The Ocean Race: Sebastien Simon Navigator beim Team Europe – Kommunikation mit Stanjek

„Ich bin obsessiv“

Angeblich haftet ihm das Sponsorenpech an. Denn trotz hervorragender Leistungen auf See will kein Investor beim Vendée Globe-Projekt des Sebastien Simon anbeißen. Das könnte sich nach dem Ocean Race rasch ändern.

Simon mit Skipper Stanjek bei der Nachtwache © Guyot

Klar, es gibt sie, diese Hochsee-Regatta-Karrieren, bei denen alles glatt, leicht, locker verläuft. Typen, die mit einem Glücksstern überm Haupt auf den Ozeanen segeln, pardon: foilen. Denen Boote, Sponsoren und Erfolge nur so zufliegen. Und deren kleinste Erfolge und Abenteuerchen höchste Aufmerksamkeitswerte in den Medien und bei den Fans erzielen. Zumindest in Frankreich…

Aber bekanntlich gibt es immer zwei Seiten einer Medaille. Ganz besonders in einem Haifischbecken wie der Hochseeszene, wo es mitunter – wohlgemerkt: hinter den Kulissen – ziemlich bissig und beißwütig hergeht, muss es folgerichtig auch die Karrieren geben, bei denen nicht alles immer Friede, Freude, Eierkuchen ist.

Kommt die Rede auf solche Segler, fällt rasch der Name Sebastien Simon. Ein Könner, Enthusiast und Macher, dessen Weg zu seinem „Gral“ namens Vendée Globe in der Szene gelinde gesagt als „steinig“ bezeichnet wird. Wobei anzumerken wäre, dass auch Felsbrocken im gewissen Sinne Steine sind.

Jung und talentiert

Andrerseits – und das sollte man sich zwischen den folgenden Zeilen stets vor Augen halten – ist der Protagonist dieser kurzen Geschichte heute erst 32 Jahre jung. Und hat schon seglerische und andere sportliche Leistungen vollbracht, von denen deutlich Ältere in der Szene nur träumen können.

Rob und Seb – Robert Stanjek als Skip und Sebastien Simon als Navigator geben ein gutes Team ab ©

Kostproben: Bronze 420er-WM 2013, Sieg Challenge Espoir Bretagne (=Wegbereiter für viele große Karieren in der französischen Segelszene), Rang 4 Transat AG2R 2016, Solitaire du Figaro-Sieger (!) 2018, Rang 2 Transat AG2R, 8. Platz bei der Transat Jacques-Vabre auf Arkea-Paprec mit Vincent Riou (Schäden an den Foils an Backbord und Steuerbord) 2019, Sieger Bermuda 1000 Race auf dem fünften PRB-IMOCA, Baujahr 2010.

Last, not least: Teilnahme an der Vendée Globe 2020, die er an vierter Stelle segelnd nach einer Kollision mit Treibgut aufgrund eines irreparablen Steuerbord-Foils aufgeben musste.

Sébastien Simon 2019 mit seinem Arkea-Paprec Neubau. © CHRISTOPHE FAVREAU-DÉFI AZIMUT

Die Achterkante des Foils ist beschädigt, als sie bei der Kollision hinten im Foil-Schacht anschlug. © Sebastien Simon / Arkea Paprec

Liest sich das vielversprechend, mit reichlich Perspektiven für weitere erfolgreiche Jahre im Hochseesegelsport? Mag sein, die Sache hat aber einen Haken: Nach der unglücklichen Teilnahme bei der Vendée Globe wurde es zunächst einmal sehr, sehr still um Sebastien Simon.

Soll heißen: Die Medien berichteten wenig über ihn, in der Szene wurde sein Name dagegen häufig genannt. Und das nicht aufgrund sportlicher Erfolge, sondern weil dem Segler aus dem französischen Departement Vendée ganz offenbar das unter Seglern so gefürchtete Sponsoren-Pech anhaftete.

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Michael Kunst

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