Travemünder Woche: Lübeck hält an Segelwoche fest und gibt Gelder frei – 527.000 Euro

"Riesige Strahlkraft"

Die Travemünder Woche wird weiterhin von der  Corona-Krise schwer gebeutelt. 2020 konnte sie nicht stattfinden und wurde nur knapp vor der Pleite gerettet. Aber Lübeck hält weiter zu dem Segelfest.

Segeln vor der Passat. Symbol für die Travemünder Woche. © segel-bilder.de

Mit Spannung haben die Organisatoren der Travemünder Woche darauf gewartet, ob der Hauptausschuss der Lübecker Bürgerschaft erneut Geld für das Segelfest freigibt, das in diesem Jahr vom 23. 7. bis 1. 8. stattfinden soll. 2020 hatte die Stadt Lübeck noch mit 133.000 Euro die drohende Pleite abgewendet, nun standen 527.000 Euro zur Debatte, mit der das Sportprogramm für 2021 gesichert werden sollte.

Ohne das Geld für die gemeinnützige Travemünder Woche GmbH wäre die Veranstaltung nicht zu halten. Denn anders als etwa die Kieler Woche generiert sie das Gros der Einnahmen durch die Nähe zu den Besuchern. Sie wird durch die Festivalmeile, die Einnahmen von den Standbetreiber sowie die Sponsoren, die auf Direktkontakte mit dem Publikum setzen, mitfinanziert. Von der Menge der Festivalbesucher hängt ab, was den Seglern geboten werden kann, welche Regatten möglich sind.

So ist klar, dass es angesichts der andauernden Belastung durch die Corona-Pandemie auch 2021 wieder schwierig wird, das Event abzuhalten. Insofern ist eine große Abhängigkeit von der Politik gegeben. Aber die hält in Lübeck weiterhin zu den Seglern.

Die Fraktionen von SPD, CDU und FreieWähler/GAL haben in ihrem Hauptausschuss mehrheitlich dafür gestimmt, die Travemünder Woche zu unterstützen. Sie gewährt bis zu 500.000 Euro für die Durchführung des Sportprogramms und sichert damit die Existenz der TW. Eine Zustimmung in der Lübecker Bürgerschaft ist nun nur noch eine Formsache.

“Es wäre schade, wenn die Stadt nicht alles versucht haben würde”

In einer Mitteilung der regierenden SPD heißt es: “Regatten für Menschen mit Handicap, Jugendweltmeisterschaften oder Dickschiffe aus der ganzen Welt in sicherem Abstand zueinander auf der Ostsee – die Travemünder Woche ist das zweitgrößte Segelsportereignis der Welt und hat eine riesige Strahlkraft für die Hansestadt Lübeck. Es ist das Segelevent, wo die Hälfte der Teilnehmer unter 18 Jahre alt sind und die Zuschauer von Land aus die Segelwettbewerbe auf der Ostsee tatsächlich mitverfolgen können.

Die O’Pen Bics in Travemünde. © segel-bilder.de

Frank Schärffe, Geschäftsführer der Travemünder Woche gGmbH, machte im Lübecker Hauptausschuss klar, dass es noch viele offene Fragen gibt – so wie Zahl der Teilnehmer oder der Besucher bzw. die Frage, ob die TW überhaupt stattfinden kann: „Wenn uns Corona einen Strich durch die Rechnung macht und die Travemünder Woche wegen zu hoher Infektionszahlen ausfallen muss, dann ist das so,… aber es wäre schade, wenn die Stadt nicht alles versucht haben würde, wenn es eine Chance gibt!“

SPD-Bürgermeister Jan Lindenau sagte sinngemäß, die Stadt Lübeck wolle nicht einfach 500.000 Euro versenken oder verschenken, sondern nur ein mögliches Defizit von bis zu maximal 500.000 Euro im Falle eines Falles decken,… „damit schaffen wir die Voraussetzungen, um überhaupt eine mögliche Durchführung der Travemünder Woche diesmal sowie auch langfristig und nachhaltig zu sichern.“

SPD-Fraktionschef Peter Petereit stellte die Bedeutung der Travemünder Woche heraus: „Für uns in Lübeck ist Sport ein wichtiges Thema für Kinder, Jugendliche und Erwachsene – der Segelsport hat für uns als Stadt am Wasser eine vitale Bedeutung – auch weil der Segelsport mit seinen Lübecker Vereinen positive Effekte auf die Schwimmreife von Kindern hat.“

Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion Peter Reinhardt ergänzte: „Wir Lübecker wollen unsere Traditionsveranstaltung erleben, und wir wollen doch alle auch ein bisschen Hoffnung darauf, mal wieder rauszukommen. Für diese Hoffnung steht auch die Travemünder Woche sozusagen symbolisch, und es soll ja auch keine Massenveranstaltung werden, sondern ein wichtiges weltweit strahlendes Ereignis an der frischen Luft mit frischer Brise, das wir über die Pandemiezeit hinaus retten und erhalten wollen!“

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