rio. Die Entscheidung fällt Ende 2013. Bis dahin trainiert er Finn Dinghy Segler.

Der beste deutsche Starboot Steuermann Robert Stanjek

Wird das Starboot wieder olympisch. Robert Stanjek und Frithjof Kleen glauben daran. © EWE

Das Olympia-Jahr geht zuende, die Pläne für 2016 werden geschmiedet, nur die Starboot-Segler hängen in der Luft. Der Weltsegler Verband ISAF hatte sich 2011 in St. Petersburg gegen das Starboot entschieden. In Rio sollte das traditionelle Kielboot nicht dabei sein.

Aber der Trauer hielt sich in der Klasse in Grenzen. Offenbar mochte niemand so richtig an das endgültige Aus glauben. Schon zweimal war das Boot draußen, das 1932 als erste Einheitsklasse ins Olympiaprogramm berufen wurde. 1976 musste es seinen Platz für die Tempest räumen, wurde aber für 1980 wieder eingesetzt. 2000 war die Absetzung erneut eine beschlossene Sache, bis kurzerhand nachträgliche eine elfte Segeldisziplin in Sydney eingerichtet wurde.

Auch diesmal vertrauen die Fans  an das Stehaufmännchen-Starboot.  So hielten sich die Lobbyisten der Klasse nicht lang mit Trauerreden auf, sondern begannen umgehend mit der Arbeit am Plan B. Und der scheint realistischer, denn je.

Robert Stanjek, der Vize-Weltmeister 2011 und Olympia-Sechste erklärt im Gespräch mit SR die Chancen für Rio. Demnach sieht es sehr danach aus, dass es wieder einmal ein Hinterürchen gibt. So habe jeweils der Veranstalter der Olympischen Spiele zwei Wildcards, die er für bestimmte Disziplinen nutzen kann.

Brasiliens Superstar Robert Scheidt

Brasilien Segel Superstar Robert Scheidt

Zugpferd für Olympia in Rio: Starboot Weltmeister Robert Scheidt (r.) mit Bruno Prada. © Paul Kane

Das Interesse für die Starboot-Klasse scheint logisch, da der Brasilianer Robert Scheidt im Land ein absoluter Superstar ist und mit zwei olympischen Goldmedaillen (1996, 2004 Laser) zwei Silbermedaillen (2000 Laser, 2008 Star) und der Starboot Bronzemedaille von Weymouth einer der sichersten Medaillenkandidaten überhaupt.

Auch Scheidts Vorgänger Torben Grael holte vier Olympiamedaillen im Starboot (eine in der Soling. Damit ist die Klasse die wohl populärste Segeldisziplin der Olympia- Gastgeber und dürfte ein Publikumsmagnet werden.

Scheidt hatte in einer Pressekonferenz angekündigt, vor Rio im Laser antreten zu wollen. Trainingspartner Stanjek hält den Versuch auch für realistisch, selbst wenn der siebenfache Laserweltmeister dann das Master-Alter von 43 Jahren Alter erreicht hat. Aber wenn das Starboot olympisch werde, dürfte es klar sein, dass Scheidt wieder im Kielboot antritt.

Robert Stanjek spricht auch davon, dass in der Szene über weitere Möglichkeiten neben der Wildcard gesprochen werde, die Stare in Rio segeln zu lassen. Die Entscheidung liege allerdings beim IOC und soll erst Ende 2013 oder Anfang 2014 getroffen werden. Hilfreich sei es vielleicht auch, dass dem neuen italienischen ISAF Präsidenten Carlo Croce eine gewisse Sympathie für die Kielbootklasse nachgesagt werde. Er könne beim IOC positiv Einfluss nehmen.

Stanjek sagt jedenfalls, dass er im Moment zwar von keinem Spitzenteam gehört habe, das wieder in das Training eingestiegen sei. Und scheinbar sollen der schwedische Star-Gold Gewinner Frederik Loof und Silbermedaillist über ein Ende ihrer olympischen Karriere nachdenken. Aber das sei längst nicht klar. Auf dem Markt werden jedenfalls noch keine der besten Boote gehandelt.

Profi-Liga für Starboote geplant

Robert Stanjek beim Nordstream Race mit Tim Kröger © onEdition

Enger Zweigkampf beim Nordstream Race. Das Europa Team mit Robert Stanjek schafft es fast noch, die Holländer kurz vor dem Ziel zu überholen. © onEdition

Spannend sei allerdings die Inititive eines Schweizers, der unabhängig von dem Olympiastatus schon im nächsten Jahr eine Profi-Rennserie für Starbootteams ins Leben rufen möchte. Die sollen möglicherweise gestellt  und Preisgelder ausgeschüttet werden. Da gebe es allerdings noch keine konkreten Ambitionen.

Der Segler des Jahres 2011 mag sich allerdings nicht in Wartestellung auf die faule Haut legen. Er hat eine 50 Prozent-Stelle als Finn Dinghy Bundestrainer angenommen, und sich für 150 Tage im Jahr verpflichten lassen ein neues junges Finn-Team aufzubauen. Wenn alles gut laufe, könnten sich bis zu neun Athleten  der Herausforderung stellen. Selbst sein Vorschoter Frithjof Kleen wolle sich in der Einhand-Klasse versuchen. Beide Segler haben nach dem 6. Platz bei Olympia noch einen Sonderkader-Status inne.

Während Stanjek auch ein Gastspiel im Drachen nicht ausschließt, schwärmt er über seine Erfahrung beim Nordstream-Race als er unter Skipper Timm Kröger einen Großteil des Langstreckenrennens am Steuer stand. Auf seinem Blog berichtet er sehr aunschaulich über sein Nordstream Race auf der Swan 60 “Spirit of Europe”.

 

 

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Starboot olympisch: Robert Stanjek plant vorsichtig für Rio 2016 und trainiert Finn Dinghies“

  1. avatar Oh, nass is sagt:

    Profiliga für Stare?!

    Genau sowas hat noch gefehlt! LOL

    Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 2

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