Team GER mit zwei neunten Plätzen beim Olympia Weltcup in Miami

Briten erschreckend dominant

Im vorolympischen Jahr wird es ernst. Das deutsche Team bestreitet schon im Juni seine Olympiaqualifikationen in Weymouth und bei der Kieler Woche, bevor Ende des Jahres bei der gemeinsamen Olympiaklassen-WM in Perth/Australien der Sack zugemacht werden muss.

Star-Start in Miami. Alle Spitzenteams sind am Start. Scheidt gewinnt mit 49 Punkten Vorsprung. © Rolex/Daniel Forster

Deshalb kam dem World Cup in Miami eine größere Bedeutung zu, als in den Jahren zuvor. 440 Boote aus 45 Nationen gingen an den Start. Und weiterhin bestätigte sich, dass die Briten für die Olympischen Spiele 2012 auf ihrem Heimatrevier vor Weymouth besonders motiviert sind. England war in Miami mit zwölf Medaillen in zehn Olympischen Klassen erschreckend dominant. Im 49er und Finn holten sie jeweils alle drei Medaillen.

Das deutsche Team hat wie erwartet große Probleme, in die Medaillen-Regionen vorzustoßen. Nur zwei DSV-Teams erreichten das Medal Race. Johannes Polgar und Markus Koy zeigten Weltklasse mit vier Top vier Platzierungen und einem Tagessieg, hatten aber nach einem verpatzten Auftakt in elf Rennen eine zu hohe Bürde mitzuschleppen und segelten auf Rang neun.

In Brasilien trainierten Babendererde/Jacobs noch mit Robert Scheidt auf Augenhöhe. In Miami lief alles schief. © Babendererde

Dort platzierte sich auch die ehemalige Opti-Weltmeisterin Tina Lutz mit Susann Beucke. Ein Frühstart im vorletzten Rennen und der letzte Platz im Medalrace kostete ein besseres Ergebnis. Das junge Team hat damit aber gezeigt, dass es bei den Großen mitspielen kann. Im internen Kampf um die Olympiafahrkarte mit den 2010 dominierenden Kathrin Kadelbach und Frederike Blecher (14.) setzten sie erstmals ein Ausrufezeichen.

Bei den 470er Männern macht die Leistung von Ferdinand Gerz und Patrick Follmann Hoffnung. Sie verpassten zwar das Medalrace auf Rang 12, konnten aber gleich zwei Rennen im stark besetzten Feld gewinnen und Selbstbewusstsein tanken.

Die Briten Asher/Willis beendeten die Siegesserie der Australier Belcher/Page. © Rolex/Daniel Forster

Schwer enttäuscht war das Match Race Team um Steuerfrau Silke Hahlbrock. Nach einem ordentlichen Beginn in der Vorrunde lagen die Hamburgerinnen im entscheidenden Match gegen die Portugiesinnen vorne und die Gegner mussten einen Strafkreis drehen.

Dann blieb Hahlbrock in einem Seegrasfeld hängen, die Gegner zogen vorbei, absolvierten den Strafkreis und gewannen das Match. Daraus ergab sich ein Gleichstand in der Gruppe, der ausgesegelt hätte werden sollen. Aber ein nachträglicher Protest veränderte die Ergebnisse so unglücklich, dass die Deutschen plötzlich draußen waren.

Das Hahlbrock Team im Match Race gegen die Französin Le-Berre. In der Vorrunde war Endstation. © Rolex/Daniel Forster

Ähnlich blöd lief es für die Starbootteams. Alexander Schlonski kam nach der Verletzung von Stammvorschoter Matze Bohn mit Ersatzmann Paul Sradnick noch auf einen ordentlichen 15. Rang. Johannes Babendererde und Timo Jacobs erlebten dagegen ihr Waterloo.

Nach einem intensiven Trainingslager mit Superstar Robert Scheidt in Brasilien, der in Miami mit unglaublichen 49 Punkten Vorsprung gewann, ging vieles daneben. Erst ein Schaden am Mast-Puller, dann brach der Pinnenausleger, es folgte ein Frühstart und die Krankheit von Jacobs.

