Sydney Hobart: 100-Fußer “Scallywag” kollidiert mit Hai – Volvo-Skipper Witt ausgebremst

"Plötzlich ein Knall"

Scallywag-Skipper David Witt wurde schon beim Volvo Ocean Race schwer gebeutelt. Nun hatte er auch beim Sydney Hobart Race Pech. Die Kollision mit einem Hai kostete den Platz auf dem Podium.

Scallywag 100 auf dem Weg nach Hobart. © Rolex

Beim Rolex Sydney Hobart Race schien es lange Zeit so, als würde  der 100 Fußer Scallywag eine seiner besten Platzierungen überhaupt feiern können. Eine Zeitlang führte er das Rennen an, bevor “Comanche” endgültig das Kommando übernahm. Dann schien Rang zwei gesichert, aber schließlich reichte es nicht einmal für das Podium.

Die 14 Jahre alte mehrfach modifizierte Yacht, die 2011 als “Investec LOYALdas Sydney Hobart gewann,  danach als “Ragamuffin” zweimal auf Platz zwei segelte und 2016 vom malaysischen Milliardär Seng Huang Lee gekauft wurde, kam 38 Sekunden hinter dem neunmaligen “Sieger Wild Oats XI” ins Ziel.

Scallywag-Skipper David Witt in seinem Element. © Rolex

Scallywag lag schließlich eine Stunde hinter der zweitplatzierten “InfoTrack” Grund dafür war laut Skipper David Witt die Kollision mit einem Hai. “Er hat sich um das Ruder gewickelt”, sagt Witt gegenüber AP. “Um den toten Hai vom Ruder zu entfernen, mussten wir alle Segel bergen und das Boot rückwärts treiben lassen. Dabei verloren wir etwa vier Meilen. Das hat uns im Grunde genommen den zweiten Platz gekostet. Wir sind wirklich, wirklich enttäuscht, denn es war die wahrscheinlich beste Regatta, die das Team je gesegelt ist. Ich war noch nie im Leben so sauer über ein Ergebnis, weil ich weiß, dass wir nichts falsch gemacht haben.”

Der Hai soll gut zweieinhalb Meter lang gewesen sein. Besatzungsmitglied Larry Jamison erklärte gegenüber dem Sydney Morning Herald: “Wir segelten hoch am Wind, als wir plötzlich einen Knall hörten. Danach konnten wir das Boot nicht mehr steuern, also dachte ich,  das Ruder sei gebrochen.”

David Witt

David Witt nach dem Zieleinlauf in Kapstadt. © VOR

Skipper David Witt scheint das Pech gepachtet zu haben. Im vergangenen Jahr musste er das Sydney Hobart Race mit einem gebrochenen Bugspriet aufgeben, aber insbesondere der Verlust seines Freundes und Navigators John Fisher beim Volvo Ocean Race hat ihn schwer getroffen.

Zuvor war ihm schon ein Mann über Bord gegangen und er musste sich eines Protestes erwehren wegen vermeintlicher sexueller Belästigung. Auch beim Antigua Race 2019 geriet Witt mit dem Scallywag 100 Fußer in die Schlagzeilen, als er sich bei einem seiner berüchtigten Harakiri-Starts das Großsegel aufschlitzte.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „Sydney Hobart: 100-Fußer “Scallywag” kollidiert mit Hai – Volvo-Skipper Witt ausgebremst“

  1. avatar Dee sagt:

    …. und den Hai das Leben…!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 2

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