Strandsegeln: Sonne satt und Regen quer für Roland Gäbler – German Open & EM-Quali in St. Peter-Ording

„Mit voller Wucht von vorne“

Roland Gäbler berichtet von seinen jüngsten Erlebnissen in der Strandsegel-Szene. Das Saisonfinale an der Nordseeküste brachte spannende Bedingungen.

Roland Gäbler mit seinem Strandsegler © Nahid Gäbler

Sonne satt. Regen quer. So in etwa kann man das Wetter an der Nordseeküste in diesen Tagen zum Saisonfinale der Strandsegler in Sankt Peter-Ording beschreiben. Doch genau das ist es ja, was es so spannend, spektakulär und schön macht. Eben typisch “Nordisch by Nature”. 

Dazu kommt, dass die starken Winde aus Westen mit den hohen Wellen den kilometerlangen Strand so richtig aufreißen. Es entstehen tiefe Wasserlöcher, in die man auf keinen Fall reinfahren möchte. Vor allem nicht, wenn man soooo richtig schnell ist und an die 100 km/h rankommt. Also erst mal gaaanz vorsichtig ein paar Testrunden auf der Rennstrecke segeln, um den optimalen Weg durch die Hindernisse zu finden.

Die ganzen tiefen Wasserlöcher und Prielkanten werden durch Flaggen markiert, sodass wir da nicht voll reinkrachen und uns überschlagen. Denn wenn der Start erst mal erfolgt ist, dann gibt es nur noch „full speed“ und kein Bremsen. 

Bei der Startprozedur werden die Segelwagen von den Piloten (so heißen die Strandsegler) angeschoben. Also erst mal einen Sprint über 10-20 Meter hinlegen und dann einen Sprung in den Wagen, so wie beim Bobfahren. Dann die Füße schnell an die Lenkungspedale, die Schot dichtholen und zügig auf maximale Geschwindigkeit kommen.

“Wenn der Start erst mal erfolgt ist, dann gibt es nur noch ‘full speed’ und kein Bremsen” © Nahid Gäbler

Dabei möglichst eine Kollision mit den anderen vermeiden, denn es geht beim Start sehr eng her. Ist man dann in voller Fahrt, muss man zusehen, dass man die erste Wendemarke findet und auf dem Weg dorthin nicht irgendwie in einem der Wasserlöcher oder Priele landet. So gesehen ist es mehr eine wilde Rallye als ein glattes Rennen. 

Und da ist noch was. Der Mikrokosmos im Integralhelm. Dieser ist Pflicht. Aber … das Visier! Mal halb auf, um Luft zu bekommen. Mal komplett zu, um die Augen zu schützen. Da kommt das Wasser von unten. Von oben. Von allen Seiten. Dazu etwas Sand und Meersalz. Alles mit voller Wucht von vorne.

Da dauert es nicht lange, da hat man dieses Gemisch in den Augen. Das tut weh. Geht aber nicht anders. Denn das Visier muss zeitweise geöffnet sein, wenn es beschlagen oder verdreckt ist. 

Und man will ja auch noch das Rennen gewinnen. Also gibt man alles. Mal knapp am Limit. Mal auch drüber. Es dauert rund 20 Minuten bis man nach 5-6 Runden gerüttelt und geschüttelt durch das Ziel kommt und sich freut, wenn alles heile ist.

Bei den GERMAN OPEN mit „Sonne satt“ wurde ich knapp zweiter hinter Norbert und vor Karl-Heinz. Das Saisonfinale am letzten Wochenende fiel für unsere Klasse aus, weil „Regen quer“ und ein zerlöcherter Strand die Rennen unmöglich machten. So gesehen ist die Regatta-Saison der Strandsegler in Sankt Peter-Ording erst mal vorbei. 

Das Team von Sat.1 hat aber kurz vorher noch mal alles gegeben, um tolle Aufnahmen zu machen. Dabei ist eine schöne Reportage rausgekommen, die zur besten Sendezeit in der Sendung „17:30“ gezeigt wurde:

Das Finale der großen Segel-Katamarane am Balaton in Ungarn fiel leider für mich aus. Die Regierung hat die Grenzen dichtgemacht. Die Flüge dorthin wurden komplett gestrichen. Ende aus und vorbei. Wirklich schade. So wollten wir dort unseren Sieg vom letzten Jahr verteidigen. Team und Schiff waren „ready-to-race“.

Jetzt können wir nur hoffen, dass wir im Frühjahr 2021 wieder in die Rennen starten können. Grundsätzlich ist Segeln an der frischen und reinen Luft zu diesen Corona-Zeiten eine der sichersten Sportarten überhaupt. Probiert es mal aus!

Ein Kommentar „Strandsegeln: Sonne satt und Regen quer für Roland Gäbler – German Open & EM-Quali in St. Peter-Ording“

  1. avatar PL_info040 sagt:

    Cooler Bericht, sehr cooler Typ. Viel Erfolg Roland! 🙂

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