Starboot WM Rückblick: Robert Stanjek und der Weg zur Silbermedaille

"Er scheißt mich zusammen"

Der Berliner Robert Stanjek stieg nach seiner Laser-Karriere vor sieben Jahren in das Starboot um. © Stanjek

Als weiteren Zutaten für den Erfolg nennt Stanjek die Arbeit mit den Privattrainern Marc Pickel und Markus Wieser. Und auch der Einfluss der russischen Trainer- und Segler Legende Valentin Mankin habe sich positiv bemerkbar gemacht.

Der dreimalige Olympiagold-Gewinner in Finn, Tempest und Star ist seit langer Zeit für den italienischen Verband tätig und war bei vielen Trainings der Deutschen mit Diego Negri anwesend. “Unser Paket stimmt. Es gibt jetzt keinen Grund, es zu erweitern.”

“Ich bin nicht mit seiner Art klargekommen”

Die Olympiavorbereitung war für Robert Stanjek finanziell eine harte Zeit. Einzelne private Sponsoren, das NRV Olympic Team und das Audi Sailing Team Germany halfen. “Ohne STG wäre es sehr schwer geworden.” Stanjek ist sogar zum Aktivensprecher der STG gewählt worden.

Als Schlüssel zum Erfolg nennt der Skipper die Neuordnung der Partnerschaft mit seinem ex Vorschoter Frithjof Kleen. Wenige hatten vermutet, dass ein erzwungener Wechsel so kurz vor der Qualifikation erfolgreich sein könnte. Schließlich hatten sich die beiden nach ihrer ersten gemeinsamen Segelzeit nicht gerade im Guten getrennt.

Stanjek/Kleen mit legendärem Star-Steuerbord-Start vor dem Weltklassefeld 2011 am Gardasee. © Stanjek

“Ich bin damals nicht mit seiner Art klargekommen”, sagt der gebürtige Berliner, der seit sieben Jahren Starboot segelt, nachdem er 2005 vom Laser umgestiegen war. “Friedel ist sehr temperamentvoll und wir sind sehr verschieden. Aber wir sind älter geworden und gehen viel respektvoller miteinander um.”

Der Skipper schätzt die Stärken von Kleen. “Er hat bei seinen 110 Kilos exzellente koordinative Fähigkeiten und sehr viel Bootsgefühl. Seine Trimmklaviatur beherrscht er perfekt.” Jetzt könne er auch das Temperament des neuen alten Partners besser kanalisieren.

“Er scheißt mich zusammen”

“Er fordert mir immer alles ab und gibt richtig Feuer auf dem Wasser. Er scheißt mich zusammen, wenn ich nicht alles gebe, und ich hasse ihn manchmal dafür. Aber ich weiß nun, dass es gut ist. Er treibt mich auch im Training immer voll an.”

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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4 Kommentare zu „Starboot WM Rückblick: Robert Stanjek und der Weg zur Silbermedaille“

  1. avatar tiefenrausch sagt:

    Die beiden sind nicht nur sehr erfolgreich, sondern auch persönlich sehr sympathisch, bei allen Charakterunterschieden. Ich denke, sie taugen durchaus als Vorbilder für Jüngere – professionelle Sportler, dabei fair, kooperativ und sehr bescheiden im Auftreten.
    Drücken wir ihnen die Daumen!

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  2. avatar Manfred sagt:

    Guter Bericht. Danke.
    Mit dieser Art der Berichterstattung und den offenen Antworten kann man sich dem dt. Team, nach der 470er Affäre, wieder ein bisschen annähern und vielleicht sogar Gefallen an den kommenden olympischen Regatten finden.

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  3. avatar Huber A. sagt:

    Macht sicher Spaß, wenn das Material zum richtigen Zeitpunkt läuft wie geschmiert. 🙂

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  4. avatar Lyr sagt:

    Super Artikel!! Konnte echt mitfühlen, in euch beide 🙂
    Nach der Medaille wird es aber höchste Zeit, dass RSR-Team zu gründen. 😉

    LG
    Jan

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

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