„Solche Wochen gibt es“, resümiert der Steuermann. „Wichtig ist nur, was man daraus macht. Am Ende sind wir froh über jede Baustelle die wir jetzt am neuen Boot erkennen und über die wir nicht mehr in Zukunft stolpern können.“

Die Französinnen Petitjean/Douroux siegten um einen Punkt bei den 470ern. © Rolex/Daniel Forster

Edel-Reservist Frithjof Kleen war an der Vorschot des Amerikaners George Szabo wieder einmal der beste Deutsche im Star auf Platz sieben. Sein neuer und ehemaliger Steuermann Robert Stanjek weilt noch in Deutschland und zeigte zwei Tage auf dem Stand des Audi Sailing Team Germany Flagge. In der Szene wird mit Spannung erwartet, wie weit es die Vernunftehe beim Kampf um den Olympiaplatz bringen bringen kann.

Bei der Betrachtung der internationalen Konkurrenz stand wieder einmal die Leistung von Finn-Rückkehrer Ben Ainslie im Mittelpunkt. Nach seinem Sieg in Australien, konnte ihm diesmal Giles Scott aus der eigenen Mannschaft Paroli bieten. Er siegte in fünf von zehn Rennen lag am Ende aber nur einen Punkt vor Ainslie. Der Weltmeister Ed Wright war nicht einmal am Start, und trotzdem stellten die Briten mit Andrew Mills auch den dritten Medaillengewinner.

Hübsche 470er Perspektive. Vor Miami startete die Olympiaflotte bei Leichtwind in die Saison. © Rolex/Daniel Forster

Spannend war die Konkurrenz im Laser, wo sich der Schwede Rasmus Mygren bei Paul Goodison für das fiese Olympia-Finale revanchieren konnte. Goodison segelte Mygren damals im Finale so weit nach hinten, dass er von Platz zwei auf sechs zurück fiel. Nun profitierte er vom Zweikampf zwischen Goodison und dem Argentinier Alsogaray.

Deutsche Laser-Teilnehmer verzichteten genauso auf einen Start in Miami wie die starken Surfer Moana Delle und Toni Wilhelm. Auch für die 49er passte die US-Veranstaltung nicht in das Konzept.

470er Frauen

1. Ingrid Petitjean/Nadege Douroux (FRA), 36 Punkte

2. Penny Clark/Katrina Hughes (GBR), 37 Punkte

3. Maria Fernanda Sesto/Consuelo Monsegur (ARG), 41 Punkte

9. Tina Lutz/Susann Beucke (Bergen/Kiel), 73 Punkte

14. Kathrin Kadelbach/Friederike Belcher (Berlin/Hamburg), 71 Punkte

ONSAILCTM

470er Männer

1. Nic Asher/Elliot Willis (GBR), 45 Punkte

2. Mathew Belcher/Malcolm Page (AUS), 51 Punkte

3. Luke Patience/Stuart Bithell (GBR), 51 Punkte

12. Ferdinand Gerz/Patrick Follmann (München), 84 Punkte

17. Lucas Zellmer/Heiko Seelig (Berlin), 111 Punkte

Starboot

1. Robert Scheidt/Bruno Prada (BRA), 48 Punkte

2. Fredrik Loof/Max Salminen (SWE), 97 Punkte

3. Richard Clarke/Tylor Bjorn (CAN), 99 Punkte

7. George Szabo/Frithjof Kleen (USA/Berlin), 126 Punkte

9. Johannes Polgar/Markus Koy (Hamburg), 133 Punkte

15. Alexander Schlonski/Paul Sradnick (Rostock), 138 Punkte

56. Johannes Babendererde, Timo Jacobs,

Big Ben Ainslie siegte im Medalrace musste aber in der Gesamtwertung Landsmann Scott um einen Punkt ziehen lassen. © Rolex/Daniel Forster

Finn

1. Giles Scott (GBR), 29 Punkte

2. Ben Ainslie (GBR), 30 Punkte

3. Andrew Mills (GBR), 33 Punkte

20. Matthias Miller (Berlin), 132 Punkte

Match Race Frauen

1. Claire Leroy/Elodie Bertrand/Marie Riou (FRA)

2. Anna Tunnicliffe/Molly O’Bryan/Debbie Capozzi (USA)

3. Sally Barkow/Elisabeth Kratzig-Burnham/Alana O’Reilly (USA)

15. Silke Hahlbrock/Maren Hahlbrock/Kerstin Schult (Hamburg)

Ergebnisse
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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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