TJV: Wie der Mastbruch auf Bureau Vallée passierte – Apivia eingeholt

"Wie eine Explosion"

Louis Burton und Co-Skipper Davy Beaudart haben nach ihrem Mastbruch den Hafen von St. Malo unter Motor erreicht. Inzwischen herrscht Flaute auf dem Rennkurs. Apivia ist eingeholt.

Louis Burton und Davy Beaudart bei ihrer Ankunft in St. Malo.

Der Vendée Globe-Dritte Louis Burton beschreibt nach einer schwierigen Nacht auf See im Hafen von St. Malo den Moment, als das Rigg auf “Bureau Vallée 3” kollabierte: “Wir hatten gerade die Straße von Alderney passiert und segelten nördlich von Guernsey. Überraschend war der Wellengang trotz Springtide bei etwa 15 Knoten Wind nicht allzu schlimm. Eine halbe Stunde vor dem Mastbruch hörten wir ein lautes Geräusch. Wir fragten uns, ob wir etwas gerammt hatten. Wir überprüften alles, konnten aber nichts finden. Wir segelten unter vollem Großsegel und Fock. Unsere Geschwindigkeit lag bei 18-19 Knoten. Dann krachte es.

Ich trimmte im Cockpit, Davy steuerte. Das erste Geräusch war laut wie eine Explosion. Dabei ist der Mast nicht einfach umgefallen, er implodierte geradezu. Dabei gab es ein knackendes Geräusch und ein lautes Krachen an Deck.”

Der Schaden ist für Burton ein Rätsel. Entweder habe eine der Lastzellen falsche Informationen geliefert oder irgendein Beschlag sei plötzlich kaputt gegangen. Die Segel habe man retten können. Sie sind reparabel. “Nun müssen wir den Schaden analysieren und versuchen, so viele Teile wie möglich zu retten. Dann wollen wir einen anderen Mast finden, damit wir so schnell wie möglich wieder segeln können. St. Malo ist nicht unbedingt der Hafen, in dem wir am Ende der Transat Jacques Vabre anlegen wollten. Dennoch sind wir froh und erleichtert, ihn fast 24 Stunden nach dem Mastbruch erreicht zu haben.”

Das Rennen der Transat Jacques Vabre ist derweil ziemlich ins Stocken geraten. Bei den IMOCA waren Charlie Dalin und Paul Meilhat mit Apivia schon im Begriff, mit dem Vorsprung von 35 Meilen eine frühe Vorentscheidung erzwingen zu können. Aber nun liegen sie seit schon fast 12 Stunden in der Flaute und müssen zusehen, wie sie in Luv überlaufen werden.

Auch Romain Attanasio, der mit Boris Herrmanns ex Malizia unterwegs ist, musste nach einem Höhenflug, der ihn mit solidem Vorsprung auf Rang zwei geführt hatte, einen Rückschlag hinnehmen. Er blieb in einem Flautenloch hängen und nun segelt er auf Rang sieben wieder seiner Frau Sam Davies hinterher.

Die IMOCA-Flotte versucht auf einem südlichen Kurs dem Gegenwind im Norden zu vermeiden. Apivia (gelb) ist eingeholt worden.

Bei den Ultim-Trimaranen erleben Armel le Cleac’h und Kevin Escoffier ein Wechselbad der Gefühle. Erst schienen sie auf ihrer neuen “Banque Populaire” mit einem Extremschlag unter Land punkten zu können, verloren dann aber schließlich gut 25 Meilen zum Rest des Feldes. Dann schoben sie sich wieder auf eine Linie mit den Führenden und setzten mit einer nördlicheren Route zum Überholen an.

Banque Pop (dunkelblau) liegt in der Flaute, Gabart (hellblau) und Cammas (weiß) rasen mit 20 Knoten davon.

Aber seit den frühen Morgenstunden liegen sie immer noch in der Flaute, während Gabart/Laperche (SVR-Lazartigue) und Cammas/Caudrelier (Edmond de Rothschild) den frischen Ostwind im Süden erreicht haben. Sie segeln gut 20 Knoten schnell im Foil-Modus und haben sich in kürzester Zeit einen Vorsprung von 50 Meilen erarbeitet.

Francois Gabart wartet mit seinem neuen Tri auf mehr Wind. © Trimaran SVR Lazartigue

Transat Jacque Vabre Tracker

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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