Trophée MAP: Lennart Burke bei den Serien-Minis auf starkem Rang 3 – „Pech in der Flaute!“

Weiter auf der Überholspur

Starker Abschluss einer tollen Saison: Der deutsche Mini-Champ segelt aufs Podium  bei der 225 Seemeilen langen „Trophée Agnes Peron“. 

Zieht Lennart gerade das richtige Vorsegel? © jourdan/winches club

Nach durchweg starken Auftritten (u.a. Rang 3 solo bei SAS Les Sables-Acores und Rang 5 mit Oliver Tessloff bei Duo Concarneau) zeigte der 22-jährige Ausnahmesegler bei der hervorragend besetzten Einhandregatta vor den Küsten der südlichen Bretagne, dass seine bisherigen Erfolge in dieser Saison alles andere als Eintagsfliegen oder Glückstreffer waren. Mehrere Male führte er die Serien-Flotte an und trotz nerviger „Vorteile“ für die Maxi-Plattbugs auf relativ häufigen und langen Reachkursen, konnte er auf seiner Pogo 3 immer wieder entscheidende Akzente setzen. 

Deutlich bessere Performance

Lennarts Eindrücke von einer Regatta, die von Douarnenez in Richtung Süden rund um die Ile de Groix vor Lorient und wieder zurück nach Douarnenez führte und bei der sich die Wettergötter äußerst gut gelaunt zeigten (Sonnenschein, Windstärken von 0 bis 25 kn, nachts allerdings 6 ° C.): 

„Gerade bei dieser letzten Regatta habe ich gemerkt, was für große Fortschritte ich in dieser Saison gemacht habe. Meine Performance war deutlich besser und mein diesmal schärfster Konkurrent Leo Debiesse konnte mich erst ganz zum Schluss, als ich in einer Flaute feststeckte, einholen. 

Gleich vorne, nach dem Start © jourdan/winches club

Die wichtigsten Punkte bei diesem Rennen waren: Immer viel Speed,  immer die richtigen Vorsegel. Wir hatten bei diesem Rennen sehr schwierige Windwinkel, so dass es vor allem auf die richtigen Segel im richtigen Moment ankam. Max-Spi oder doch lieber Gennaker oder vielleicht der Medium-Spi? Das kann richtig Zeit kosten. Du ziehst beispielsweise de Max-Spi hoch, merkst, dass du bei dem Winkel doch zuviel Druck im Segel hast, musst also abfallen, was dich wiederum von deiner Ideallinie abbringt. Mein direkter Konkurrent Leo hatte zwei Mal ein anderes Segel oben als ich, das sich jeweils als „falsch“ herausstellte. Wir segeln ja sehr eng zusammen, man sieht sofort, wo es hakt. 

Die äußeren Bedingungen stimmten, Sonnenschein, wenig Seegang. Nur nachts war es ziemlich kalt, sechs Grad ungefähr, und ich dachte mir schon: Nochmal brauche ich das nicht, ist schon gut, dass es sich bei der MAP um die letzte Regatta der Saison handelt!

Melges-Start

Mein Start war mal wieder richtig gut – aus der Melges-Zeit bin ich deutlich im Vorteil, weil sehr gut ausgebildet. Nach der Luvtonne war die erste Vorsegel-Entscheidung zu fällen. Es wehte ein relativ frischer Wind, einige zogen den Gennaker, andere sogar den Max-Spi und ich entschied mich angesichts der mitunter stark drehenden Winde in der Bucht von Douarnenez für Medium-Spi, was sich als goldrichtig herausstellte. 

Nächster essentieller Punkt in dieser Regatta: Lass’ dich nicht verrückt machen von den Maxis! Letztendlich waren sechzig Prozent des Rennens Reachkurse, auf denen die Scowbugs einfach unschlagbar sind. Da waren fast alle Maxis vorne zu finden. ich habe mich immer daran festgehalten, dass ich als erste Pogo unterwegs war. Das ist ja auch schon ein gutes Gefühl und hält dich davon ab, den Kopf einzuziehen und den Maxis hinterher zu jammern.

Daumen und Boot richten sich auf © jourdan/winches club

Das Ende war besonders spannend. Ich lag vorne, auf Rang 2, der Wind ließ deutlich nach, die Strömung kippte, aber von hinten kamen sie mit etwas weniger Strömung und holten auf, darunter auch Konkurrent Leo. Ich wusste: Wenn ich jetzt auch nur eine falsche Entscheidung treffe, zieht der gnadenlos vorbei. Prompt segelte ich lächerliche fünf Minuten lang auf der falschen Seite, was die Strömung anbelangt und Leo auf der richtigen. Wir wendeten gleichzeitig, er lag ein wenig vor mir und musste nur noch absichern, also jedes Mal mitwenden. Keine Chance mehr für mich! Schade, schade, ich wäre gerne erster Pogo-Skipper geworden. Aber abgerechnet wird im Ziel. Bei Flauten habe ich eben immer Pech.

Sehr zufrieden mit dem Boot

Wenn ich ein Fazit ziehen darf: Da ich die meiste Zeit als erster Pogo-Skipper unterwegs war, fühlte sich das schon ein bisschen wie ein Sieg an. Ganz egal, ob die Maxis ein wenig schneller reachten. Ob ich es bedauere, dass ich keinen Scow-Bug segle? Ganz und gar nicht! Wenn ihr wüsstet, was die Maxi-Segler für einen Ärger mit ihren Booten haben. Da geht ständig was kaputt. Viel wichtiger ist, dass man für die Mini-Transat und sonstige Langstrecken ein sicheres Boot hat, auf das man sich 100 Prozent verlassen kann!

© winches club

Nach dem Gespräch hatte Lennart fürs Auswassern seines Minis „Vorpommern“ einen Krantermin. Im Anschluss will der Norddeutsche mit Boot auf Hänger zurück ins heimatliche Stralsund, wo er einige Sponsoren-Termine wahrnehmen will und seinen Pogo3-Mini „vorstellen“ möchte. Direkt nach der Messe „boot“ will Burke 2021 wieder zurück nach Frankreich, um gleich bei den ersten Trainingsgruppen des Jahres in Lorient teilzunehmen. Bis zum Start der Mini Transat will Lennart Burke maximal viele Regatten vor der französischen Atlantikküste mitsegeln. „Es gibt kein besseres Training und keine bessere Möglichkeit voran zu kommen, als Regatten!“ 

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Michael Kunst

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