Tour de France à la Voile: “Iskareen” finisht auf Rang 13

Höllentour unter Segeln

Bei 33 Läufen geht's verdammt eng zu©Liot/ASO

Bei 33 Läufen geht's verdammt eng zu©Liot/ASO

Diese Regatta sucht ihresgleichen: Über 4 Wochen hinweg wurden vor und zwischen 8 Hafenstädten Frankreichs insgesamt 33 Läufe gesegelt. Die Tour de France à la voile wird auf Einheitsklasse-Rennern gesegelt – seit letztem Jahr die M34 von Archambault (Lüa:10,34 m, Breite 2,98 m, 2,6 t Verdrängung, Groß 42 qm, Fock 29 qm, Spi 130 qm).

15 Yachten waren beim Prologue am 29 Juni in Dünkirchen am Start, 8 wurden als Amateur-, die anderen als Profiteams gewertet.

Die Tour de France unter Segeln zeichnet sich vor allem als ausgesprochen abwechslungsreiche Regatta aus. Vor den Etappenorten Dünkirchen, Dieppe, St. Cast, Roscoff, Saint Hilaire (alle am Atlantik) und Roses, Gruisson, La Seyne sur Mer (alle Mittelmeer) werden sog. technische Läufe absolviert, bei denen es auf relativ engen Kursen eben vor allem auf schnelle Taktik, minutiöse Seemannschaft und den „Langen Atem“ ankommt: Bei knackigen Windbedingungen kann es durchaus passieren, dass die französische Regattaleitung noch gegen Abend einen vierten Lauf anschießt…

Trouble ist vorprogrammiert©Liot/ASO

Trouble ist vorprogrammiert©Liot/ASO

Regattaklassiker par excellence

Zwischen den Etappenorten absolvieren die Crews sog. Verbindungs- oder Überführungsläufe, die auch mal richtig lang werden können und bei denen die eine oder andere Nacht auf dem Schiff verbracht werden muss. Gesamt sind Schiff und Crew einen Monat unterwegs, inkl. einer Überführungsetappe auf dem Hänger: Von Saint Hilaire im Vendée bis Roses am äußersten (mediterranen) Südwestzipfel Frankreichs fahren die Schiffe auf der Autoroute.

Seit 1978 findet die Tour de France a la voile jährlich in verschiedenen Etappenorten statt; damals wurde sie noch auf den sagenhaften Ecume de mer gesegelt. In den 90igern konnte die Regatta besonders starke Felder mit 30-40 Schiffen vorweisen; in den letzten Jahren ist es etwas ruhiger um den Regattaklassiker geworden – naturgemäß ist nach der Umstellung auf eine neue Schiffsklasse zunächst Zurückhaltung bei den etwaig Interessierten angesagt.

Es kommt auf jeden Meter an©Liot/ASO

Es kommt auf jeden Meter an©Liot/ASO

Domination francaise

Traditionell wird die „Tour“ von Franzosen dominiert; auch in diesem Jahr besetzten sie hartnäckig die Treppchen (Henry, Souben, Troussell). Auf Rang fünf ein Hoffnungsschimmer: eine junge und extrem motivierte Schweizer Crew mit Elodie Mettraux und jerome Clerc schafften es als beste Amateure auf Rang 5 und heizten den Franzosen mitunter gehörig ein.

Bereits zum zweiten Mal mit dabei war  die „Iskareen“ der Hamburger Sönke Bruhns und Christiane Dittmers, die wieder mit einer höchst engagierten Crew als einzige die deutsche Fahne hoch hielten. Iskareen schaffte Rang 7 (von 9) bei den Amateuren und reihte sich in  der Gesamtwertung auf Platz 13 ein. Auf ihrem Facebook-Blog berichteten sie nahezu täglich von ihren Abenteuern. Kostprobe gefällig?

Kreuzen auf der Iskareen©Liot/ASO

Kreuzen auf der Iskareen©Liot/ASO

“Tramontana. In heißen Winden zwischen 18 und 30 kts drei Runden Up&Down: da war heute alles dabei, was man sich wünschen oder auch nicht wünschen kann. Super Start, sonnige Kreuz, butterweiches Abfallen, zügiges Spisetzen und traumhafte Surfs – genauso wie ein Start, an dem wir gerade so eben noch an der Linie waren bei Null, auf die falsche Seite gefahren sind, hektisch an der Luvtonne eingefädelt haben und auf dem Spigang große Baustellen produziert haben. Entsprechend hatte auch die Stimmung an Bord hohe Höhen und tiefe Tiefen.

Das schönste Finish gelang uns in der zweiten Wettfahrt – obwohl wir auf dem ersten Spigang das Schiff nach einem Sonnenschuss in die stabile Seitenlage gebracht hatten und dann etwas mutlos wieder zur Luvtonne aufkreuzten. Wir bissen trotzdem die Zähne zusammen und setzten nochmal den A2. Obwohl auch dieser zweite Spigang nicht einfach wurde, konnten wir auf den letzten Metern noch drei Schiffe überholen, die wir schon fast verloren gegeben hatten.”

Website Tour de France à la Voile (Französisch/Englisch)

 

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Michael Kunst

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6 Kommentare zu „Tour de France à la Voile: “Iskareen” finisht auf Rang 13“

  1. avatar ku(o)rt sagt:

    so ne kack verantsaltung! und so ein schlechtes team. guckt euch mal die ergebnisse an! traurig eyyyyy

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 3 Daumen runter 27

    • avatar bjoern sagt:

      Na endlich….. sind die Nörgler und Neider wieder zurück aus dem Urlaub.

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    • avatar hannes sagt:

      fahr da erstmal mit, dann reden wir weiter 😉

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      • avatar Alex sagt:

        Es gibt Leute, die nimmt man nur einmal mit.
        Nach ein paar wenigen 1x haben sie ihr Revier für sich verbrannt und tauchen dann noch maximal auf den Booten der Regattaanfänger auf, weil dort keiner merkt was sie tatsächlich können.

        Glaubst Du den ku(o)rt wir jemand auf eine M34 mitnehmen?

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  2. avatar Ingo sagt:

    Immerhin haben Christiane und Sönke schon mal 2 Dinge richtig gemacht:
    – Sie haben ein One-Design Boot gekauft
    – und sie stellen sich der Konkurrenz.
    Damit haben sie die Voraussetzung geschaffen, um das Wichtigste zu ermöglichen, nämlich: LERNEN! Nichts ist so lehrreich wie der direkte und enge Vergleich mit konkurrierenden Teams.

    Natürlich ist bei den Ergebnissen noch reichlich Luft nach oben, aber so ein Projekt kann man nur langfristig angehen.

    Übrigens läuft zur Zeit der Commodore’s Cup in Cowes – leider ganz ohne deutsche Beteiligung. Die deutsche Seesegelszene war schon mal in besserer Verfassung…

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