Transat- und Carribean-600-Sieger: Will Harris siegt mit Palanad 4 – Sehen so die nächste Offshore Racer aus?

Das Ziel: Maximaler Spaß

Eine der spektakulären Neubauten der Szene, die sich auch visuell vom Standard abheben, ist die Palanad 4. Der 50-Fußer hat im Januar das RORC Transatlantic Race überlegen nach berechneter Zeit gewonnen und nun auch das Caribbean 600 in seiner Klasse. Offenbar profitiert das Boot von einer Formel-Lücke.

Malizia-Co-Skipper Will Harris hat seine persönliche Erfolgsserie aus der vergangenen Saison bei einer der Traumregatten, dem Caribbean 600, fortgesetzt. Nach dem Admiral’s-Cup-Sieg für den Yacht Club de Monaco und Platz zwei bei der Transat Café L’Or mit Francesca Clapcich gewann er nun in der Karibik auf einem ganz speziellen Boot.

Will Harris auf Palanad 4 beim Carribean 600 © Malizia

Er siegte in der umkämpften IRC-Zero-Klasse auf der französischen Yacht Palanad 4, die schon zuvor die IRC-Wertung des RORC Transatlantic Race dominiert hatte. Der radikale Mach-50-„Scow“-Entwurf von Sam Manuard hat damit seine aktuelle Vormachtstellung bei Regatten, die nach der IRC-Handicap-Wertung berechnet werden, eindrucksvoll untermauert.

Palanad 4 beim Caribbean 600 © Arthur Daniel

Mit einer gesegelten Zeit von 2 Tagen, 10 Stunden und 32 Minuten landete Palanad 4 zwar in der Gesamtwertung nur auf Platz zwei, aber der Vergleich mit der siegreichen Leopard 3 ist mühsam. Der 100-Fußer absolvierte den 600 Meilen langen Zickzack-Kurs um elf karibische Inseln mit Start und Ziel vor English Harbour / Antigua 13,5 Stunden schneller und war bei zeitweise anderen Windbedingungen unterwegs.

Auch am Wind funktioniert der Plattbug. © Arthur Daniel

Eindrucksvoller war der Sieg gegen die britische Carkeek 45 Ino Noir und die schwedische Carkeek 52 Ran von Niklas Zennström. Beide Yachten hatten beim Admiral’s Cup 2025 gezeigt, dass sie berechnet zu den schnellsten IRC-Yachten der Welt gehören können. Umso erstaunlicher war der Erfolg, weil die diesjährige Ausgabe des Karibik-Klassikers durch untypische südöstliche Passatwinde mit einem ungewöhnlich hohen Amwind-Anteil (ca. 60 %) geprägt war. Dabei sollte Palanad 4 eigentlich eher Probleme haben.

Auf spitzem Kurs gerade noch im Gleitmodus. © Arthur Daniel

Der spezielle Rumpf spielt seine Stärke eher bei langen Raumschotskursen und Windwinkeln um 120 Grad sowie 20 Knoten Wind aus. Außerdem brach früh im Rennen das Fall des J1-Vorsegels, und die Reparatur kostete Zeit. Aber das breite, löffelförmige Vorschiff sorgt in Verbindung mit dem Neigekiel und asymmetrischen Steckschwertern auch am Wind für gute Leistung.

Palanad 4
Bei solchen Wellen läuft es suboptimal. © Arthur Daniel

Insbesondere die IRC-Formel bewertet die Form vorteilhaft.

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