Unglück bei der ORC-EM: Salona 37 vor Capri gesunken – Kollision in der Nacht

Untergang in drei Minuten

Bei der Langstrecke zum Auftakt der ORC-EM als Teil der Rolex Capri Sailing Week ist die italienische Yacht “Le Pelican” auf Tiefe gegangen. Die Crew erlebte eine dramatische Rettungsaktion. Zwei deutsche Yachten segelten in der Nähe.

ITA-16373 “Le Pelican” ist bei der Regata dei Tre Golfi nach einer Kollision gesunken. © ROLEX / Studio Borlenghi

Am Wochendene ist im Rahmen der Rolex Capri Sailing Week bei der Regata dei Tre Golfi eine Rekordflotte von 110 Yachten vor Neapel gestartet, um einen 150 Meilen Kurs um die Insel Ponza zu absolvieren. Die Langstrecke zählte gleichzeitig als erstes Rennen der ORC-Europameisterschaft, bei der 63 Yachten in drei verschiedenen Größen-Klassen in die Wertung kamen.

Dabei ist es in der Nacht von Samstag auf Sonntag zu einer schweren Kollision gekommen. um ca. Die italienische Marine vermeldete, dass um 2:50 Uhr die Segelyacht “Le Pelican” mit der Segelnummer ITA-16373 in der Nähe der Insel Ventotene gesunken ist. Sie sei mit einem Schlepper zusammengestoßen.

Die siebenköpfige Besatzung der Salona 37 habe rechtzeitig vor dem Untergang eine Rettungsinsel besteigen können. Medizinische Hilfe wurde nicht angefordert. Die Crew soll keine körperlichen Schäden erlitten haben.

Gegenüber den Organisatoren der Regatta erklärt ein Crewmitglied die Umstände: “Die Bedingungen waren sehr herausfordernd, mit zwei Meter hohen Wellen.” Nach einem verpatzten Manöver sei man dem Schleppe,r der in unmittelbarer Nähe fuhr, plötzlich so nahe gekommen, dass eine Kollision unvermeidlich wurde. Die Segelyacht erlitt dabei einen so schweren Schaden, dass sie in drei Minuten unterging.

Alle sieben Besatzungsmitglieder wurden von der Schlepper-Crew gerettet und in den Hafen von Neapel gebracht. Die Küstenwache überwachte dabei die Rettungsaktion. Möglicherweise verhinderte eine besondere Regel Schlimmeres für die Besatzung. Die Organisatoren der Regatta hatten das Mitführen einer Rettungsinsel an Bord zwingend vorgeschrieben, obwohl diese Sicherheitsausrüstung nach den World Sailing Regeln für die Kategorie 3 nicht vorgeschrieben ist.

“Le Pelican” startete in der Gruppe C der ORC EM, in der auch zwei deutsche Crews dabei sind, die von dem Unglück in der Nacht nichts mitbekommen haben. Die Kieler Farr 30 „Topas“ von Harald Brüning segelte in der Handicap Klasse C auf Rang vier und Otto Pohlmann mit der J/99 „MeerBlick …fun!“ auf Platz sechs.

Pohlmann ist ein Neueinsteiger in die ORC-Klasse. Bei seinem erfolgreichen Debüt im vorigen Spätsommer bei den Klassikern ist der Düsseldorfer nun als Skipper in die Regattaszene der modernen Yachten eingestiegen. Er ist mit einem internationalen Team am Start.

Die J/99 „MeerBlick …fun!“ mit dem ex Finn Dinghy Spitzensegler Otto Pohlmann am Steuer. © Tomàs Moyà/MeerBlick

Pohlmann, früher im olympischen Finn-Dingi aktiv (u.a. EM Bronze 1981 vor Jochen Schümann) sowie in der Soling-Mannschaft von Willy Kuhweide in der Weltspitze, steuert die nur ein Jahr alte J/99. Eignerin Gabriele Pohlmann erwarb das Boot in Frankreich und segelt unter dem Stander des Real Club Náutico de Palma (Mallorca/Spanien) selbst mit in der Crew.

Eignerin Gabriele Pohlmann auf der Kante. © Tomàs Moyà/MeerBlick

Aufgrund einer Verletzung des Stammtaktikers Albert Schweizer (Bremen) ist der Däne Joachim Aschenbrenner an Bord. Das Matchrace-As ist Titelverteidiger in der Wertungsgruppe ORC C, die er 2019 für ein estnisches Projekt gewann. Im Vorjahr fiel die EM der Corona-Pandemie zum Opfer. Die ORC-Europameisterschaft wird ab heute  (18. Mai) mit Kurzrennen fortgesetzt.

Impressionen von der Langstrecke:

Ergebnisse ORC EM 2021 Capri

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „Unglück bei der ORC-EM: Salona 37 vor Capri gesunken – Kollision in der Nacht“

  1. avatar meerkater sagt:

    Muss man sich ein Missglücktes Manöver als Sonnenschuss vorstellen?

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