Alinghi, Luna Rossa, Team New Zealand bei Extreme Sailing Series

Spektakuläre Kat-Flotte 2011. Aber Kiel ist raus

Von Carsten Kemmling

Die Extreme Sailing Series mit den schnellen 40 Fuß One Design Katamaranen entwickelt sich im Windschatten des America´s Cups wie erwartet zum Schwergewicht der internationalen Profi-Rennszene.

Der Veranstalter stellte zum Ende der Meldefrist gestern am 13. Dezember zehn hochkarätige Teams aus acht Nationen vor. Der Circuit wird mit neun Veranstaltungen auf drei Kontinente ausgedehnt. Nicht dabei ist Kiel, wo SR im September noch mitten im Geschehen war.

Dafür wird neuerdings neben den bekannten Standorten Oman, England, Frankreich und Spanien auch in China, Istanbul, Boston und Singapur gesegelt. Deutschland ist von der Event-Karte verschwunden.

Das hat sicher auch mit einem fehlenden Team zu tun. Die Qualität ist auf dem Papier extrem gestiegen. So sind der schwedische America´s Cup Herausfordere Artemis mit Terry Hutchinson (USA)
dabei wie auch der vermutliche Challenger Emirates Team New Zealand mit Dean Barker (NZL).

Dazu kommt wie berichtet Alinghi und überraschenderweise auch die Italiner von Luna Rossa. Nach dem erfolglosen TP52 Ausflug mag Patrizio Bertelli vielleicht doch noch einmal Gefallen am Cup finden. Er hat immerhin den aktuellen britischen Sieg-Steuermann Paul Campbell James von den Omanis verpflichtet.

Neu im Zirkus ist der britische Match Race Experte Ian Williams. Er führt ein Boot seines langjährigen Sponsors Pindar und will sich wohl die Fähigkeiten des Kat-Segelns aneignen, um seinen Marktwert für den America´s Cup zu erhalten.

Ähnlich ist auch der Einstieg des jungen australischen Match Race Aufsteigers Torvar Mirsky zu sehen. Er ersetzt beim Oman Team The Wave Muscat den scheidenden Paul Campbell James.

Neu ist das italienische Team Nice um Alberto Barovier. Er sei mit Buoro Lauro dem Präsident des Automation-Unternehmens Nice, viel Wally 80 gesegelt. Und dabei sei die Idee entstanden, den Wettberwerbsanspruch mit dem Einstieg in die Extreme 40 Szene zu erhöhen. Zu den Favoriten gehören die Italiener sicher nicht.

Unklar ist noch, wie sich die Franzosen um den Vorjahres Zweiten Groupe Edmond de Rothschild aufstellen. Yann Guichard wurde trotz erfolgreicher Saison noch nicht als Skipper bestätigt. Logisch wäre eine Kooperation mit dem französischen America´s Cup Herausforderer Aleph.

Genauso logisch ist der Ausstieg des zweiten Teams aus Frankreich um Franck Cammas mit Groupama. Er hat im Volvo Ocean Race Jahr 2011 genug mit dem Offshore Segeln zu tun und war auch mit den Extreme 40s nicht sonderlich erfolgreich.

Bestätigt hat dagegen Red Bull seine Kooperation mit dem österreichischen Team. Der Olympiasieger Roman Hagara konnte bisher noch nicht seinen Ansprüchen gerecht werden, dürfte aber darauf brennen, diesmal in den Titelkampf mit einzugreifen.

Das Teilnehmerfeld hört sich jedenfalls spannend an. Die Extreme 40 Tour zählt neben dem Audi MedCup zu den spannendsten Veranstaltungen in der internationalen Rennsegelwelt. Schade nur, dass dieses Mal der deutsche Aspekt gänzlich fehlt.

Die Teilnehmer im Überblick:

Alinghi/ SUI – Tanguy Cariou (FRA)

Artemis Racing/ SWE – Terry Hutchinson (USA)

Emirates Team New Zealand/ NZL – Dean Barker (NZL)

Groupe Edmond de Rothschild/ FRA (Skipper noch nicht benannt)

Luna Rossa/ ITA – Max Sirena/Paul Campbell James (ITA)

Oman Air Masirah/ OMA – Sidney Gavignet (FRA)

Red Bull Extreme Sailing/ AUT – Roman Hagara (AUT)

Team GAC Pindar/ GBR – Ian Williams (GBR)

Team Nice/ ITA – Alberto Barovier (ITA)

The Wave, Muscat/ OMA – Torvar Mirsky (AUS)

Die Veranstaltungen:

Act 1: 22-24 February, Muscat, Oman

Act 2: 15-17 April, China

Act 3: 27-29 May, Istanbul, Turkey

Act 4: 30 June – 4 July, Boston, USA

Act 5: 6-12 August, Cowes,

Act 6: 16-18 September, Trapani, Italy

Act 7: 30 September – 2 October, Nice, France

Act 8: 12-16 October, Almeria, Spain

Act 9: 9-11 December, Singapore

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „Alinghi, Luna Rossa, Team New Zealand bei Extreme Sailing Series“

  1. avatar Sven sagt:

    Das beste Segelevent das man bisher in Deutschland live sehen konnte! Hochkarätig,spannend,schnell,hightec,auch für den Leihen verständlich und interessant……….warscheinlicher ist, das Lichtenstein ein eigenes Schiff stellt als das es in Deutschland Firmen gibt die sich engagieren solche projekte im eigenen Land zu unterstützen……..sehr ,sehr schade!

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  2. avatar Nils sagt:

    Es wundert mich nicht, dass es keine deutsche Station mehr gibt. So, wie sich deutsche Gelegenheitsprojekte bisher präsentiert haben, nämlich offensichtlich oberflächlich vorbereitet, die paar zur Verfügung stehenden Tage mit Gästesegeln verschwendet und ausschliesslich auf Show gebürstet. Schwache Vorstellung und zum Scheitern verurteilt.

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